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Thema: Arad im September 2021  Dieses Thema nach Facebook schicken  

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manni
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Beitrag #115237 BeitragErstellt: 27.11.2021 02:48
Arad im September 2021
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Liebe Leute,

dieser Thread ist der Auftakt zu einer kleinen Serie von fünf User-Reportagen mit Öffi-Fotos (und bei entsprechendem Feedback eventuell später auch einigen Filmen) von September 2021 aus Rumänien, Bulgarien und Serbien.

1. Teil: dieser Thread
2. Teil: http://forum.strassenbahn.tk/viewtopic.php?t=7555
3. Teil: http://forum.strassenbahn.tk/viewtopic.php?t=7556
4. Teil: http://forum.strassenbahn.tk/viewtopic.php?t=7558
5. Teil: http://forum.strassenbahn.tk/viewtopic.php?t=7564

Insgesamt umfasste unser diesjähriger Südosteuropa-Trip Städte und Landschaften in Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Nordmazedonien und Serbien. Unter anderen führte diese Reise uns auch wieder einmal nach Arad, wo wir uns diesmal fast einen Tag Zeit genommen haben, um die dortige bunte Mischung klassischer west- und osteuropäischer Straßenbahnen zu filmen und zu fotografieren. Vor dem Mittagessen fotografierten und filmten wir im Zentrum, der Nachmittag gehörte dann ganz der "berühmten" Überlandstrecke nach Ghioroc. Mit Arad fängt die Serie also an.

Meine vergangenen User-Reportagen aus Arad:
2017: http://forum.strassenbahn.tk/viewtopic.php?t=7410
2012: http://forum.strassenbahn.tk/viewtopic.php?t=5994
2011: http://forum.strassenbahn.tk/viewtopic.php?t=5276 und der Exkurs zur Chemiefabrik:

Eingestreut sind auch die Fotos der Ex-IVB-Tw 51 und 76, die ich bereits im Oktober hier http://www.strassenbahn.tk/inntram/news_347.html#2 veröffentlicht hatte, plus ein bisher unveröffentlichtes Foto, damit's nicht langweilig wird.

Wie in meinen User-Reportagen üblich, gibt es nicht nur die klassischen Rückensonne-~45°-Frontansichten von Fahrzeugen, sondern oft ein bisschen mehr Weitwinkel, um das Umfeld wirken zu lassen, und manchmal auch Details. Verzichtet habe ich diesfalls auf die sonst gern von mir eingestreuten Stadtansichten, weil Arad hier doch schon recht bekannt ist und nicht wenige, die das lesen, schon dort gewesen sind. Eine Ausnahme mache ich in Ghioroc.

Die Fotos sind von ganz unterschiedlicher Qualität - manche sind überhaupt nicht bearbeitet, an anderen habe ich sorgfältig gefeilt, einige sind nur Schnappschüsse, teilweise auch mit dem Smartphone. Brauchbar sollten sie aber alle sein.

Fangen wir also an. Es gibt in Arad viele nette Unterkünfte, dieses Hotel aber befindet sich in unmittelbarer Nähe des Depots UTA mit Blick auf die Straßenbahn, ich kann's nur empfehlen:



Von dort ist es nicht weit zum "bekannten" Verkehrsknoten Podgoria. Die folgenden Fotos sind alle dort entstanden.
Die ersten zeigen einen Teil des "Imperio"-Fuhrparks, des Niederflurtyps aus Arader Produktion. Nur zehn dieser Wagen sind in Arad derzeit unterwegs, alles andere, was dort rollt, ist noch hochflurig.







Es folgen diverse Fahrzeuge aus Deutschland - und ein alter Bekannter:



































Schließlich sahen wir dort noch diesen Isuzu Citibus, eine Erinnerung an Rumänien 2017, wo wir in mehreren Städten Isuzu-Busse gesehen hatten; die Japaner scheinen in Rumänien vor ein paar Jahren einen größeren Deal gelandet zu haben.



Der Knoten Podgoria ist der stadtseitige Endpunkt der Lokalbahn nach Ghioroc, die heute von den Arader Tramlinien 9, 10, 11, 12 und 14 bedient wird. Sie ist die letzte verbliebene echte Überlandstraßenbahn Rumäniens und der Überrest eines Lokalbahnnetzes, dessen Mittelpunkt nicht Arad, sondern der Ort Ghioroc in der Region Podgoria war. Daher stammt auch der Name der großen Kreuzung, an ihrer Stelle befand sich einst der Podgoria-Bahnhof. In Rumänien und überhaupt in Osteuropa werden technikgeschichtliche Erinnerungen gern in Form von Denkmälern im öffentlichen Raum bewahrt; davon wird es in meiner 2021er-Serie noch mehrere weitere Beispiele zu sehen geben. Am Knoten Podgoria findet sich das hier:



Jetzt verlassen wir Podgoria und begeben uns am Boulevard der Revolution, der zentralen, leider nicht autofreien Prachtstraße Arads, in die dortige parkartige Allee. Wieder beginnen ich mit einer Reihe von Imperio-Fotos. An diesen Fahrzeugen ist dank ihrer großen Frontscheiben besonders gut die Bindung der Fahrer:innen an "ihre" Fahrzeuge zu erkennen, die in vielen osteuropäischen Städten üblich ist. Man stelle sich bei uns Flexities vor, deren Frontscheiben entweder mit Wacker- oder mit WSG-Devotionalien verziert sind xd grin













Natürlich rollen dort auch alle anderen Fahrzeugtypen:



















































Es ist im Arader Stadtnetz mittlerweile zum Glück eher die Ausnahme, aber auch über solche Schienen fährt dort alle paar Minuten eine Bahn:



Schließen möchte ich den Revolutionsboulevard-Teil mit dieser schönen Szenerie:



Weiter geht es auf die Strecke nach Ghioroc. Zunächst geht es klassisch osteuropäisch zweigleisig auf Schotter in Straßenmitte, dann zweigleisig in Randlage und schließlich eingleisig in Randlage immer auf eigenem Gleiskörper weit hinaus ins flache Land. Diese Fotos sind ja schon bekannt:





Der Abzweig zur ehemaligen Chemiefabrik (siehe meine oben bereits verlinkte Exkurs-Dokumentation von 2012 http://forum.strassenbahn.tk/viewtopic.php?t=5277) wird übrigens immer noch bedient, obwohl das ganze riesige Industriegelände schon längst plattgemacht wurde.

An der Ortseinfahrt von Ghioroc wartet das Arader Straßenbahnmuseum im ehemaligen Depot Ghioroc. Das ist unfassbar romantisch, es ist eine Art verzauberter Obstgarten mit Schienen. Aber seht selbst. Leider war das Museum an diesem Montag geschlossen und wir konnten nur durch und über den Zaun ins Gelände fotografieren. YouTube hilft aber mit schönen Videos vom Museumsbetrieb.



















Nach kurzer Fahrt in Seitenlage hinein in die Ortsmitte von Ghioroc endet die Strecke dort schließlich in einem großen Gleisdreieck, in dessen Mitte sich ein hoher Pavillon befindet, der nicht nur ein Unterwerk enthält (das möglicherweise mit sehr alter Elektrotechnik ausgestattet ist), sondern mittels darauf angebrachter Informationen und historischer Fotos auch den ursprünglichen Zweck des Gleisdreiecks verdeutlicht. Drei davon sind hier zu sehen:









In drei Richtungen gingen von dort früher die Lokalbahnlinien ab. Heute leider nur noch in Richtung Arad.
Das Gleisdreieck ist heute ein Wendedreieck, und so fährt unser ex-IVB 51 zuerst in dessen rechten Schenkel ein...



... wendet im recht langen Gleisstumpf...



... stüßt über die Schnappweiche zurück auf die andere Seite, wendet dort wieder und fährt schließlich am linken Schenkel über die dortige Schnappweiche wieder in die richtige Richtung aus:



Leider gibt es direkt dort keine richtige Einkehrmöglichkeit, auf fettige Fritten hatten wir keinen Appetit. Aber ein Stück zurück an der Ortseinfahrt von Ghioroc findet sich etwas, was man in der Tiefebene des Banat so nicht unbedingt erwartet hätte:







Ein Baggersee ist dort zu finden, mit einem richtig ordentlichen Sandstrand, Beachpromenade, Strandbars, Tretbooten und, hier nicht zu sehen, auch Strandbuden und anderen Unterhaltungsmöglichkeiten. Da könnte sich unser Baggersee Roßau eine dicke Scheibe abschneiden!
Für ca. 25 °C im Schatten war es erstaunlich leer, aber es war halt ein Wochentag außerhalb der Ferien. Wir haben jedenfalls die Gelegenheit genutzt, zumindest mal die Füße ins Wasser zu tauchen und was zu essen und den Tag auf angenehme Weise ausklingen zu lassen.

So sehr die Bahn nach Ghioroc auch von den Locals geliebt zu werden scheint, sie ist sehr vernachlässigt und schrammt nach meiner Einschätzung schon seit Jahren am Rande der Einstellung. Die gesamte Strecke ist verschlissen bis aufs Blut, Schienenbrüche überall, eine einzige Langsamfahrstelle. Ein Imperio oder ein anderes modernes Multigelenkfahrzeug mit unechten Drehgestellen könnte sie nie und nimmer befahren. Die dort eingesetzten Wagen haben Überlandkapazität und entsprechende Einrichtung, auch "unser" Tw 51 wurde mit Vorhängen und Fahrer:innenkabine versehen. Der eingesetzte Fuhrpark ist hoffnungslos veraltet und in sicht- und hörbar schlechterem zustand als alles andere, was in Arad rollt.
Ich fürchte, dass es diese wundervolle Überlandtram nicht mehr lange geben wird, wenn nicht der Staat Rumänien und die EU schnell eine umfassende Sanierung einleiten. Eine Einstellung wäre in mehrfacher Hinsicht katastrophal, würde damit doch auch das Museum seinen Anschluss ans Gleisnetz verlieren.
Potenzial hätte die Bahn möglicherweise schon. Ghioroc macht zwar eher den Eindruck eines sterbenden Ortes, aber solche Entwicklungen sind umkehrbar, auch und gerade mit Hilfe modernen Schienenverkehrs. Das Potenzial wird heute offenbar kaum genutzt, so ist zum Beispiel der Ghioroc-See mit seinen Stränden für ein einwohnermäßig recht großes Einzugsgebiet die beliebteste Sommerfreizeiteinrichtung; die Twincities-Region Arad-Timisoara ist die zweitgrößte Stadtregion Rumäniens nach Bukarest. Aber die Straßenbahn fährt ohne eigene Haltestelle und in zu großer Entfernung vorbei.

Und Arad selbst? Man hat mit dem bunten Gebrauchtwagenpark gut überlebt, und jetzt sollen mehr Neuwagen kommen. Aber nur eine Handvoll. Da sehe ich die EU und Westeuopa in der Pflicht, es muss einfach wesentlich mehr Geld aus reichen Ländern wie z.B. auch Österreich in den Osten fließen, damit dort genauso umfassend modernisiert und vor allem auch dekarbonisiert werden kann wie bei uns.

Das ist zwar hübsch...



...aber nur das ist heutzutage angemessen:



Ein großres Straßenbahnmuseum kann die Stadt auf Dauer nicht bleiben, denn die Menschen verdienen überall barrierefreien ÖV auf einem ordentlichen Niveau.

What's next? Danach ging es weiter nach Timisoara, dann nach Südbulgarien an die Donau und zu einem verlassenen Sanatorium in den Bergen, und anschließend erstmal für eine Woche nach Westgriechenland ans Meer, bevor der zweite Teil der Reise begann, doch das sind Geschichten, die wohl nicht hier erzählt werden. Der nächste Teil dieser Serie wird sich den optisch sehr ansprechenden Straßenbahnen und auch Bussen von Timisoara widmen.
 

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Zuletzt bearbeitet von manni: 03.01.2022 00:12, insgesamt 5 mal bearbeitet

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Zillerkrokodil
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Beitrag #115247 BeitragErstellt: 27.11.2021 18:59
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Hallo Manni !

Sehr schöne Bilder, die Dir in Arad gelungen sind !

http://forum.strassenbahn.tk/userpix/1_P9130519_1.jpg
Ist das ein alter Innsbrucker !


Natürlich kann auch Arad nicht für ewig ein reines Straßenbahnmuseum bleiben, ich glaube auch das wird es mittelfristig auch nicht .

Wenn ich auf den Fotos die Häuser betrachte geht investitionsmäßig auch ziemlich viel weiter in Arad .

Da aber der dortige Verkehrsbetrieb mittlerweile eine große Anzahl von Gebrauchtfahrzeugen aus dem Ausland hat könnten einige davon dauerhaft in Arad erhalten bleiben, und als Touristenattraktion wie zum Beispiel in San Francisco vermarktet werden .

Toll wäre es !


LG Zillerkrokodil
 

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manni
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Beitrag #115258 BeitragErstellt: 28.11.2021 00:38
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Danke Clemens!

Der von dir verlinkte Wagen ist ein ex-Mannheimer, aber auch ein DÜWAG GT6 des Typs Bonn (was sich vor allem auf Gestaltung von Front und Heck bezieht) und damit identisch mit unseren ex-Bielefeldern. Was sehr fies ist, weil von denen mehrere dort herumfahren und auch ich natürlich bei jeder Sichtung erst mal glaube, einen ex Innsbrucker zu sehen.

Auch ich habe den Eindruck, dass Rumänien sich schnell weiterentwickelt (generell, nicht auf ÖV bezogen). Bei jedem Besuch entdecke ich weitere Neuerungen, die mit Verzögerung, aber doch, dort angekommen sind (2017 und 2019 waren das z.B. Radwege und gut erkennbare Bodenmarkierungen), weniger defekte Infrastruktur und ein saubereres Straßenbild, zumindest in den wohlhabenderen Städten und besonders in auch touristisch attraktiven Städten wie Bukarest, Constanta und Sibiu. In Ostrumänien (abseits des bekannten, von der EU stark subventionierten Maramureș-Gebiets) und in entfernten ländlichen Gebieten, in den Karpaten und hinunter Richtung Ukraine und Moldawien schaut's aber oft noch nicht so gut aus. Ich liebe Rumänien trotzdem. Es hat so viele landschaftliche Gesichter, die Menschen sind freundlich, das Essen gut (abgesehen von dieser sauren Milch-Magensuppe, die mir Google falsch übersetzt hat, bäh), es steckt voller kultureller Schätze und interessanten Relikten seiner industriellen Vergangenheit und es gibt fast überall interessante Bahnen aller Art. Wer noch nie dort war, hat was verpasst. Zur Auffrischung: http://forum.strassenbahn.tk/viewtopic.php?t=7410

zu den Gebrauchtfahrzeugen: es gibt ja das Museumsdepot in Ghioroc, das bereits historische Fahrzeuge beherbergt, mit denen es manchmal auch Sonderfahrten gibt. Wie es mit dem Platzangebot in der Museumsremise aussieht, weiß ich nicht, aber im Freigelände wäre vielleicht Platz für weitere Exponate und wahrscheinlich auch für weitere Abstellgleise. Allerdings wird man bei dieser Typenvielfalt schon einige Gleismeter brauchen, um von allen einen zu erhalten. Dass das durchaus auch bei Gebrauchtfahrzeugen Sinn machen kann, sieht man ja an der letzten erhaltenen UITE-Littorina, unserem Tw 60.
 

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Zuletzt bearbeitet von manni: 28.11.2021 00:50, insgesamt 2 mal bearbeitet

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Beitrag #115499 BeitragErstellt: 16.12.2021 00:28
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Ich poste hier einen Text, den ich für ein spezielles Forum geschrieben habe, weil er hier auch von Interesse sein könnte für alle, die noch nie in Arad waren. Die Grundaussage ist: am besten nächstes Jahr hinfahren, sonst ist es vielleicht zu spät.

---

Arad (RO), 13.09.2021
Im Hintergrund die Haltestelle Teatru am zentralen Bulevardul Revoluției, Imperio-TW 1403 (rechts) und möglicherweise 1506 (links), beide als Linie 3, ihrem Haupteinsatzgebiet. Seit Sommer 2020 sind sie auch auf den Linien 7 und 18b im Einsatz.
Das ist nicht gerade eine seltene Aufnahme, ist mir klar, aber nachdem in der Diskussion zu meinem Arad-Bild von DÜWAG-TW 51 einige Fragen aufgeworfen wurden, die inzwischen von einem Local beantwortet werden konnten, dachte ich mir, ich poste die Erkenntnisse zu einem passenden Bild.
Viele Tram-Enthusiasten, selbst in Rumänien, blicken nicht ganz durch, was die Fuhrparkerneuerung in Arad angeht. Das war bei mir auch der Fall. Es schwirren zu viele verschiedene Angaben herum. Der Arader User "quicksilver" im Forum Tramclub.org konnte Licht ins Dunkel bringen, wofür ich ihm an dieser Stelle danke. Ich fasse im Folgenden die Informationen zusammen, die er mir gegeben hat. Eine Primärquelle ist das nicht, klar, aber Locals kennen sich meistens gut aus und diesen kenne ich wirklich schon lang.
Aktuell befinden sich 6 Triebwagen des Typs Imperio, hergestellt vom Aushängeschild der rumänischen Schienenfahrzeugindustrie, Astra Vagoane Călători basierend auf einem an den Combino Supra angelehnten Design von Siemens, im Fuhrpark der CTP Arad. Diese 27 m langen 100%-Niederflur-Multigelenkwagen wurden seit 2014 in Betrieb genommen. Im Jahr 2019 wurde ein Vertrag über die Lieferung weiter 28 Triebwagen unterzeichnet, davon die Hälfte Dreiteiler wie die bereits vorhandenen sechs und die andere Hälfte Zweiteiler mit einer Länge von 18 m. Von den 14 Dreiteilern wurden vier Stück 2019 und 2020 in Betrieb genommen. Aktuell laufen in Arad also zehn Imperios. Erst im November ist der erste Zweiteiler, ein Imperio Civitas, dazugekommen, der aber noch keine Typenzulassung hat und damit noch nicht im Linieneinsatz ist.
Alles weitere sollte nun ziemlich rasch passieren: aktuell wird die Lieferung aller 14 Imperio Civitas bereits bis Mitte nächsten Jahres erwartet. Danach sollen die restlichen zehn dreiteiligen Imperios produziert und geliefert werden.
Da jeder Imperio und Imperio Civitas zwei Fahrern und Fahrerinnen zugeteilt wird und somit (fast?) zwei Schichten täglich abdeckt, sollen nach Inbetriebnahme aller 34 Imperios und Civitas nur noch wenige Schichten mit Altfahrzeugen gefahren werden müssen.
Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich gefragt, wie es mit der Überlandstrecke zum ehemaligen Chemiekombinat, nach Vladimirescu und nach Ghioroc steht. Er sagt, sie sei nicht gefährdet. Imperios würden aber, genau wie ich vermutete, wegen des schlechten Schienenzustandes dort nicht fahren können. Politische Entscheidungen gäbe es aber noch keine. An andere Stelle habe ich gelesen, dass der Bürgermeister des Vorortes Vladimirescu das zweite Gleis gern stillgelegt hätte, damit die zu den Stoßzeiten zugestaute Straße verbreitert werden kann. Ich kann nur hoffen, dass solcher Unsinn heutzutage auch in Rumänien keine Mehrheiten mehr findet.
Unterm Strich dürfte es also wirklich ratsam sein, einen Besuch in Arad bereits im kommenden Frühjahr einzuplanen, denn ein Jahr später könnte es dort mit den deutschen und österreichischen Klassikern schon ziemlich schlecht aussehen, falls die Termine halten...
 

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