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Thema: Stippvisite in England  Dieses Thema nach Facebook schicken  

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Juergen
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Beitrag #77954 BeitragErstellt: 28.08.2011 20:23
Stippvisite in England
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Meinen diesjährige Urlaub verbrachte ich u.a. in England, dabei kam auch das Hobby nicht zu kurz. Einige Eindrücke möchte ich an dieser Stelle wiedergeben. Alle Fotos entstanden im August 2011.

Beginnen wir mit einem Zufallstreffer bei der Anreise in Brüssel:

1.+2. Zwischenhalt in Brüssel beim dortigen Btriebshof und Straßenbahnmuseum Woluwe - STIB-Museums-Tw 5008 Bj. 1935 / Umbau 1947/48 4xER auf bestellter Sonderfahrt. Das Museum hatte am 1.8. morgens leider noch geschlossen. Weitere Infos: http://www.trammuseumbrussels.be/


3. Blick auf das Depot Woluwe, (das Museum schließt links an die gezeigte Halle an) zu sehen sind 6x-Triebwagen der Serien 7700 (6xER Bj. 1971/72, 1981-86 zu ZR-Tw umgebaut) und 7800 (6xZR, Bj. 1872/73, ab Werk als ZR-Tw geliefert) , sowie etwas ein Nf-Tw der Reuhe 2000 (BN Brugge, Bj. 1993) auf Gleis 22


Als nächstes folgt - bereits im Norden Englands - das Beamish-Freilichtmuseum in der Nähe von Newcastle, dort gibt es neben sehenswerten Eisenbahnrelikten auch eine kleine Stadtzeile und eine eingleisige Ringstraßenbahn mit Ausweichen, die in beiden Richtungen bedient wird und mit mehreren Haltestellen die Attraktionen verbindet. Näheres hierzu: http://www.beamish.org.uk/

4. Grau in Grau - jedenfalls was das Wetter und die Lackierung des Tw 6 angeht (Bj. 1901 ex Leeds 6 ex Hull 96)

5. dasselbe Fahrzeug in der Stadtzeile (alle Häuser sind entsprechend ihrer Zeit eingerichtet und zu besichtigen)

6. bis 8. In der Museumsstadt Tw 16 Bj. 1900 ex Sunderland, ungewohnt für Mitteleuropäer die Beiwagen, die man in England einfach aufs Dach gesetzt hat wink



9.bis 11. Auch Busse verkehren linienmäßig innerhalb des Geländes (diverse Replika-Fahrzeuge)



12. bis 15. Dann kam Tw 196, der sich bei näherem Ansehen als ehemaliger Portugiese herausstellte (Bj. 1935 ex Porto)




16. und 17. Blick ins Depot, dort waren die Tw 31 (ex Plackpool, Bj. 1901), 10 (ex Gateshead, Bj. 1925) und 264 (ex Sheffield, Bj. 1907) zu sehen.



Wenden wir uns nun Blackpool zu, wo wir uns nur einen Abend aufhielten. Der dortige Betrieb wird derzeit grundlegend saniert, zukünftig kommen moderne Niederflurwagen zum Einsatz. Betrieben wurde deshalb nur ein zentrales Teilstück, die beiden Endabschnitte der Strecke wurde im SEV bedient (wieso erinnert mich das an Innsbruck???). Die Stadt machte auf mich den Eindruck. als habe sie schon deutlich bessere Zeiten gesehen und auch der Straßenbahnbetrieb ist Geschmacksache... Weitere Infos zur Tram Blackpool: http://www.thetrams.co.uk/blackpool/
18. und 19. Als einziges unmodernisiertes älteres Fahrzeug erwischte ich auf Einrückfahrt ins Depot den Tw 715 (Typ Balloon, Bj. 1934/35)


20. bis 23. Auf der Strecke waren des weiteren noch die Tw 709 (Sealife-Reklame,ex Balloon Bj. 1934, mit Teilen aus dem Omnibusbau 1999 zum Millennium-Car umgebaut) und 762 (ebenfalls ex Balloon, Umbau 1982). 709 wurde an den Türen bereits verbreitert, um nach Adaptierung der Strecke für die breiteren Niederflurwagen noch eingesetzt werden zu können.




24. und 25. Abschließend noch von außen ein Blick ins offene Depot (für die Niederflurwagen ist ein neues Depot am südlichen Streckenende weitgehend fertiggestellt), das viele weitere Fahrzeuge enthält, darunter auch die Eindecker und die illuminierten Bahnen, die im September ihre Runden drehen.



26. bis 31. Eine weitere Straßenbahnstadt, die wir besuchten, war Nottingham. Dort verkehren 15 in den Jahren 2002 / 2003 gebaute Incentro-Niederflurwagen auf einer 14 km langen Strecke, die außerhalb der Stadt neben einer Eisenbahnstrecke auf ca. 10 km Länge verläuft. Nachfolgend einige Eindrücke aus dem Stadtgebiet, die letzte Aufnahme zeigt die stadtseitige Endstation am Bahnhof.







Bei einem England-Aufenthalt ist ein Besuch des Nationalen Tramwaymuseums in Crich (ca. 40 km von Nottingham) ein unbedingtes Muss. Dort wurden Exponate von vielen ehemaligen Betrieben zusammengetragen und mustergültig betriebsfähig aufgearbeitet. Es folgt eine kleine Auswahl meiner Fotos, in erster Linie von der Museumsstrecke. Näheres zu Crich: http://www.tramway.co.uk/
32. Tw 40 ex Blackpool, Bj. 1926

33. Tw 22 ex Glasgow, Bj. 1922

34. Tw 331 ex Sunderland ex London, Bj. 1930

35. Im Depot warten Lok (ohne Nr., ex Blackpool, Bj. 1927) und Tw 3006 (Typ TZ 69, Reko-Triebwagen LEW/RAW Schöneweide Bj. 1969) auf ihren nächsten Einsatz

36. Tw 869 ex Liverpool, Bj. 1936 und Tw 1622 ex London, Bhj. 1912

37. Tw 35 ex Edinburgh, Bj. 1948

38. Blick vom Depothof auf die Strecke

39. Umsetzen des Tw 40 zur Rückfahrt mit automatischem Drehen des Stangenstromabnehmers in einem "Oberleitungsdreieck" mit Luft-Federweichen im Fahrdraht. Der Tw schiebt den Stromabnehmer ins Dreieck hinein und zieht in dann knapp am Hauseck vorbei hinter sich her auf die Strecke hinaus.

40. Blick auf die ortsseitige Endstation

41. und 42. Nun durfte auch der Berliner auf die Strecke. Dazu muss man wissen, dass diesem auf einer Plattform ein Rollstuhl-Hublift eingebaut wurde, um auch Rollstuhlfahrern eine Mitfahrt ermöglichen zu können. Äußerlich ist dieser Rollstuhl-Lift übrigens bestens kaschiert und nicht zu sehen.


43. Tw 331 an der landseitigen Endstation

44. Ein Teil der Strecke ist eingleisig mit einer Ausweiche ausgeführt, der Betrieb wird mit einer Signalstabregelung gesichert (sog. "Token", die an der blauen und gelben Stange innerhalb der Ausweiche hängen), weil bis zu 4 Bahnen gleichzeitig eingesetzt sind.

45. und 46. Zwei weitere Fotos vom zweigleisigen Abschnitt



Zum Schluss haben wir noch ein paar Tage in London verbracht, aber auch dort hat uns englisches Wetter voll erwischt. Deshalb nur ein grober Überblick über das dortige Verkehrsnetz.
47. Der Busverkehr in London ist nach meinem Empfinden äußerst chaotisch, weil sich die Busse im innerstädtischen Bereich auf Grund der Linien- und Fahrzeugdichte häufig selbst behindern und oft pulkweise auf den Hauptrouten verkehren. Entsprechend unübersichtlich ist die Haltestelensituation an den größeren Knotenpunkten. Überall trifft man auf die roten Doppeldeckerbusse von mehreren Betreibergesellschaften (Privatisierung lässt grüßen). Auf den innerstädtischen Buslinien 9 und 15 trifft immer noch einige der legendären Routemaster-Doppeldecker, wie hier am Picadilly Circus.

48. Routemaster an der St.Pauls Cathedral

49. Der Bahnverkehr wird von mehreren Systemen geprägt. Bei der U-Bahn (Underground) gibt es die großprofiligen "Subsurface Lines" in einfacher Tiefenlage, die ab den 1860er-Jahren erbaut und zunächst mit Dampf betrieben wurden. Stellvertretend hierfür die District-Linie im offenen Bahnhof South-Kensington.

50. bis 52. Dann gibt es die Tube Lines ("Röhrenbahn"), die mit kleinerem Profil insbesondere innerstädtische Citybereiche gut erschließen und bergmännisch errichtet wurden. Stellvertretend ein Blick in den Bahnhof Covent Garden der Picadilly Linie und in den Bahnhof "Elephant & castle der Bakerloo Linie, die noch ihre ursprüngliche Gestaltung bewahrt haben.



53. Ein S-Bahn-ähnlicher Vorort- und Umlandverkehr wird von mehreren Bahngesellschaften auf einem dichten Streckennetz angeboten. Den Südosten bedienen Züge der "South-Eastern" (Aufnahme im Bahnhof Abbey Wood).

54. Im Südwesten trifft man auf die "South-Eastern", hier bei der Einfahrt in den Bahnhof von Wimbledon.

55. Zug der "Overground" im Bahnhof Wapping der früheren East London Line, die bis 2010 als Subsurface-Linie betrieben und nunmehr ins Regionalnetz durchgebunden und an beiden Streckenenden verlängert ist. Gut sichztbar die Öffnung in der Tunneldecke, über die die einstigen Dampfzüge Dampf ins Freie ablassen konnten.

56. und 57. Erst im Jahr 1984 wurde mit dem Bau der Docklands Light Railway (DLR) begonnen, die zur Erschließung der Entwicklungsgebiete im ehemaligen Hafen eingerichtet wurde. Das 12 km lange Grundnetz ging 1987 in Betrieb und wurde seither kontinuierlich auf mittlerweile 4 Linien erweitert, die nächste Verlängerung folgt noch in diesem Jahr. Die Fotos zeigen die aufgeständerte Strecke bei der Station Canary Wharf.


Das ursprüngliche Londoner Straßenbahnnetz wurde in einer beispiellosen Stillegungsaktion in den Jahren 1950 bis 1952 restlos stillgelegt. Seither gehört der straßengebundene ÖPNV dem Bus. 1997 begann man im südlichsten Londoner Stadtbezirk mit dem Neuaufbau eines stadtbahnähnlichen Straßenbahnnetzes, welches seit 1999 im Raum Wimbledon und Croydon existiert. 3 Linien verkehren auf 4 Streckenästen in dichtem Takt, die auf den Außenabschnitten überwiegend ehemalige kreuzungsfreie Bahntrassen nutzen und deshalb eine hohe Reisegeschwindigkeit aufweisen. Eingesetzt werden24 Stadtbahnwagen vom Typ Flexity Swift (Bombardier Wien, Bj. 1998/99).
58. Das Logo der Tramlink, in der Form dem Underground-Logo nachempfunden (vgl. Bild 52)

59. Ausgangspunkt der Tramlink am Bahnhof Wimbledon, benutzt wird dort ein Bahnsteiggleis

60. Am nordöstlichen Endpunkt Beckenham der Linie 2

61. bis 63. Nahe der Haltestelle Arena verzweigen sich die Linien 1 und 2nach beckenham und Elmers End.



64. und 65. In Croydon wird die Straßenbahn richtungsbezogen durch verschiedene Innenstadtstraßen geführt, der Gleiskörper ist vollständig abgetrennt. Leider gab es in diesem Bereich in den letzten Wochen heftige Unruhen mit Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei, was zu einem mehrtägigen Stillstand der Tramlink führte. Unmittelbar an die Strecke angrenzend waren mehrere Gebäude in Flammen aufgegangen und mussten größtenteils vor einer Wiederaufnahme des Betriebes abgebrochen werden. Deshalb bot Tramlink am 20. und 21.08.2011 zur Wiederinbetriebnahme kostenlosen Verkehr auf ihren Strecken an.


66. und 67. Abschließend zwei Fotos von der 3-gleisigen Haltestelle Croydon George Street, ab der beide Fahrtrichtungen wieder auf einer Trasse vereint sind.


Wer mehr über die Verkehrsmittel in der britischen Hauptstadt erfahren will, schaut am besten hier nach: http://www.tfl.gov.uk/
und hier (mit weiteren Links http://de.wikipedia.org/wiki/Transport_for_London

Soweit mein Bericht aus England, Gruß Jürgen
 

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