Achenseebahn, wie geht es weiter ?
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Inntram-Forum -> Sonstige Eisenbahnen

Beitrag Nr. 1   | Achenseebahn, wie geht es weiter ? Autor: ZillerkrokodilStadt / Stadtteil:
Hall in Tirol
   |  BeitragErstellt: 16.02.2019 17:17
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Heute hatte ich im Tiroler Unterland zu tun, so dass ich auf dem Weg dorthin ein paar Fotos von Achenseebahn, Zillertalbahn und alter Hungerburgbahn schießen konnte .



Die gebraucht gekaufte Appenzeller Garnitur der Achenseebahn im Meterspurteil des Bahnhofes Jenbach .







Der Wagen der alten Hungerburgbahn macht sich immer noch gut :




Im 76cm-Teil des Bahnhofes Jenbach habe ich auch nach längerer Zeit den TW 1 (ex ÖBB 5090 001 ) am zur baldigen Abfahrt bereit stehenden Zug der Zillertalbahn gesehen .





https://www.tt.com/panorama/verkehr/15328859/der-fortbestand-der-achenseebahn-wird-diskutiert


Ich hoffe dass die Elektrifizierung der Achenseebahn und deren Verlängerung nach Pertisau zu stande kommt, selbst wenn die gebraucht gekaufte Appenzeller-Bahn-Garnitur bestenfalls eine kurzfristige Lösung ist .
Ich gllaube die Anrainer können ganz beruhigt sein, weil eine derartige "Zahnradstraßenbahn" sicher weitaus weniger Lärm erzeugt als die Dampfloks , von denen eine oder zwei in Betrieb bleiben sollten und vor Nostalgiezügen eingesetzt werden könnten .

LG Zillerkrokodil

Zuletzt bearbeitet von Zillerkrokodil: 16.02.2019 17:19, insgesamt einmal bearbeitet

Beitrag Nr. 2   | Re: Achenseebahn, wie geht es weiter ? Autor: Walter4041   |  BeitragErstellt: 16.02.2019 19:02
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Zillerkrokodil schrieb:

Ich gllaube die Anrainer können ganz beruhigt sein, weil eine derartige "Zahnradstraßenbahn" sicher weitaus weniger Lärm erzeugt als die Dampfloks , ...


Also, die Lärmentwickung ist mir bei der Achenseebahn noch nie negativ aufgefallen...

Beitrag Nr. 3   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 16.02.2019 21:29
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für eine elektrifizierung ist da wahrscheinlich kein potential aber wenn man sie elektrifiziert macht man das aushängeschild - älteste ausschließlich mit dampf betriebene zahnradbahn europas - kaputt... unter einem fahrdraht hat eine dampflok einfach nicht den gleichen charme wie auf einer leitungsfreien strecke...

Beitrag Nr. 4   |  Autor: lechStadt / Stadtteil:
Innsbruck Wilten
   |  BeitragErstellt: 17.02.2019 01:52
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Ich verstehe eigentlich nicht warum Kohlen-Antrieb für Alltags-Betrieb überhaupt noch erlaubt ist, von der Luftverschmutzung, vom Gestank und vom Lärm her. Anrainer möchte ich da jedenfalls nicht sein.
Man kann sich ja mit der Zillertalbahn zusammentun und Wasserstoff einsetzen, von mir aus samt künstlichem Dampf.

Beitrag Nr. 5   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 17.02.2019 10:29
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wie hat wer gesagt, naturschädlich aber nicht gesundheitsschädlich... um vieles gesünder was sich sonst rundum tut... und von den anrainern brauch einem kaum wer leid tun... wenn ich neben gleise baue, muss ich davon ausgehen, dass dort irgendwann mal eine bahn vorbei kommt... und die achenseebahn hat ja insofern keinen alltags betrieb mehr, sondern reines touristenaufkommen, sonst müsste man sofort parallel dazu die busse einstellen...

Beitrag Nr. 6   |  Autor: HagerStadt / Stadtteil:
Lans
   |  BeitragErstellt: 17.02.2019 13:04
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In Zeiten der Dekarbonisierung wird man so ein Vehikel schwer vertreten können. Eine moderne eklektische Zahnradbahn macht wahrscheinlich Sinn: direkte umweltfreundliche und auch nicht laute Verbindung Jenbach - Achensee und mit Umsteigen aus dem Zillertal und dem gesamten Tiroler Zentralraum.
Bei Anrainer ist das so eine Sache. Vielleicht sehen manche auch nur billigen Grund aus einer aufgelösten Bahnstrecke.

Zuletzt bearbeitet von Hager: 17.02.2019 13:05, insgesamt einmal bearbeitet

Beitrag Nr. 7   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 17.02.2019 16:07
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in wahrheit braucht es die bahn nicht, da oben ist zu wenig los.. also entweder touristenattracktion mit dampf oder bus... aber ich vertrete hier noch immer die meinung, solang man nicht alle anderen dreckproduzenten von hausbrand über inntalautobahn bis schienenersatzverkehre in den griff bekommen hat, kann man sich die achenseebahn ohne probleme leisten...

Beitrag Nr. 8   |  Autor: HagerStadt / Stadtteil:
Lans
   |  BeitragErstellt: 17.02.2019 21:40
    —
Dagegen spricht wohl die aktuelle wirtschaftliche Lage. Eine bloße Touristenattraktion darf aus meiner Sicht nur vom Tourismus finanziert werden, die oft sehr finanzstarken Tourismusverbände (Körperschaften öffentlichen Rechts mit eigenen Steuereinnahmen wie Kurtaxe und Abgaben aller Betriebe) müssten das dann eben leisten.
Nur gibt es auch genügend Tirolerinnen und Tiroler, die zum Achensee wollen (Wassersport, Karwendel) und die politische Zielsetzung, Gästeanreisen und Freizeitverkehr verstärkt auf die Bahn zu bringen. Man muss den Nahverkehr Tirol als Netz denken, den Fernverkehr mit Knoten Jenbach einbeziehen (so auch die Überlegungen zum Zillertal) und darf nicht andere Emittenten von Abgasen als Vorwand zum Nichtstun hernehmen. Zu drehen ist an allen Schrauben (z.B. Gas ist besser als Öl bei Heizungen). Beim Autoverkehr geht auch um Stäube aus Abrieben von Bremsen und Reifen. Wenn man eine Bahninfrastruktur hat, soll man sie nützen. Eine neue Aufbauen ist in Tirol schon wegen der knappen Grundstücke extrem schwer. Ich wage zu behaupten, dass eine neue Bahn vielfach überhaupt nur noch untertage geht (siehe die faktische Unmöglichkeit einer Bahnverbindung ins westliche Mittelgebirge).

Beitrag Nr. 9   |  Autor: Martin   |  BeitragErstellt: 17.02.2019 23:59
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Das sollte zu denken geben https://appenzellerbahnen.ch/de/unternehmen/medien/detail/studie-ueber-alternative-betriebsformen-lanciert.html

Wenn schon die Schweizer rumeieren anfangen (wobei ich nie verstand, warum bei der Bahn von Altsätten nach Gais die letzen 2km zum bahnhof abgebut wurden).
Es geht um diese Bahn und RHB sowie RhW.

Zusammen mit einem Ingenieurbüro klären die Kantone Appenzell Ausserrhoden und St.Gallen, ob kundenfreundlichere Alternativen zum heutigen Bahnangebot machbar und nötig sind. Geprüft werden Varianten, die von der Optimierung der heutigen Angebote über die Erschliessung mit Bussen bis hin zur Umstellung auf einen automatischen Bahnbetrieb reichen. Grund für die Über-prüfung sind sinkende Nachfragezahlen sowie eine tiefe Wirtschaftlichkeit. Die Ergebnisse liegen voraussichtlich Ende Juni vor.

@Hager Bahn untertage. Ja, das gilt für Straßen ebenso. Und Radwege wären auch nicht schlecht unterirdisch, da witterungsgeschützt (die die Idee ist nicht von mir). Auch Schiabfahrten blieben so schneesicherer.
Aber wenn wir so weitermachen mit dem Terraforming geht es vieleicht bald wirklich nur mehr unterirdisch http://www.zi.biologie.uni-muenchen.de/~franke/Marsh.htm
Als Troglodytenfreund habe ich für so was eine Schwäche, doch wenn ich es mir aussuchen dürfte, wäre das einzige was ich oberiridsch zulasse, die Eisenbahn. Notfalls mit Notrecht zwinkern

Zuletzt bearbeitet von Martin: 18.02.2019 00:06, insgesamt 2 mal bearbeitet

Beitrag Nr. 10   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 18.02.2019 13:32
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Hier geht es wieder um unterschiedliche Themen, welche differenziert betrachtet werden müssen:

- Wirtschaftlichkeit
Die aktuelle wirtschaftliche Situation der Achenseebahn, soweit aus den Medien zu entnehmen, dürfte äußerst schlecht sein. Die Gründe liegen sowohl bei den externen Rahmenbedingungen (offensichtlich zu geringe Attraktivität als Tourismusmagnet) als auch bei interner Mißwirtschaft (z.B. teurer Rechtsstreit mit dem früheren Geschäftsführer, Beschaffung der (aktuell sowie auf längere Sicht) unbrauchbaren Triebwagen). Die Eigentümerstruktur trägt auch nicht zur Verbesserung der Situation bei (was der (derzeitige) Hauptaktionär mit seiner Investition beabsichtigt, ist mir bis heute unklar (Geld kann man hier sicher kaum verdienen); bei den beteiligten Gemeinden dürfte sich die Freude ebenfalls in engen Grenzen halten; Pertisau wird kaum berührt und Achenkirch hat sowieso nichts von der Bahn).

Die Idee mit dem Nahverkehr dient also hauptsächlich dazu, wieder Mittel aus den Nahverkehrstöpfen zu ergattern. Uns allen dürfte klar sein, daß eine (derartige) Bahn als Nahverkehrsmittel immer nur mit hohen Subventionen betrieben werden kann. Das Kundenpotential ist äußerst gering (nur Eben und Maurach; für die dortigen (Öffi-)Pendler reicht locker ein Bus) und wäre nur mit großem Aufwand etwas erweiterbar (Verlängerung nach Pertisau). Auf der anderen Seite steht der gewaltige Investitionsbedarf (Elektrifizierung, Oberbausanierung (z.B. Achsdruck der Triebwagen deutlich höher als bei den heutigen Fahrzeugen), Adaptierung der Triebwagen (anderes Zahnradsystem, Zulassung für diese Strecke), Sicherung der Bahnübergänge, Bahnsteigbau, eventuell Verlängerung nach Pertisau). Für einen Ganzjahresbetrieb braucht man außerdem eine komplett neue Organisationsstruktur (qualifiziertes Personal anstelle von Hobbyeisenbahnern, Konzession etc.).
Auf Basis des Beförderungspotentials ist das alles pure Geldverschwendung.

- Umweltproblem
Das Problem der Rußwolke kann man mit vergleichsweise geringem Aufwand auch anders lösen. Es ist lediglich eine Umstellung beim Kraftstoff erforderlich. Folgende Alternativen stehen zur Verfügung:
Feuerung mit Heizöl: hier bleibt eine geringe Rußbelastung, diese ist bei korrektem Betrieb des Brenners nicht höher als bei umliegenden Hausheizungen; Nachtanken ist nicht so häufig erforderlich wie bei LPG, dafür ist die Umweltgefährdung durch auslaufenden Kraftstoff größer
Feuerung mit Flüssiggas (LPG): hier kann man die Staubemission fast auf 0 drücken; die Reichweite ist aufgrund der niedrigeren Energiedichte geringer, dafür hat man im Fall eines Gebrechens keine Wassergefährdung; die Remise muß aus Sicherheitsgründen (Gasaustritt) eventuell angepaßt werden

Mit beiden Maßnahmen kann man innerhalb vernüftiger finanzieller Grenzen den Dampfbetrieb als Attraktion aufrechterhalten und gleichzeitig das Emissionsproblem deutlich verringern.
Abzuklären bleibt, wer das verbleibende Defizit langfristig trägt (Fremdenverkehrsverband etc.)

Beitrag Nr. 11   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 18.02.2019 22:19
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ich denke das sollte man nicht nur als tourismusattracktion sondern auch als technik denkmal sehen.. dampfbetrieb wird immer seltener, insbesondere mit kohle, und mit entsprechender kohle kann man auch die emissionen reduzieren.... bis vor wenigen jahren ist die achenseebahn auch recht raucharm im vergleich gefahren, nur aufgrund der sparmaßnahmen wurden wieder billigere kohlen beschafft, und auch das erfahrene personal gegen leasingarbeiter ersetzt... folglich hat auch zum jahresende der betrieb kurzfristig eingestellt werden müssen, weil das material so herunter gefahren war, dass es nicht mehr betriebssicher war...
und dass hier auch momentan mit einer blauen führungsspitze in einer schwarzgrünen gegend nicht viel zu gewinnen ist, besonders wenn man ein talent, welches bereits bei anderne verkehrsbetrieben nicht unbedingt gloreich abgedankt hat, an die spitze setzt, lässt sich da einfach nachrechnen... auch wenn man bemühungen erkennen kann, aber der gewisse blick für das wesentliche hat wohl gefehlt...

Beitrag Nr. 12   |  Autor: sLAnZk   |  BeitragErstellt: 20.02.2019 12:42
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Generatorwagen wäre die Lösung - geringere Investitionen, Brennstoffzelle von der Zillertalbahn, innovativ und umweltfreundlich!
Wenn man schon im Zillertal keine Fahrleitung aufhängen kann, um wieviel weniger hier!
Die Anrainer haben wahrscheinlich Mut gefasst angesichts der Schwierigkeiten, man sollte aber keine Unklarheiten darüber zulassen, wer zuerst da war.

Beitrag Nr. 13   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 20.02.2019 13:17
    —
Meine Meinung zum Thema Brennstoffzelle habe ich bereits bei der Zillertalbahn dargelegt (teuer, unerprobt, kurzlebig, mit äußerst bescheidenem Wirkungsgrad). Aber vielleicht braucht man ja wieder ein Superlativ (Erste Schmalspur-Zahnradbahn der Welt mit Wasserstoff ... big grin ) für Marketingzwecke und zum Abgreifen von Fördergeldern.

Wenn man keine Fahrleitung spannen will, dann wäre ein Hybridfahrzeug das Mittel der Wahl: Ein kleiner Dieselgenerator, der einen Akkumulator ("Batterie") auflädt. Der Akku dient vor allem auch als Speicher für die Rückgewinnung der Bremsenergie beim Bergabfahren.
Die Technik kann man im (nicht benötigten) Gepäckabteil des Triebwagens unterbringen (siehe Bilder, vorbehaltlich der Gewichtsverteilung).

Aber generell halte ich die Idee des schienegebundenen Nahverkehrs unter diesen Randbedingungen (teure Sonderlösung mit Zahnrad, geringe Geschwindigkeit und vor allem kein Fahrgastpotential (Eben am Achensee hat inklusive Maurach und Pertisau (!) gerade einmal knapp über 3000 Einwohner) für Nonsense.

Eine halbwegs umweltfreundliche Dampfbahn als Tourismusattraktion mit Saisonbetrieb wäre vollkommen ausreichend.

Beitrag Nr. 14   |  Autor: sLAnZk   |  BeitragErstellt: 20.02.2019 18:01
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Im Gepäckabteil wäre natürlich noch eleganter. Wie man im Zillertal sehen kann, ist Nonsens kein Hinderungsgrund. - Touristenattraktion ist wirklich ausreichend, es müsste halt ordentlich gemacht werden, was ja durchaus möglich war - bis zuletzt, also über Jahrhunderte fast.

Beitrag Nr. 15   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 20.02.2019 21:18
    —
soweit ich das mitbekommen habe, würde die achenseebahn ja mit hybridantrieb planen, und nicht mit fahrleitungen....

Beitrag Nr. 16   |  Autor: Martin   |  BeitragErstellt: 20.02.2019 23:03
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Ich hätte mich ja schon sehr auf dieses System gefreut:
http://www.railroad24.de/images_bilder/ECF0D3C-1307286603.jpg

Beitrag Nr. 17   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 21.02.2019 10:27
    —
@Martin: Ja, das wäre die beste Lösung ... big grin

Hier das Ergebnis der Podiumsdiskussion:
https://www.tt.com/politik/landespolitik/15348521/achenseebahn-weiter-warten-auf-weichenstellung
Wie bei den beteiligten "Fachleuten" zu erwarten: Außer Spesen nichts gewesen ...

Und nun für alle Freunde des Wasserstoffantriebs:
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/hamburg-hochbahn-schafft-wasserstoffbusse-wieder-ab-a-1253009.html
Offensichtlich bin ich nicht der einzige, der bezüglich Brennstoffzelle skeptisch ist ... wink
Die Begründungen sind allerdings wenig aussagekräftig. Sicherheitsbedenken sind kaum nachvollziehbar, und daß Daimler nicht liefern kann, ist etwas nebulös. Meine Vermutung ist, daß die Brennstoffzellen am Ende sind und Daimler bzw. Ballard tatsächlich keine passenden Ersatzteile mehr produzieren oder daß man mit den Ersatzteilpreisen deutlich übertrieben hat (sprich nicht subventionierte, realistische Preise ganannt hat) ...

Beitrag Nr. 18   |  Autor: ZillerkrokodilStadt / Stadtteil:
Hall in Tirol
   |  BeitragErstellt: 21.02.2019 18:34
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Ingenieur schrieb:
Meine Meinung zum Thema Brennstoffzelle habe ich bereits bei der Zillertalbahn dargelegt (teuer, unerprobt, kurzlebig, mit äußerst bescheidenem Wirkungsgrad). Aber vielleicht braucht man ja wieder ein Superlativ (Erste Schmalspur-Zahnradbahn der Welt mit Wasserstoff ... big grin ) für Marketingzwecke und zum Abgreifen von Fördergeldern.

Wenn man keine Fahrleitung spannen will, dann wäre ein Hybridfahrzeug das Mittel der Wahl: Ein kleiner Dieselgenerator, der einen Akkumulator ("Batterie") auflädt. Der Akku dient vor allem auch als Speicher für die Rückgewinnung der Bremsenergie beim Bergabfahren.


Statt einem Dieselgenerator sollten bei so einer fahrleitungs-freien Lösung auch an beiden Endstellen ( Jenbach und Pertisau ) Ladestationen errichtet werden an denen die Fahrzeuge geladen werden könnten .

Beitrag Nr. 19   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 21.02.2019 20:28
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Reiner Akkubetrieb geht grundsätzlich auch. Zu überprüfen wären der Energiebedarf und damit die erforderliche Akkukapazität (Platz-, Gewichts- und Kostenfrage) vor allem auf der Bergfahrt (gerade bei langen Bergfahrten machen Akkus gerne frühzeitig schlapp, auch bei Elektrobussen; und mehr Akkugewicht heißt hier auch direkt mehr Energiebedarf) sowie die Ladezeiten und damit der Fahrplan bzw. der Garniturbedarf. Automatische Lademöglichkeit z.B. über kurzen Fahrdraht in den Endhaltestellen.

Wie heißt es im Lotto: Alles ist möglich ... (aber nicht alles ist sinnvoll ... big grin )

Zuletzt bearbeitet von Ingenieur: 21.02.2019 20:31, insgesamt einmal bearbeitet

Beitrag Nr. 20   |  Autor: sLAnZk   |  BeitragErstellt: 21.02.2019 21:16
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Man kann auch Fahrleitungen dort aufhängen, wo man sie nicht von weitem sehen kann... und die restliche Strecke mit kleineren Akkus überbrücken. Das wäre wahrscheinlich am vernünftigsten.
Der größere Teil der Steigung verläuft ja im Wald, dadurch sollte hier sehr viel möglich sein.
Wenn künftig die Gemeinden die Mehrheit haben sollten in der Gesellschaft, könnte man ja verschiedenes andere auch ändern.Die Achenseebahn und ihren historischen und authentischen Dampfbetrieb ganz eingestellt zu wissen täte mir leid. Vielleicht gelingt es, mit geeignet adaptierten Appenzeller Fahrzeugen der Bahn Mehreinnahmen zu verschaffen, die die Anschaffung geeigneterer Kohle ermöglichen.

Beitrag Nr. 21   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 21.02.2019 21:47
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Pardon, aber Mehreinnahmen (durch Ganzjahres-Nahverkehr) gibt es höchstens vom Steuerzahler. Ich wage zu behaupten, daß Nahverkehr auf dieser Strecke nicht einmal die laufenden Betriebskosten deckt. Das Pendlerpotential ist mehr als überschaubar, und diese fahren dann mit sehr kostengünstigen Zeitkarten. Touristen wird man mit Elektrozügen nicht anlocken.

Allein die Personalkosten für einen halbwegs dichten Ganzjahresfahrplan sind exorbitant. Von Instandhaltung, Kreditrückzahlung für die Ertüchtigung oder gar den Ausbau der Strecke und Adaptierung der Fahrzeuge etc. will ich gar nicht reden. Ein Vollkosten-Deckungsgrad von 20% ist wahrscheinlich schon sehr optimistisch geschätzt.

Also entweder ist der Steuerzahler sehr großzügig oder der Businessplan nicht umsetzbar. Die Gefahr ist groß, daß man mit einem derartigen Konzept den Untergang noch beschleunigt.

Nachtrag vom 22.02.:
https://www.tt.com/panorama/verbrechen/15353204/prozess-gegen-achenseebahn-nimmt-fahrt-auf
Also irgendwie frage ich mich, ob es Sinn macht, einer derartigen Gesellschaft unter diesem Führungsteam viele Millionen an Steuergeldern zur Verfügung zu stellen. Möglicherweise hätte ich beim Businessplan schon Zweifel an der Richtigkeit des Inhaltsverzeichnisses ... wink

Zuletzt bearbeitet von Ingenieur: 22.02.2019 12:53, insgesamt einmal bearbeitet

Beitrag Nr. 22   |  Autor: manniStadt / Stadtteil:
I-Arzl
   |  BeitragErstellt: 06.03.2019 19:18
    —
Ich sehe das schon so, dass die öffentliche Hand da durch Ausbau der Infrastruktur in Vorleistung gehen, aber auch langfristig eine Besiedelungsoffensive einleiten muss, die irgendwann Kostendeckung bringt.
Genau wie in der Metropolregion und im ganzen Inntal, wo die Raumplanung sich mittlerweile durchaus an den Schienenachsen orientiert, hat auch am Achensee die Landespolitik ihre langfristig wirkenden Steuerungsinstrumente. Die Gemeinden werden halt ihr Kirchturmdenken und Vorbehalte gegen Zuzug ablegen und mitwirken müssen. Ohne Aussicht auf mehr BewohnerInnen gibt's keine Bahn, das wäre Steuergeldverschwendung.

Beitrag Nr. 23   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 07.03.2019 11:55
    —
Dazu nun meine Frage: Wo soll die Bevölkerung herkommen, welche Du bei der Besiedlungsoffensive dort ansiedeln willst?

Österreich bewegt sich beim Bevölkerungszuwachs knapp über der Nullinie. Und dieser Zuwachs geschieht hauptsächlich in den großen Agglomerationen. Das Achenseegebiet ist eher abwanderungsgefährdet. Außer Saisonarbeitsplätzen im Tourismus gibt es sonst fast nichts. Neben Pensionisten und Zweitwohnungsbesitzern wohnt man dort nur noch, wenn man Grund, Haus oder Wohnung geerbt hat und sich den Umzug ins Inntal nicht leisten kann.

Derzeit kommt man locker mit einem Bus pro Stunde aus, mit Verdichtung lediglich am frühen Morgen. Bei 15 Kursen am Tag und 50% Auslastung (hoch geschätzt!) ergibt das ca. 400 Fahrgäste je Richtung und Tag. Selbst wenn man das verdoppelt, rechtfertigt das nie und nimmer den kompletten Neubau einer Bahnstrecke (und für den elektrischen Betrieb ist bis auf die Trasse ein kompletter Neubau erforderlich). Das wäre finanzieller Irrsinn (gut, den gibt es im Zusammenhang mit Politik häufiger ... big grin ).

Beitrag Nr. 24   |  Autor: Walter4041   |  BeitragErstellt: 07.03.2019 14:30
    —
manni schrieb:
Ich sehe das schon so, dass die öffentliche Hand da durch Ausbau der Infrastruktur in Vorleistung gehen, aber auch langfristig eine Besiedelungsoffensive einleiten muss, die irgendwann Kostendeckung bringt.
Genau wie in der Metropolregion und im ganzen Inntal, wo die Raumplanung sich mittlerweile durchaus an den Schienenachsen orientiert, hat auch am Achensee die Landespolitik ihre langfristig wirkenden Steuerungsinstrumente. Die Gemeinden werden halt ihr Kirchturmdenken und Vorbehalte gegen Zuzug ablegen und mitwirken müssen. Ohne Aussicht auf mehr BewohnerInnen gibt's keine Bahn, das wäre Steuergeldverschwendung.


IMHO soll man den öffentlichen Verkehr dort ausbauen wo Leute wohnen bzw. arbeiten und nicht Leute zwangsweise(?) dort ansiedeln wo sich irgendjemand eine ÖPNV-Trasse wünscht.

Beitrag Nr. 25   |  Autor: manniStadt / Stadtteil:
I-Arzl
   |  BeitragErstellt: 07.03.2019 15:02
    —
Walter4041 schrieb:
IMHO soll man den öffentlichen Verkehr dort ausbauen wo Leute wohnen bzw. arbeiten und nicht Leute zwangsweise(?) dort ansiedeln wo sich irgendjemand eine ÖPNV-Trasse wünscht.


Ja, das sehe ich grundsätzlich auch so.
Manchmal bietet es sich aber an, sich daran zu orientieren weil Schieneninfrastruktur vorhanden ist oder dank in der Nähe vorhandener Strukturen günstig geschaffen werden kann - das gilt für den Achensee, aber auch z.B. für das Mittelgebirge.

Beitrag Nr. 26   |  Autor: ZillerkrokodilStadt / Stadtteil:
Hall in Tirol
   |  BeitragErstellt: 07.03.2019 20:55
    —
manni schrieb:
Ich sehe das schon so, dass die öffentliche Hand da durch Ausbau der Infrastruktur in Vorleistung gehen, aber auch langfristig eine Besiedelungsoffensive einleiten muss, die irgendwann Kostendeckung bringt.


Mit der Besiedelungsoffensive gebe ich dir grundsätzlich recht, ich sehe es auch so dass Bauland bevorzugt in Bahnhofsnähe und an Bahnstrecken gewidmet werden soll .
Allerdings ist im Falle der Achenseebahn zu sagen, dass so eine Neubesiedelung nicht von heute auf morgen stattfinden wird .

Deswegen halte ich es für das beste so bald wie möglich mit der Elektrifizierung zu beginnen .


LG Zillerkrokodil

Beitrag Nr. 27   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 07.03.2019 22:40
    —
eventuell sollte man den achensee auch als naturjuwel nicht zupflastern, und wenn man sich die topographie hier anschaut, ist der bereich zum zubauen rect gering...von eben bis maurach ist nicht viel platz....

Beitrag Nr. 28   |  Autor: ZillerkrokodilStadt / Stadtteil:
Hall in Tirol
   |  BeitragErstellt: 12.03.2020 20:17
    —
https://tirol.orf.at/stories/3038247/

Nun scheint das Ende der Achenseebahn unmittelbar bevor zu stehen !

Auch wenn das Ende der Achenseebahn AG nicht mehr abwendbar erscheint, bin ich der Meinung dass das Land eine Auffanggesellschaft gründen sollte um zumindest die Bahntrasse, das Heizhausgrundstück und mindestens eine Lok mit Wagen ( als technisches Kulturerbe sichern sollte um später auf der Trasse eine moderne elektrische Zahnradbahn zu installieren .



LG Zillerkrokodil

Beitrag Nr. 29   |  Autor: Martin   |  BeitragErstellt: 12.03.2020 22:18
    —
Ja es wäre sehr wichtig die Trasse zu erhalten.
Ist die Bahn wirklich als Attraktion so irrelevant geworden, dass sich der TVB Achenseeregion nur mehr für das ebenfalls heftige Verluste einfahrenden Atoll interessiert?
Schade dass man die neue Geschäftsführung auflaufen hat lassen (aber daran dürften weniger das Land als die Hauptaktionäre schuld sein).
Ob der Erhalt bei einem Konkurs gewährleistet ist, wage ich zu bezweifeln. Das was Wert hat - für andere Nostalgiezahnradbahnen - wird wohl veräußert werden. Der Markt ist allerdings klein -ich wüsste auf die Schnelle nicht, welche Zahnradbahn mit Dampfbetrieb da wirklich kompatibel ist.
In Östereich nur spurweiten-, aber nicht systemmäßig. Am ehesten schien mir in nächster Nähe Rorschach Heiden geeignet. Weil die Steigungen ähnlich sind - nur in Geld schwimmen die auch nicht - sie ist trotz Elektrifizierung einstellungsbedroht. Was sonst in der Schweiz infrage käme (die Liste ist ja lang) weiß ich nicht.
Was noch?
Drachenfelsbahn (zu steil?)
Barmen-Tölleturm (da scheints einen Verein zu geben der die alten Bahn aufbauen will, wie ernst das ist weiß ich nicht)
Gaisbergbahn (blobt immer wieder mal als Projekt auf, halte ich aber für unwahrscheinlich das man die neu als Dampfbahn baut)

Vorläufig Retten wird man die struktur nur können wenn man sie auf irgend einem Wege vor dem Abbruch schützt.
Wenn man sie unter Denkmalschutz stellt kann das aber auch gehörig nach hinten los gehen, da dann Moderinsierungen eher unmöglich werden - ich erinnere mich noch an den denkmalschützerischen Aufschrei bei der Modernisierung der Monte Generoso Bahn.

Dieser ging es übrigens in den 30ér Jahren ähnlich schlecht wie der Achenseebahn heute:
Zit Wiki
Gottlieb Duttweiler, der Gründer des Detailhandelskonzerns Migros, erfuhr im März 1941 vom bevorstehenden Abbruch der Bahnstrecke. Spontan entschloss er sich dazu, sie zu kaufen – gegen den Willen der Migros-Direktion. Um sein Unternehmen nicht zu sehr zu belasten, gründete er daraufhin eine Genossenschaft. Über 3000 Personen beteiligten sich daran und zeichneten Anteilscheine zu je 25 Franken. Die Genossenschaft setzte die Anlagen instand und nahm den Bahnbetrieb wieder auf. Durch die Senkung des Fahrpreises um fast zwei Drittel konnte bereits im ersten Jahr ein Anstieg der Fahrgastzahlen um das Neunfache verzeichnet werden, was das langfristige Fortbestehen der Bahn garantierte.

Eine Lösung für die Achenseebahn?

Zuletzt bearbeitet von Martin: 12.03.2020 22:19, insgesamt einmal bearbeitet

Beitrag Nr. 30   |  Autor: manniStadt / Stadtteil:
I-Arzl
   |  BeitragErstellt: 13.03.2020 00:52
    —
Nach der Potenzialstudie kann man leider nur zu einem Schluss kommen: es wird hier nur noch eine Museumsbahnlösung durch private Initiativen in Frage kommen. Da braucht es gute Ideen, Sponsor*innen, vielleicht ein Crowdfunding. Das Fahrgastpotenzial und damit der Verkehrswert sind einfach zu gering für öffentliche Finanzierungsinstrumente wie die Nebenbahnförderung.
Ich hoffe es findet sich ein entsprechender Personenkreis zusammen. Diesen Förderverein gibt es ja schon mal: http://www.achenseebahn.at/index.php/F%C3%B6rderverein_der_Achenseebahn.html

Zuletzt bearbeitet von manni: 13.03.2020 00:54, insgesamt einmal bearbeitet

Beitrag Nr. 31   |  Autor: sLAnZk   |  BeitragErstellt: 13.03.2020 07:15
    —
Ich erinnere mich, dass es immer schon fordernd war, die Gesellschaft am wirtschaften zu halten, daher sind ja auch die Maschinen und Wagen noch Original (in der Art des Hubschraubers).
Wahrscheinlich hat es einfach die neuen Wagen finanziell nicht getragen.
Die Lösung wäre eventuell, die Gesellschaft in Landesbesitz zu übernehmen gemeinsam mit den interessierten Gemeinden und dafür zu sorgen, dass wieder der touristische Betrieb ins Laufen kommt und funktioniert.

Beitrag Nr. 32   |  Autor: HagerStadt / Stadtteil:
Lans
   |  BeitragErstellt: 13.03.2020 08:56
    —
Man muss hier realistisch bleiben:
Jenbach ist ein Industrie und keine Tourismusgemeinde. Vom Achenseestourismus hat die Gemeinde nichts. Ebenso wenig hat sie für Jenbach einen Nahverkehrsnutzen. Keine Ahnung, welche Fahrzeiten Jenbach/Bahnhof - Pertisau (Verlängerung!) bei einer Elektrifizierung möglich gewesen wären. Letztlich entscheidet die Verkehrsmittelwahl im Nahverkehr primär die Fahrzeit dann die Frequenz. Aber das wird auch bei anderen Bahnstrecken in Tirol nach wie vor negiert.

Beitrag Nr. 33   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 13.03.2020 18:47
    —
sagen wir so, wenn die bahn den betrieb nicht rechtzeitig aufnimmt, dann war es das, die konzession ist weg, und heute eine dampfbahn neu zu konzessionieren wird es eher nicht spielen, besonders eine dampfzahnradbahn...

dass man hier einfach kulturgut so weg schmeißt.. die älteste ausschließlich mit dampf betriebene zahnradbahn europas.. und im gegensatz zu den östlicheren Zahnradbahnen fährt diese wenigstens von einer destination zu einer anderen und nicht nur zu einem gipfel... dass es sich hier um 400k€ spießt wo auf anderer seite mal millionenweise sinnlos in die luft gepulvert wird... sehr enttäuschend..

Beitrag Nr. 34   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 14.03.2020 23:26
    —
Die Achenseebahn hat den Untergang einerseits sich selbst zuzuschreiben. Wahnwitzige Projekte wie die Elektrifizierung, der Ankauf unbrauchbaren Schrotts aus der Schweiz, der teure Rechtsstreit mit dem Ex-Geschäftsführer, haben bedeutend zur leeren Kasse beigetragen. Der private Mehrheitseigentümer hat möglicherweise geglaubt, er könnte über das Anzapfen von Steuergeldern für die Nahverkehrsförderung für sich ein Geschäft aus der Bahn machen. Dazu kam ein unfähiger Geschäftsführer und ahnungslose Aufsichtsräte aus den Gemeinden.

Andererseits hatte die Bahn kaum jemals wirklich Potential für eine eigenständige Existenz. Es gab während ihres Bestehens nie mehr als 120.000 Fahrgäste im Jahr (ausgenommen 1943 und 1944), mit zuletzt auch aufgrund der Mißwirtschaft (ausgefallene Züge, defektes Rollmaterial) fallender Tendenz.
Zum Vergleich: Die Zillertalbahn befördert mehr als 2,8 Millionen Passagiere im Jahr. Ein Betrieb der Achenseebahn wäre nur als reines Tourismusprojekt in Kombination und mit Querfinanzierung durch die Achenseeschiffahrt denkbar, sowie subventioniert durch die Fremdenverkehrsverbände. Ob der Nutzen im Tourismus dafür groß genug ist, wage ich zu bezweifeln. Auch fehlt, vornehm ausgedrückt, der Rückhalt in der lokalen Bevölkerung.
Darüber hinaus erfordern die Umweltprobleme umfangreiche Investitionen in das Rollmaterial (Umstellung auf einen Brennstoff mit weitgehend rußfreier Verbrennung).

Aufgrund der aktuellen Entwicklung dürfte das Steuergeld jedoch an anderer Stelle weitaus notwendiger sein, womit die Bahn wohl als Kollateralschaden der aktuellen Krise in die Geschichte eingehen wird.

Zuletzt bearbeitet von Ingenieur: 14.03.2020 23:31, insgesamt einmal bearbeitet

Beitrag Nr. 35   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 15.03.2020 08:12
    —
naja gut für einen unfähigen geschäftsführer der durch einen semiblauen putsch dran kommt, kann die bahn an sich nix.. das war ja leider eine twoman show in dem fall...

wenn man die bahn auf rußfreieren brennstoff umstellt (wobei das bisschen ruß ja jetzt im inntal auch nicht wirklich mehr weh tut), dann dürfte die bahn halt auch baldmal fahrgastlos sein... die meisten kommen halt doch wegen dem dampferlebnis.. wie geschrieben, hier ist nicht wirklich viel potential, also muss man halt mit allem punkten was man hat... dass man zuerst billig an den bahngrund baut, und dann sich wundert, dass da was vorbeidampft, ist halt eine andere thematik, da brauch die bevölkerung jetzt nicht wirklich entsetzt sein...

aber wenn man an einen schreihals ans werk lässt, der es schafft, dass schiff und bahn mit der zillertalbahn anstatt der achenseebahn gespielt wird, dass keiner in der gemeinde mehr redet, dass man aus allen fördermitteln rausfällt, der mit der mannschaft so umgeht dass fast alle erfahrenen weg sind, der sich damit brüstet, die wasserdurchlässe zu bereingen während die bahn selbst den bach hinunter geht.. das ende war seit 2013 absehbar...

Beitrag Nr. 36   |  Autor: ZillerkrokodilStadt / Stadtteil:
Hall in Tirol
   |  BeitragErstellt: 22.03.2020 12:55
    —
https://www.openpetition.eu/at/petition/online/rettet-das-kulturerbe-achenseebahn

Hier gibt es die Möglichkeit zu unterschreiben !


Ich habe es bereits getan und hoffe dass es einen Erfolg bringt !



LG Zillerkrokodil

Beitrag Nr. 37   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 22.03.2020 14:41
    —
hoffe auch, dass man nicht dieses eisenbahnjuwel versandeln lässt... aber das zeigt halt mal wieder das provinziale kulturverständnis österreichs, dass man technik nicht als teil der geschichte und kultur sieht und keinen stolz auf das erreichte hat... besser wer schlägt sich selbst den schädl an eisenplatten ein, aber man kann es als kunst verkaufen...

Beitrag Nr. 38   |  Autor: bahnbauerStadt / Stadtteil:
innsbruck pradl
   |  BeitragErstellt: 23.03.2020 10:18
    —
eisenbahnjuwel hin oder her, es braucht einen kassasturz
- erneuerungsbedarf (fahrzeuge und strecke)
- vorhandenes vermögen
- nachhaltiges konzept (keine idee) für den touristischen betrieb erstellen
- ...
alles zusammennehmen und durch eine unabhängige gruppe/unternehmen prüfen lassen.

Beitrag Nr. 39   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 23.03.2020 19:38
    —
ja das auf jeden fall, statt kohlen euroscheine reinschauffeln kann nicht sein, aber bevor der etwas lautere GF die bahn geführt hat, ist sie eigentlich auch sehr gut über die runden gekommen, nur wenn man mit dem geldgeber streitet und danach mit dem fachpersonal bis es nicht mehr da ist, dann ist das bei tetris level 9 mit vorbelegung 5... des wird reichlich eng..

Beitrag Nr. 40   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 25.03.2020 11:54
    —
Der nächste Schritt in Richtung endgültiges Ende ist getan:
https://www.tt.com/artikel/30725323/achenseebahn-muss-insolvenz-anmelden-weiterfuehrung-unklar
Leider, aber in der aktuellen Situation unvermeidbar.

Beitrag Nr. 41   |  Autor: sLAnZk   |  BeitragErstellt: 25.03.2020 13:42
    —
Scheinbar sind die Umlandgemeinden irgendwie emotional noch dabei - also aller Tage Abend ist noch nicht. Vielleicht gelingt es, die Akteure, die das Unternehmen aus dem zugegeben prekären Gleichgewicht gebracht haben, loszuwerden und neu anzufangen. Wollen wir das beste hoffen.

Beitrag Nr. 42   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 25.03.2020 18:49
    —
wennn die gemeinden ein gutes wort einlegen, dann kann man nur hoffen dass doch noch irgendwo ein JAchenseebahn steht..

Beitrag Nr. 43   |  Autor: HagerStadt / Stadtteil:
Lans
   |  BeitragErstellt: 03.04.2020 11:15
    —
Dafür erneuert man in der Schweiz die Gotthardbahn - Matterhornbahn

https://www.stadlerrail.com/de/media/article/27-neue-zuege-bis-2028-stadler-und-matterhorn-gotthard-bahn-unterschreiben-vertrag-ueber-neues-rollmaterial/729/

Beitrag Nr. 44   |  Autor: sLAnZk   |  BeitragErstellt: 03.04.2020 16:57
    —
Die Matterhorn-Gotthard-Bahnen unterscheiden sich in einem wesentlichen Aspekt von der Achenseebahn, denn man kann sie sich nicht wirklich wegdenken, ohne den Betrieb in der Gegend nachhaltig zu beeinträchtigen, man transportiert Schifahrer in Schigebiete, Urlauber um Zermatt u.a.m., betreibt ein Streckennetz von 144 Kilometern, das heißt man ist sinnvoller Nahverkehr und alternativlose Touristik-Infrastruktur, denn auf den Gornergrat wird bis auf weiteres kein Postbus fahren.

Der Wert der MGB ist kein rein historischer, eher vergleichbar in der Schweiz ist ein Betrieb wie die Brienz-Rothorn-Bahn, die allerdings neben einem technischen Aspekt auch ein Alleinstellungsmerkmal haben, das auch technisch groteskerweise desinteressierte Reisende anzusprechen in der Lage ist, nämlich die Gegend, die Aussicht, das Rothorn. Selbst diese Bahn allerdings kämpft.

So bliebe die Achenseebahn darauf angewiesen, ihre vergleichsweise beengte Nische so zu füllen, dass sie überleben kann, was bis vor relativ wenigen Jahren mithilfe der Förderungen des Landes und engagiertem Einsatz der Leute bei der Bahn ja noch möglich war. Hoffentlich kann diese Situation wiederhergestellt werden, hoffentlich lernt man aus den Fehlern der vergangenen Jahre.

Beitrag Nr. 45   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 05.04.2020 19:16
    —
naja die zeit wird knapp... sobald die konzession weg ist...

traurigerweise hat einfach österreich für den technikaffinen teil der kultur nicht wirklich was übrig, bzw soviel übrig, dass man das als exponant im museum sich anschauen kann, aber bitte ja nicht in live... das erlebnis zählt hier nichts... evtl hätte man sich auch das haus der musik sparen können und besser in eine online bib investiert, in der man sich notenblätter anschauen kann.. mit dem geld hätte man die achenseebahn retten, restaurieren und zweigleisig ausbauen können...

Beitrag Nr. 46   |  Autor: bahnbauerStadt / Stadtteil:
innsbruck pradl
   |  BeitragErstellt: 05.04.2020 19:36
    —
Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre,... und dann noch Konjunktiv mit hätte. Mir wird schlecht.
Die Achenseebahn ist ein Kleinod. Gewisse Sachen verschwinden einfach mit der Zeit, wenn das Interesse schwindet oder die finanziellen Mittel dem Ende zu gehen. Nachdem in den letzten Jahren immer wieder Probleme bei der Bahn aufgetreten sind und sich bis dato niemand gefunden hat, der die Bahn retten kann oder will, muss man sich wohl damit abfinden, dass die Achenseebahn verschwindet. Traurig, aber wahr.
Stets Vater Staat oder das Land anrufen, ist insbesondere in der heutigen Zeit, keine Lösung.

@Admiral: Man hätte auch die alte Hungerburgbahn stehen lassen können. Technisch so bedeutend - heute weint niemand den alten Fahrzeugen nach. Wie viel hat die Tram in Innsbruck in den letzten Jahrzehnten gekostet? Da hätte man....

Beitrag Nr. 47   |  Autor: HagerStadt / Stadtteil:
Lans
   |  BeitragErstellt: 05.04.2020 20:39
    —
Den Hinweis auf die Kosten der Straßenbahn verstehe ich nicht. Wenn damit gemeint war, auch das ist defizitär und daher zu lassen, dann kann man gleich den ganzen ÖV abschaffen und ein Verkehrssystem a la USA aufziehen.
Es geht wohl darum, Ziele zu definieren (z.B. Umwelt) und die damit verbundenen Kosten als gewollt oder nicht. Das ist zutiefst eine politische Entscheidung. Wie man das Ziel möglichst kostengünstig erreicht, ist eine Frage der Effizienz (Planung, Bau, Betrieb) und durchaus mit Unsicherheit und ständigem Anpassungsbedarf versehen.
Für die Achenseebahn heißt das:
a) hat / kann sie außer Tourismus einen Nutzen haben (Zielbestimmung), was ist uns das alles (je nach Ziel) an Geld wert (Kostenabwägung)
b) als Museum - muss man sie betreiben oder genügt der Bahnhof mit eine paar Meter Gleisen? Im Übrigen gilt auch hier das zu a) Gesagte.

Beitrag Nr. 48   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 06.04.2020 19:18
    —
hager, ich denke, bahnbauer spielt drauf an, dass man sich einfach bei der aktuellen umsetzung das geld für die strab sparen hätte können, da der schienenbonus ziemlich schleißig ausgebremst wordne ist...

Beitrag Nr. 49   |  Autor: sLAnZk   |  BeitragErstellt: 07.04.2020 05:32
    —
bahnbauer schrieb:
. Technisch so bedeutend - heute weint niemand den alten Fahrzeugen nach....

Die Wagen, deren einer in Jenbach steht, waren aus den 80er Jahren. Interessant waren andere Details der klassischen Hungerburgbahn, aber mit Technik ist es halt schwierig.
Beim Umbau der Nordkettenbahn war ein Kurator des Technischen Museums Wien auf der Seegrube, aber die wirklich interessanten Geräte waren da schon verschrottet.

Beitrag Nr. 50   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 08.04.2020 20:37
    —
nur dass bei der nordkettenbahn eine andere ausgangslage war...die wollte man ersetzen, mit taktik der verbrannten erde

Beitrag Nr. 51   |  Autor: sLAnZk   |  BeitragErstellt: 09.04.2020 14:15
    —
Richtig. Man hat sogar den Gemeinderat unter Druck gesetzt und (erfolgreich) zu manipulieren versucht. Schon bitter. Dieses legal-illegal-scheißegal ist echt Für-Innsbruck-Tradition, man vergleiche die illegalen Rodungen am Kofel zu Baubeginn der Umlaufbahn.

Aber dass man damals bei der Nordkettenbahn nicht wenigstens von Seiten der Stadt versucht hat, die alten Maschinchen unterzubringen, werde ich nicht so schnell verstehen.

Beitrag Nr. 52   |  Autor: sLAnZk   |  BeitragErstellt: 09.04.2020 14:20
    —
Anderes Thema, übrigens: was ich nicht ganz verstehe, war zuletzt die Weigerung, die Appenzeller Wagen zu verkaufen.
Ist doch der Nahverkehr als Einnahmequelle wirklich keine Option, braucht man auch diese Fahrzeuge nicht. Ich will hoffen, dass man einfach einen Spekulanten, der sich an der Notlage bereichern wollte, abgewehrt hat.

Beitrag Nr. 53   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 10.04.2020 15:28
    —
lt TT wollte man ja die fahrzeuge verkaufen, aber nimmt nicht an, dass man einen käufer dafür findet...
ich denke der verkauf hat sich eher um beiwagen der AB selbst gedreht

Beitrag Nr. 54   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 10.04.2020 17:34
    —
Diesen Schrott nimmt höchstens noch die Fa. Ragg in Hall. Ob es dafür auch Geld gibt, hängt davon ab, ob in den Fahrzeugen noch irgendwo Asbest zu finden ist. In diesen Fall nimmt sie auch der Ragg wahrscheinlich nicht einmal geschenkt.

Beitrag Nr. 55   |  Autor: sLAnZk   |  BeitragErstellt: 10.04.2020 21:19
    —
War es nicht immer so, dass der Asbest in der Schweiz entfernt werden hat müssen, damit solche Fahrzeuge exportiert werden haben dürfen (wie etwa bei den Trogener Wagen für den Ritten?)

Ich denke ohne die historischen Fahrzeuge ist der Betrieb mausetot. Das braucht man nicht einmal probieren.

Beitrag Nr. 56   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 11.04.2020 11:20
    —
evtl könnte man das alte konzept auf dauer ausgraben, zw eben und pertisau mit anderen zugfahrzeugen einen historischen nahverkehr aufbauen (evtl auch elektrisch betrieben), und auf der steilstrecke nach wie vor mit dampf auf und nieder.. aber ganz eindeutig.. für ÖV wird das niemand so schnell verwendenn von jenbach zum see... ideal wäre natürlich für atollbesucher eine fahrt von der pertisau ins atoll oder ähnliches.. besonders an regentagen (von denen es ja am achensee den einen oder aneren gibt)...

Beitrag Nr. 57   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 11.04.2020 15:16
    —
Die gute Nachricht vom Tag: Es geht mit Steuerzahlers Hilfe (stark gebremst) weiter:
https://www.tt.com/artikel/30728026/land-tirol-will-insolvente-achenseebahn-erhalten
Hoffentlich findet sich irgend eine integre Führungskraft, die sowohl technisch als auch wirtschaftlich den notwendigen Sachverstand besitzt und in der Lage ist, in den kommenden Monaten ein tragfähiges Zukunftskonzept auszuarbeiten (ohne Nahverkehrsträumereien, ohne nicht finanzierbare Ausbaupläne und im soweit möglichen Konsens mit den Anrainern).

Beitrag Nr. 58   |  Autor: ZillerkrokodilStadt / Stadtteil:
Hall in Tirol
   |  BeitragErstellt: 11.04.2020 15:17
    —
https://tirol.orf.at/stories/3043616/

Es scheint doch weiterzugehen ! big grin

Beitrag Nr. 59   |  Autor: ZillerkrokodilStadt / Stadtteil:
Hall in Tirol
   |  BeitragErstellt: 11.04.2020 15:26
    —
Ingenieur schrieb:
(ohne Nahverkehrsträumereien, ohne nicht finanzierbare Ausbaupläne und im soweit möglichen Konsens mit den Anrainern).


Ich hoffe doch dass eine Elektrifizierung und eine Verlängerung nach Pertisau mit neuen, wirklich geeigneten Triebwägen - mit Platz zum Transport von Wassersportgeräten, Fahrrädern etc. - mittel-bis langfristig weiterhin beabsichtigt werden , auch wenn es zunächst gilt den bestehenden Betrieb zu erhalten .
Freue mich schon auf die Wiedereröffnung , ich werde die Achenseebahn in Hinkunft öfters benutzen .


LG Zillerkrokodil

Beitrag Nr. 60   |  Autor: HagerStadt / Stadtteil:
Lans
   |  BeitragErstellt: 11.04.2020 18:51
    —
Bei Transportmöglichkeiten mit Fahrrädern oder Wassersportgeräten bis Pertisau hätte auch das Zillertal (auch mit seinem Tourismus) über die ZVB nutzen. Ebenso könne man von Innsbruck an den See fahren ...

Beitrag Nr. 61   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 11.04.2020 18:56
    —
wenn man sich ehrlich ist, die achenseebahn lebt zum einen von ihrem dampferlebnis und zum anderen in der szene von den original dampfern... eine elektrifizierung wird hier nicht wirklich was bringen..
wobei auf der flachstrecke eine elektrifizierung mit 3kV AC 50Hz natürlich sehr reizvoll wäre, dafür gäbe es ja noch 3 gut ausgerüstete triebwagen, die ein entsprechend nostalgisches flair verbreiten täten zwinkern

Beitrag Nr. 62   |  Autor: ZillerkrokodilStadt / Stadtteil:
Hall in Tirol
   |  BeitragErstellt: 12.04.2020 10:39
    —
Aber eben mit einer Bahnlinie auf der nur Dampfloks fahren wird man werbetechnisch unter den meisten Leuten , darunter viele Familien mit Kinder die am Achensee schwimmen gehen nicht viel erreichen .

Die Leute denken nämlich " warum soll ich mein Auto zu hause lassen und mit einem Zug gezogen von einer Dampflok fahren, die den CO2 Ausstoß von ganz vielen Autos hat " .

Wenn es sich hingegen herumspricht dass es von Jenbach ÖBB bis nach Pertisau eine elektrische Regional-Bahn gibt die zudem noch viel Platz für die Beförderung von Fahrrädern und Wassersportgeräten hat dann zieht das viel mehr .

Man könnte das ganze mit einem netten Logotier bewerben Z.b. "Achensee-Sharky", um so wieder bakannt zu werden .

Ein-zwei Dampfloks und Wagen für einen Gelegenheitsverkehr sollten allerding erhalten bleiben .


LG Zillerkrokodil

Zuletzt bearbeitet von Linie O: 12.04.2020 12:12, insgesamt einmal bearbeitet

Beitrag Nr. 63   |  Autor: bahnbauerStadt / Stadtteil:
innsbruck pradl
   |  BeitragErstellt: 12.04.2020 11:19
    —
Zitat:
Zillerkrokodil Fahrrädern und Wassersportgeräten

Was auch immer du unter den Wassersportgeräten verstehst? Woher kommen diese Sportler? Wie reisen die an? Sicherlich nicht mit der ÖBB. Also wenn ich kiten, tauchen oder sup machen würde, dann fahre ich sicher mit dem Auto bis zum See und schleife das Material nicht hinter mir her.

Sind wir doch ehrlich:
- damit wirklich viele Menschen mit der Achenseebahn fahren würden, müsste man die Strecke elektrifizieren und
neue Fahrzeuge ankaufen. Wie hoch wäre der Bedarf? Kann das nicht ein Bus viel billger?

Beitrag Nr. 64   |  Autor: lechStadt / Stadtteil:
Innsbruck Wilten
   |  BeitragErstellt: 12.04.2020 11:31
    —
Antriebsmäßig könnte man sich ja mit der Zillertalbahn zusammentun, Wasserstoffmäßig, und EU-Förderung mit Anzapfen. Wasserkraft-Strom gibt's ja auch am Achensee.

Einzelne würden damit schon zum Schwimmen fahren (vgl. Stu-Bay, eine Handvoll Fahrgäste an Hochsommertagen), aber die Grundlast wären sicher weiter Touristen und Schmalspurfans. Außer man schafft es Pendler-Funktionalität abzudecken, aber das kann ich mir nur schwer vorstellen.
Ich würde auch öfter mal Ausflüge dorthin machen, aber nicht solange dafür Kohle oder Diesel verbrannt wird.

Beitrag Nr. 65   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 12.04.2020 19:30
    —
Zillerkrokodil schrieb:
Beförderung von Fahrrädern und Wassersportgeräten

Ich vermute, Du weißt, was eine Surf-, Kite- oder Tauchausrüstung wiegt und wie sperrig sie ist. Und Du glaubst tatsächlich, irgend jemand halbwegs Vernüftiger schleppt die Gerätschaften z.B. in Innsbruck zuerst zum Bus, dann am Hbf zum Zug, in Jenbach zur Achenseebahn und schließlich von der Bahn über Kilometer zur Einstiegsstelle? Diese Einstiegsstelle liegt in fast allen Fällen, Schwimmer ausgenommen, am Ostufer des Sees unterhalb der Bundesstraße, wo man erst vor wenigen Jahren einen großen Parkplatz errichtet hat. Und dort fährt nie ein Bahn hin.
Selbst die Schwimmer kommen lieber mit dem Auto, weil viel schneller und vor allem billiger. Also wenig Aussicht auf Erfolg.
lech schrieb:
vgl. Stu-Bay, eine Handvoll Fahrgäste an Hochsommertagen

Genau, und dafür baut man sicher keine sehr teure, vollkommen neue Zahnradbahn.
Die einzige Möglichkeit sehe ich in einer gemeinsamen Gesellschaft mit der Achensee-Schiffahrt, mit entsprechenden Kombinationsangeboten und Quersubventionierung. Technisch ist der Dampfbetrieb vorgegeben, allerdings mit umweltverträglicherer Feuerung. Die realistischste Variante wäre Flüssiggas mit den Tanks auf dem Dach der Wagen oder ebendort unterflur. Die Lok kann für kurze Verschubmanöver auch ohne Feuerung fahren, das Vorheizen würde elektrisch erfolgen. Aus Sicherheitsgründen müssen die Gastanks im Freien bleiben und dürfen nicht in die Remise.

Ganzjähriger Nahverkehr ist Illusion, dafür gibt es kein Potential. Die Einwohnerzahlen von Eben, Maurach und gegebenenfalls Pertisau habe ich schon irgendwann hier gepostet. Darüber hinaus sind diese Siedlungen sehr weitläufig und die Bahn zu Fuß für viele nicht attraktiv erreichbar.
Und die Intention so mancher Fans hier verstehe ich nicht ganz. Einerseits soll es weitgehend historich bleiben, andererseits die Strecke elektrifiziert und im Nahverkehr betrieben werden. Das paßt nicht zusammen ...

Beitrag Nr. 66   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 13.04.2020 07:17
    —
und wenn man mal die schwimmer und wanderer beiseite lässt, der achensee ist ein luxustourismusgebiet... die fahrzeuge die da oben so am weg sind, da hat man das gefühl, dass die achenseebahn eher das saubere verkehrsmittel der wahl ist..

Zitat:
Und die Intention so mancher Fans hier verstehe ich nicht ganz. Einerseits soll es weitgehend historich bleiben, andererseits die Strecke elektrifiziert und im Nahverkehr betrieben werden. Das paßt nicht zusammen ...


ich denke die strecke kann man aus 2 gesichtspunkten sehen ähnlich der rittnerbahn damals... die steilstrecke, welche sicher 0 potential für ÖV hat, und dann die flachstrecke, sofern man sie in die pertisau verlängert, die insofern etwas feinverteilung im gelände machen könnte... dass man dafür mehr als historisches rollmaterial benötigen würde, glaub ich allerdings auch nicht, aber mit einem gaskocher für die flachstrecke wäre da auch noch dampfbetrieb gegeben, und man würde dazu die zahnradloks schonen, die ja eigentlich nicht für den streckenteil entworfen worden sind.. und wie du schreibst, in summe ist die alte achenseestraße das schwimmrevier, hier könnte man eher pertisau an das atoll anschließen, dass die leute die paar meter rüber watscheln..

auf jeden fall denke ich, dass ein umrüsten der dampfloken auf gas oder ölkocher von den meisten als genauso spannend wie ein e-antrieb empfunden wird...

Beitrag Nr. 67   |  Autor: Martin   |  BeitragErstellt: 13.04.2020 10:01
    —
Atoll....dazu müsste man die Station Seespitz aktivieren. dzt. Gehstrecke ab Endbahnhof ca. 1,2km, ab Seespitz ca. 750m.

Ich weiß allerdings nicht, ob jemanden eine Dampfbahn bloß in der Flachstrecke interessiert - um sie mal über die nächsten Jahre rüberzuretten vielleicht; aber Reiz des Dampfbetriebs war, dass man bie der Fahrt rauf der Lok die Anstrenung angesehen hat.
Ich miene noch immer, dass die ca. Steilstrecke das beste ÖV Potential hätte und der Rest tatsächlich verzichtbar bzw. komplett umzutrassieren wäre (frommer Wunsch und nicht machbar, da das Atoll von Biotopen eingekesselt ist).
Die 3,4km Lange Steilstrecke wäre im Elektrobetrieb im Mittel in 10 Minuten (8 Minuten rauf, 12 Minuten runter) zu fahren; der Bus braucht 17 Minuten. Zwar erschließt der Bus Wiesing mit, wer aber weiß, wie der Bus in der Hochsaison fährt (Pressvoll eben bis Jenbach), weiß auch, dass die Hst dazwischen nur auf dem Papier bestehen.

Zeithorizont für diese "Visionen" 20 Jahre, denke ich.

Jetzt geht es darum, dass die Bahn mal irgendwie fährt. Wenn man also momentan im ebenen mit der Bimmelbahn rumfährt (der Fahrpreis muss dann aber gleich bis günstiger als der VVT Tarif sein) so mag das ein Strategie sein die aufgeht. Wenn man da aber mehr Fahrpreis verlangt, dann kann man gleich zusperren.

Was haltet ihr i.Ü. vom Verhalten des Landes? Ich war zuerst (wie es zum Konkursantrag kam) sehr verärgert - nun meine ich, dass die Vorgangsweise fast schon ein Husarenstück ist, um die alten Aktionäre auszuhebeln - in der neuen Gesellschaft werden die Gemeinden drin hocken, die muss man also bei den alten Aktien nicht ausbezahlen...so würde von den 3,4 Mio euro effektiv mindestens die Hälfte für die Bahnsanierung übrig bleiben.

Der alte Betriebsleiter Marchi tut leid - das wird aber im Konkursverfahren zu klären sein. ausständige Gehälter und Abfertiugungen gehören ja auch zu diesem Verfahren.

Welche Rolle der neue Betriebleider Uhlig spielt bin ich auch neugierig.

Beitrag Nr. 68   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 13.04.2020 15:20
    —
Zum Thema Insolvenz:
Nach Abschluß des Insolvenzverfahrens wird die Firma in der Regel aufgelöst. D.h., die Aktionäre erhalten nur noch den Rest, der nach Verwertung des Vermögens und Erfüllung aller Forderungen der Gläubiger übrig bleibt. Und das ist normalerweise nichts. Daher haben die Gemeinden als Aktionäre nichts zu erwarten.
Nachdem das Verfahren von Marchi noch nicht abgeschlossen ist, hat er auch keine Forderungen an die Konkursmasse. Sollten die Forderungen irgendwann rechtskräftig festgestellt werden, dann kann er diese im Insolvenzverfahren anmelden, wenn die Frist nicht schon abgelaufen ist. Der Insolvenzentgeldfonds zahlt nur bis zu einer gewissen Grenze, sodaß davon auszugehen ist, das er, wenn überhaupt, nur einen Bruchteil seiner Forderung bekommt.
Für das Land gab es sinnvollerweise gar keinen anderen Weg, denn sonst hätte man Steuergeld an die (teils privaten) Aktionäre verteilt. Und ich hoffe, daß die Gemeinden an der Auffanggesellschaft nicht mehr beteiligt sind, denn sie haben bisher keine ruhmreiche Arbeit geleistet (vornehm ausgedrückt).
Die Auffanggesellschaft (wenn es denn eine geben wird) übernimmt das Vermögen sinnvollerweise als Ganzes. Von Wert sind eigentlich nur die Grundstücke.

Zum zukünftigen Betrieb:
Die Busse sind im Achental aus zwei Gründen teilweise gut ausgelastet: Einerseits der Schülerverkehr, und andererseits die Touristen, die zum Wandern unterwegs sind (beides stark saisonabhängig). Und beide Gruppen zahlen nicht direkt für die öV-Benutzung. Die Schüler haben ihre Freifahrt, und die Touristen fahren mit der Gästekarte kostenlos. D.h., der gesamte Verkehr wird zu fast 100% von der öffentlichen Hand finanziert. Kapazitätsprobleme gibt es nicht, die Straßen-Infrastruktur ist ohnedies vorhanden. Und für einen reinen Zuschußbetrieb ohne echten lokalen Bedarf macht eine Millioneninvestition in eine inkompatible Bahninfrastruktur keinen Sinn.

Die Verhältnisse in Bozen am Ritten sind nicht ganz vergleichbar. Immerhin hat Bozen mehr als 100000 Einwohner. Damit gibt es genug Ausflugspotential in unmittelbarer Nähe. Außerdem sind die Straßen auf den Ritten nicht ausgebaut wie die Achensee-Bundesstraße. Auch das Sportangebot ist nicht vergleichbar.
Und nachdem die Rittner Bahn dem Land Südtirol gehört, ist die Finanzierung sichergestellt.

Beitrag Nr. 69   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 13.04.2020 19:28
    —
Hmm die beteiligung der gemeinden wird fast nötig sein, damit sie die bahn als "ihre" bahn wahrnehmen und auch entsprechend motiviert sind, diese zu bewerben und als tourismusattracktion zu verwerten.. die gegend bietet ja leider/zum glück genug andere highlights auch noch...

letzter stand ist, dass die gesellschaft einen vergleich mit marchi angestrebt hat..

ich hab den vergleich mit bozen auch nicht auf das potential sondern auf die betriebsart bezogen.

Beitrag Nr. 70   |  Autor: ZillerkrokodilStadt / Stadtteil:
Hall in Tirol
   |  BeitragErstellt: 13.04.2020 22:05
    —
Ingenieur schrieb:

Ich vermute, Du weißt, was eine Surf-, Kite- oder Tauchausrüstung wiegt und wie sperrig sie ist. Und Du glaubst tatsächlich, irgend jemand halbwegs Vernüftiger schleppt die Gerätschaften z.B. in Innsbruck zuerst zum Bus, dann am Hbf zum Zug, in Jenbach zur Achenseebahn und schließlich von der Bahn über Kilometer zur Einstiegsstelle? Diese Einstiegsstelle liegt in fast allen Fällen, Schwimmer ausgenommen, am Ostufer des Sees unterhalb der Bundesstraße, wo man erst vor wenigen Jahren einen großen Parkplatz errichtet hat. Und dort fährt nie ein Bahn hin.
Selbst die Schwimmer kommen lieber mit dem Auto, weil viel schneller und vor allem billiger. Also wenig Aussicht auf Erfolg.
lech schrieb:
vgl. Stu-Bay, eine Handvoll Fahrgäste an Hochsommertagen

Genau, und dafür baut man sicher keine sehr teure, vollkommen neue Zahnradbahn.
Die einzige Möglichkeit sehe ich in einer gemeinsamen Gesellschaft mit der Achensee-Schiffahrt, mit entsprechenden Kombinationsangeboten und Quersubventionierung. Technisch ist der Dampfbetrieb vorgegeben, allerdings mit umweltverträglicherer Feuerung. Die realistischste Variante wäre Flüssiggas mit den Tanks auf dem Dach der Wagen oder ebendort unterflur. Die Lok kann für kurze Verschubmanöver auch ohne Feuerung fahren, das Vorheizen würde elektrisch erfolgen. Aus Sicherheitsgründen müssen die Gastanks im Freien bleiben und dürfen nicht in die Remise.

Ganzjähriger Nahverkehr ist Illusion, dafür gibt es kein Potential. Die Einwohnerzahlen von Eben, Maurach und gegebenenfalls Pertisau habe ich schon irgendwann hier gepostet. Darüber hinaus sind diese Siedlungen sehr weitläufig und die Bahn zu Fuß für viele nicht attraktiv erreichbar.
Und die Intention so mancher Fans hier verstehe ich nicht ganz. Einerseits soll es weitgehend historich bleiben, andererseits die Strecke elektrifiziert und im Nahverkehr betrieben werden. Das paßt nicht zusammen ...


Mir ist klar dass wenn jemand Tauchen oder Segeln geht wohl zu 99,9% mit dem Auto fährt .
Ich habe eher an kleinere Sachen wie eine Tasche mit einem Schlauchboot , Kinder-Lufmatratzen und Mountenbikes gedacht .

Was mich anbetrifft so denke ich dass die Achenseebahn im Alltagsverkehr moderener ( wenn möglich Elektrifizieren ) werden muss ( SchülerInnen und PendlerInnen auf die (modernisierte) Achenseebahn verlagern , die Ortschaften werden sicher auch weiter wachsen . Und wie gesagt glaube ich dass
die Anrainer und Seebesucher eher bereit sind eine elektrifizierte Bahn zu nutzen als einen Bus oder eine Dampfbahn .
Die Dampfloks könnten in der Hauptsaison weiterhin ein-bis zwei Zugpaare täglich fahren , während den ÖPNV moderne Triebwägen übernehmen .

LG Zillerkrokodil

Beitrag Nr. 71   |  Autor: manniStadt / Stadtteil:
I-Arzl
   |  BeitragErstellt: 24.04.2020 00:43
    —
Was eine elektrifizierte und modernisierte VVT-Achenseebahn jedenfalls legitimieren würde, wäre ein autofreier Achensee. Mit Blick in die Schweiz keine Utopie. Aber dafür reicht das touristische Aufkommen (in Nicht-Krisenzeiten) noch nicht aus.

Beitrag Nr. 72   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 24.04.2020 08:01
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hmm... ich glaube das wäre ein dezenter konflikt mit den sportmöglichkeiten dort oben..
auch wenn sich das lächerlich anhört, der achensee ist für österr olympianachwuchs auch nicht ganz unrelevant, da er neben dem neusiedlersee das beste segelrevier in Ö ist, und doch nicht eine unerhebliche zahl internationaler medaillien auch von tiroler seglern gewonnen werden.. da kann sich so a pimperlsportart wie fussball daneben verstecken big grin unter anderem ist österr. zweitgrößter segelclub auch an dem see... und im gegensatz zu vielen anderen sportarten steht in den world sailing racing rules umweltschutz sehr weit vorne drinnen...
zwar ist der achensee aktuell das am schnellsten in tirol wachsende tourismusgebiet, aber auch das schätze ich wird nie das potential zusammen bringen, dass hier dick mit der bahn der ÖV geliefert werden muss.. zum glück ist der see im naturpark karwendel angesiedelt, hier wird man nicht ewig viele pisten und wanderautobahnen schlägern können, und auch lässt die topologie vom tal nicht viel an bauten zu (auch wenn man da schon solche optischen verbrechen wie das atoll in maurach platzieren kann). da wäre es wahrscheinlich in erster linie mal angebracht, die zulaufstrecke zum zillertal wieder auf die autobahn zu bringen..

Beitrag Nr. 73   |  Autor: Ingenieur   |  BeitragErstellt: 24.04.2020 09:47
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manni schrieb:
... wäre ein autofreier Achensee. Mit Blick in die Schweiz keine Utopie.

Wie bitte soll das gehen? Die B181 geht mitten durch Eben, Maurach und Achenkirch. Willst Du die Bundesstraße sperren? Und Achenkirch (+Steinberg am Rofan) wird nie mit einer Bahn erschlossen werden.

Man kann höchstens Pertisau "autofrei für Touristen" machen. Ob das die Hoteliers freut, wage ich zu bezweifeln. Die Anrainer lassen sich die Zufahrt mit dem eigenen PKW sicher nicht verbieten. Der Schwerverkehr (Lieferdienste, Baustellenfahrzeuge etc.) bleibt ebenfalls (den gibt es in den Schweizer autofreien Orten übrigens auch). Über das Jahr gesehen wäre das "autofrei" ein vergleichsweise kleiner Effekt um einen hohen Preis. Da braucht man dann ein großes Parkhaus in Maurach (so schön wie das Atoll), wo die Hoteliers ihre Kunden dann eher mit dem Elektrobus abholen bevor diese in irgendeine Bahn steigen, die sie nicht bis zum Hotel bringt.

Mit der Schweiz ist die Situation in keiner Weise vergleichbar. "Autofrei" sind da nur wenige Orte, die an einem Talende und/oder hoch am Berg liegen und ohnedies über keine leistungsfähige Straßenanbindung verfügen. Außerdem sind es meistens Orte, die fast keine ganzjährige einheimische Wohnbevölkerung aufweisen und praktisch nur Tourismusindustriestandorte darstellen.

Beitrag Nr. 74   |  Autor: Martin   |  BeitragErstellt: 24.04.2020 21:37
    —
Wer braucht bitte die Achenseestraße? cool zwinkern

Beitrag Nr. 75   |  Autor: upwards   |  BeitragErstellt: 25.04.2020 01:01
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Die Kasbachstraße im Anschluß nach Maurach? lachen
Zuletzt bearbeitet von upwards: 25.04.2020 13:49, insgesamt 3 mal bearbeitet

Beitrag Nr. 76   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 25.04.2020 10:59
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Zitat:
wo die Hoteliers ihre Kunden dann eher mit dem Elektrobus abholen
oder wie jetzt schon auf der strandpromenade mit den unsinnigen elektrischen golfwagaln spazieren rasen..

Beitrag Nr. 77   |  Autor: IVB-OpferStadt / Stadtteil:
Saggen
   |  BeitragErstellt: 01.07.2020 23:03
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Weiß jemand, was da läuft und der Hintergrund dieser etwas unverständlichen Presseaussendung ist? Will sich da jemand gegen jemand anderen in Stellung bringen, profilieren, groß herausstellen, oder ist das Insolvenzverfahren am Scheitern? Fragen, Fragen....

Wohlgemuth zur Achenseebahn: Landesregierung handelt ohne Rücksicht auf Verluste

„Dass die schwarz-grüne Landesregierungen keine Hemmungen hat ihre eigenen Vorstellungen durchzupeitschen, ist kein Geheimnis. Dass ein Traditionsunternehmen jetzt ohne Debatte und ohne Abstimmung im Landtag einfach an die Wand gefahren wird, ist allerdings neu und zeugt von wenig Weitsicht“, kritisiert Philip Wohlgemuth, Stellvertretender Klubobmann und Verkehrssprecher der neuen SPÖ Tirol im Tiroler Landtag das Vorgehen der Regierungsparteien.

„Für die Betroffenen, vor allem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, heißt das bis auf weiteres das plötzliche Ende der Hoffnung auf Rettung der Achenseebahn ohne weitere Begründung und ohne Abwägung der Interessen.“ In den Augen des SPÖ-Abgeordneten ein mehr als fragwürdiges Vorgehen und ein überaus bedenkliches Verständnis von demokratischen und parlamentarischen Entscheidungsprozessen. Die Regierungsvorlage, die auf der Tagesordnung stand wurde zurückgezogen und findet sich somit nicht mehr auf der Tagesordnung.

„Aus meiner Sicht hätte man durchaus machbare und finanzierbare Lösungen entwickeln können, um die Bahn und die Arbeitsplätze zu erhalten. Wenn die Achenseebahn jetzt keine Unterstützung durch das Land bekommt, wird es voraussichtlich ab Mitte August keinen Betrieb mehr geben - das bestätigen Beteiligte. Das wiederum führt dazu, dass die Konzession für den Bahnbetrieb in Gefahr gerät, was das endgültige Aus der historischen Bahn bedeuten würde“, so Wohlgemuth. „Insofern fordere ich die Landesregierung dazu auf, klar Stellung zu beziehen. Wenn schwarz-grün die Achenseebahn einstampfen will, soll sie das auch sagen. Wenn nicht, müssen wir uns in der Sitzung des Tiroler Landtages damit auseinandersetzen, wie wir die Bahn und die damit verbundenen Arbeitsplätze retten können. Wir als neue SPÖ Tirol würden eine langfristige und zukunftsfähige Lösung jedenfalls unterstützen.“


Die neue SPÖ Tirol - Pressereferat

Beitrag Nr. 78   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 02.07.2020 18:38
    —
steht doch klar drinnnen, dass das land jetzt entgegen der zusagen die achenseebahn aufzufangen, in letzter sekunde einen rückzieher gemacht hat.. und dass das land plötzlich draufgekommen ist, dass der boden kontaminiert ist, und die strecke bei konkurs in ursprungszustand zurück versetzt werden muss, ist wohl echt keine weltneuheut.. das hat damals so ziemlich jede bahnstrecke in die statuten bekommen, wahrscheinlich lebt die igler deswegen noch, weil sich keiner den rückbau leisten will... ich kann nicht glauben, dass das land erst jetzt auf dieses problem draufgekommen ist, dass der boden kontaminiert wäre und vor wiederverwertung entsorgt werden müsste... wobei es gibt ja auch leute die meinen man könnte den frachtenbahnhof so einfach bebauen... vielleicht hat sich das ja wirklich noch nicht rumgesprochen..

Beitrag Nr. 79   |  Autor: manniStadt / Stadtteil:
I-Arzl
   |  BeitragErstellt: 07.07.2020 17:49
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Admiral schrieb:
wahrscheinlich lebt die igler deswegen noch, weil sich keiner den rückbau leisten will...


Bis vor Mitte 2012 würde ich das nicht ganz ausschließen. Seit 2012 ist die 6er zwar nicht mehr gefährdet, aber das Argument der Rückbaukosten konnte das ein oder andere Mal durchaus gezielt eingesetzt werden. Wie man auch durch Erwähnung des Fakts, dass mit Einstellung der Bahnlinie das Servitut erlöschen würde, jedwede Radwegfantasie auf einer aufgelassenen 6er-Trasse sofort eliminieren kann. Damit beende ich den Offtopic-Exkurs aber auch schon wieder.

Was die Achenseebahn angeht: ich bin da nicht involviert, aber nach dem, was ich gehört habe, sei das Risk Assessment mit den gegebenen Parametern wohl sehr schlecht ausgegangen, weswegen die Zusage für die Mittel zur Sanierung zurückzuziehen war. Da gibt es klare Richtlinien.
Ich glaube aber, dass das wieder anders aussehen kann, wenn die Bahn UNESCO-Weltkulturerbestatus bekommt. Das könnte die Königsidee gewesen sein, und den hat sie ja wirklich auch verdient. Da kann man jetzt nur abwarten. Und bis das mit hoffentlich positivem Ergebnis durch ist, muss die Achsenseebahn versuchen, mit Hilfe des Fördervereins u.Ä. den Kopf über Wasser zu halten. Ohne UNESCO wird diese Bahn das Jahr 2021 wohl wirklich nicht mehr erleben, denn eine Modernisierung und Upgrade zum öffentlichen Verkehrsmittel könnte nur privat oder aus eigener Kraft finanziert werden. Die Politik ist da m.W. jetzt erstmal am Ende der Fahnenstange. Nicht, weil das Geld nicht da wäre, sondern deshalb, weil das ein finanzielles Faß ohne Boden werden würde.

Beitrag Nr. 80   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 09.07.2020 13:08
    —
hmm das faß wird nicht teurer als davor, und da ist sie auch gefahren. unesco status wird sie nie erhalten, wenn man die studie liest, maximal zusammen mit einige anderen schweizer bahnen zusammen ein unesco weltkulturerbe zum thema alpenbahn ensamble...
problem ist eher der sumpf um einen verein der mit der AB an sich nix zu tun hat, aber der dem land ans bein pinkelt... aber wie man heute in der zeitung liest, sicht teilw selbst recht gut versorgt hat... da können wohl einige mitspieler es einfach nicht lassen, der AB rundum zu schaden (auch wenn ich jetzt mal unterstelle, dass die intention positiv ist, aber ein massiver durchlassblick um nicht tunnelblick zu sagen, vorliegt)...

Beitrag Nr. 81   |  Autor: IVB-OpferStadt / Stadtteil:
Saggen
   |  BeitragErstellt: 09.07.2020 23:25
    —
manni schrieb:
Nicht, weil das Geld nicht da wäre, sondern deshalb, weil das ein finanzielles Faß ohne Boden werden würde.


Kann man das so auffassen, dass da mehr Leichen im Keller liegen als gedacht? Oder wie muss man dieses rätselnde Raunen verstehen?

Beitrag Nr. 82   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 10.07.2020 18:05
    —
man brauch nur die letzten tage die zeitung lesen, was da für ein sumpf raufblubbert...

Beitrag Nr. 83   |  Autor: IVB-OpferStadt / Stadtteil:
Saggen
   |  BeitragErstellt: 10.07.2020 22:42
    —
Admiral schrieb:
man brauch nur die letzten tage die zeitung lesen, was da für ein sumpf raufblubbert...


Ja, schon, aber das war ohnehin alles schon längst bekannt. Ich brauche da nur an einen Artikel im Schienenverkehr aktuell erinnern, der vor ca. einem Jahr erschienen ist, wo das alles schon drin gestanden ist (mit Ausnahme des Konsulentenvertrags oder wie immer man das bezeichnen mag). Dass da geballte Inkompetenz am Werk war, ist nichts Neues. Da haben entweder viele an sich zuständige Leute geschlafen oder sie schreien jetzt "Haltet den Dieb".

Beitrag Nr. 84   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 11.07.2020 06:35
    —
das hat man schon ein paar wochen nach dem austausch von marchi gewusst... in tirol hat man ja schon mehrfach die geballte kompetenz sehen können...
wobei ich hier definitiv keinen vorsatz unterstelle sondern wie schon oben erwähnt, einfach nicht den blick aufs wesentliche..

Beitrag Nr. 85   |  Autor: IVB-OpferStadt / Stadtteil:
Saggen
   |  BeitragErstellt: 11.07.2020 11:24
    —
Admiral schrieb:
das hat man schon ein paar wochen nach dem austausch von marchi gewusst...


Eben, und jetzt tun entweder alle so, als wären sie völlig überrascht, oder es war zumindest die TT völlig ahnungslos. Da ist ja nicht nur der Austausch von Marchi passiert.

Beitrag Nr. 86   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 11.07.2020 20:59
    —
naja für nicht eingeweihte war das eher nicht ganz so sichtbar... marketing können ein paar...

Beitrag Nr. 87   |  Autor: Martin   |  BeitragErstellt: 18.07.2020 20:23
    —
Heute fand das recht gut besuchte Achenseebahn-Benefizkonzert statt.
Bei der Vergüngungszugpolka durfte Georg die Symphonikerblås verstärken.





Beitrag Nr. 88   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 19.07.2020 07:20
    —
ist da schon der erste triebwagen abgebrochen worden, oder sind das ersatzgestelle?

Beitrag Nr. 89   |  Autor: Martin   |  BeitragErstellt: 19.07.2020 17:06
    —
m.W. Ersatzgestelle; die standen dort schon immer rum

Beitrag Nr. 90   |  Autor: ZillerkrokodilStadt / Stadtteil:
Hall in Tirol
   |  BeitragErstellt: 28.12.2020 18:19
    —
https://www.tirol.gv.at/meldungen/meldung/land-tirol-bekennt-sich-zu-fortbestand-der-achenseebahn/

Das Land Tirol und die Zillertalbahn machen offensichtlich ernst mit der Übernahme der Achenseebahn .

Ich hoffe das beste .


LG Zillerkrokodil

Beitrag Nr. 91   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 29.12.2020 08:54
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lt TT artikel will man 2022 wieder zum fahren kommen, allerdings mit ölkocher... ob man hier die studien nicht wirklcih gelesen hat, was die achenseebahn so wertvoll macht. der durchgehende originale betrieb.. auch kommen die touristen nicht, weil da halt ein ölkocher den berg wie an vielen anderen stellen rauf krabbelt, sondern weil das das original dampferlebnis ist... wenn man ehrlich ist, die achenseebahn hat nur sich selbst als attracktion, zum see kommt man anders leichter, sie hat kein exklusives reiseziel, und kann auch in keinster weise als nahverkehrsmittel mehr gesehen werden...

Beitrag Nr. 92   | Achenseebahn von Zillertalbahn gekauft Autor: ZillerkrokodilStadt / Stadtteil:
Hall in Tirol
   |  BeitragErstellt: 15.05.2021 17:18
    —
https://www.tt.com/artikel/30791606/achenseebahn-mit-volldampf-fuer-den-neustart

Die Achenseebahn wurde offensichtlich nun von der Zillertalbahn aus der Konkursmasse heraus gekauft und soll 2022 wieder in Betrieb genommen werden big grin big grin !




LG Zillerkrokodil

Beitrag Nr. 93   |  Autor: lechStadt / Stadtteil:
Innsbruck Wilten
   |  BeitragErstellt: 15.05.2021 17:22
    —
Meines Wissens (TT- oder ORF-Artikel vor ein paar Monaten) wurde eine Auffanggesellschaft gegründet, und die Zillertalbahn-Leitung auch mit der Leitung der Achenseebahn-Auffanggesellschaft betreut.

Das garantiert wenigstens dass die beiden Bahnen nicht um Touristen konkurrieren sondern es wird hoffentlich Kombi-Angebot geben.

Beitrag Nr. 94   |  Autor: Admiral   |  BeitragErstellt: 15.05.2021 20:31
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jetzt müssten sie nur noch von der sinnlosigkeit vom umbau auf ölkocher ablassen, dann wäre wieder alles in butter...

Beitrag Nr. 95   |  Autor: DUEWAG 240   |  BeitragErstellt: 16.05.2021 13:14
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Nachdem ich seit Anfang April nicht mehr in der Gegend war, kann ich den Schotterwagen nur dank einem Kollegen bestätigen. Er steht beim Seespitz (Sichtung Samstag 15.5.2021). Foto hätte ich auch von meinem Kollegen bekommen, hab aber leider keinen PC im Moment, womit ich es nicht hochladen kann.

Beitrag Nr. 96   |  Autor: manniStadt / Stadtteil:
I-Arzl
   |  BeitragErstellt: 16.05.2021 17:31
    —
Hier ist das Bild von DUEWAG 240:


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