Tramausbau & Stadtgestaltung
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Inntram-Forum -> Verkehrspolitik und Stadtentwicklung

Beitrag Nr. 1   | Tramausbau & Stadtgestaltung Autor: manniStadt / Stadtteil:
I-Arzl
   |  BeitragErstellt: 13.05.2013 12:25
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Liebe alle,

es gibt seit kurzem einen eigenen Unterausschuss des gemeinderätlichen Verkehrsausschusses, der für die Koordination von Tram-Ausbau und Stadtgestaltung zuständig ist. Der Unterausschuss unter dem Vorsitz von GR Uschi Schwarzl (Die Grünen Innsbruck) ist mit maßgeblichen EntscheiderInnen besetzt, auch Grünanlagenamt und Tiefbau sind darin vertreten. Es wird ab der nächstjährigen Bauetappe kein Meter Neubaugleis mehr gelegt, ohne dass dieser Unterausschuss dafür grünes Licht gegeben hat.

Ich kenne Uschi Schwarzl seit vielen Jahren und schätze sie sehr. In der Vergangenheit haben wir nicht nur gemeinsame Aktionen durchgezogen (die Leitschwellen-Aktion für die Presse in Amras z.B.) sondern sie hat auch im Hintergrund viel für den öV und besonders für den Tramausbau getan und Verbesserungen z.B. in der begleitenden Grünraumgestaltung durchgebracht. Das gibt einen Eindruck davon, in welche Richtung die Arbeit des Unterausschusses gehen wird.

Durch den Unterausschuss ist z.B. sichergestellt, dass:

- Halbherzigkeiten wie die Kompromisstrassierungen in der Anichstraße und der Höttinger Au nicht mehr passieren (es also keine nur aufgepinselten Eigentrassen mehr geben wird - das bedeutet z.B. generell bauliche Abtrennung wenn beide Richtungsgleise vom mIV separiert sind)

- die begleitende Grünraumgestaltung (Baumreihen, Rasengleise, Grünflächen) von Anfang an in die Detailplanung integriert wird (und nicht nachträglich hineinreklamiert werden muss wie z.B. in der Philippine-Welser-Straße, oder völlig vergessen wird wie in der Anichstraße)

- der Radverkehr immer mit bedacht wird (also z.B. keine Gleistrassen mehr, neben denen aufgrund von Parkstreifen kein Platz für den Radverkehr ist)

- die Frage, ob Rasengleis oder nicht, nicht mehr im Ermessen "rasengleisfeindlicher" Elemente liegt; es wurde allein im Ostast der Linie O schon mehr als 1 km Rasengleisstrecke konkret fixiert, weitere Abschnitte sind in Diskussion

Auf den Neubaustrecken, die zwischen 2010 und 2012 gebaut wurden, kann man nur noch mit den bekannten, auch anderswo angewandten Mitteln (Leitschwellen, Bodenmarkierungen, sonstige nachträgliche Änderungen) nachbessern. Wenn man aber das große Ganze betrachtet, sind die bis jetzt in Betrieb stehenden Neubaustrecken nur ein kleiner Teil der beiden neuen Linien. Der weitaus größte Teil wird dann die bekannten Probleme nicht mehr aufweisen und modern trassiert und gestaltet sein.

Das bisher Gebaute entsprang politischen Kompromissen und der Tatsache, dass nach Beschluss der Funktionsplanung keine politischen Instanzen mehr zwingend in die Umsetzung involviert waren. Die IVB sehen sich nicht als "Stadtgestalter" und sind primär daran interessiert, ihre Gleise zu verlegen. Unter genau dieser Prämisse wurden Amras und die Weststrecke bis zur Kranebitter Allee geplant, einige kleinere stadtgestalterische Verbesserungen wurden nachträglich hineinreklamiert (z.B. Baumreihe PWS, Baumreihe vor dem EKZ West, Bäume und Grünflächen am Anfang der Amraser Str, etc.) bzw. auch schon von Anfang an bedacht (z.B. Baumreihe am Bahnsteig der Station Höttinger Au / West, Baumreihe Blasius-Hueber-Str).

Ab jetzt ist das alles anders. Innsbruck wird nicht nur bezüglich der Dimensionen des Tram-Ausbaus, sondern auch bezüglich seiner Umsetzung zur Vorbildstadt.
Ich hatte das hier schon letztes Jahr angekündigt, die politischen und bürokratischen Mühlen mahlen aber langsam und es dauerte einfach seine Zeit, bis der Unterausschuss besetzt war und aktiv werden konnte.

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