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Saerdna1
BeitragErstellt: 15.10.2013 13:38    Titel:

Danke für die Korrektur.
manni
BeitragErstellt: 15.10.2013 13:09    Titel:

Ich hab den Link korrigiert.
lech
BeitragErstellt: 15.10.2013 10:58    Titel:

SAERDNA schrieb:
http://1.2.3.9/bmi/forum.strassenbahn.tk/userpix/51_P1010958_1.jpg


Der Link auf den "Server" 1.2.3.9 geht natürlich nicht, da bist einem halbtransparenten Proxy (z.B. eines Mobilfunk-Anbieters) aufgesessen zwinkern
SAERDNA
BeitragErstellt: 15.10.2013 00:25    Titel:

Kurt, danke für den schönen Bericht, grosse Klasse.


Haale ist wirklich eine schöne Stadt. Architektonisch ein wilder Mix aus riesigen gewachsenen Gründerzeitvierteln, großstädtisch breiten Strassenzügen (für viel Eigentrassen geeignet
lol ) und auch den typischen Plattenbaugebieten, welche dem werktätigen Volk in diesem hochindustriellen Gebiet (Leuna Werke etc.) als Schlafbunker dienten.

Da meine Tante in Halle an der Saale wohnt, kann ich mich an die Zeiten als Kind noch gut erinnern, wie vor dem Wohnhaus alle 5 Minuten die Tatras in Doppeltraktion mit dem so bekannten Motorsound Richtung Zoo vorbeigerauscht sind. Und glücklicherweise war die Strasse ansteigend so dass das Jaulen der Motoren einfach nur Musik in den Ohren war. Als Kind aus der Kleinstadt war das immer der Event an den Wochenenden.

Auch heute noch kann ich stundenlang am HBF oder Marktplatz stehen und dem ständigen An und Ausfahren der verschiedenen Linien aus allen Richtungen zuschauen. Auch die Große Ulrichstrasse fand und finde ich immerwieder gut, die geschwungene Bauweise der Strasse und die damit verbundene Trassenführung ist sehr interessant.
Richtigerweise fällt auf das viele Strecken, gerade ausserhalb des innersten Stadtzentrums, als Eigentrasse angelegt sind. Die Havag hat sich in den Jahren zu einem der Vorzeigebetriebe gemausert. Zu DDR-Zeiten waren die Hallenser Verkehrsbetriebe eher zu den schlechteren des Landes zu sehen (schmutzige Fahrzeuge, Streckenzustand)

Zum Thema Pflasterung muss man denk ich nicht viel sagen. Optisch und haptisch gehören in historische Stadtzentren einfach gepflasterte Flächen her. Ich sehe in der Verwendung von Asphalt einfach kein einzigen Vorteil, bis auf die Quantität beim Ausbringen.

http://forum.strassenbahn.tk/userpix/51_P1010958_1.jpg

Der Strassenzug ist ähnlich der Museumsstrasse/Burggraben im Bereich vom Hörtnagl/Franziskanerplatz. Optisch würde der MUS diese Art der Strassenpflasterung sehr gut stehen.

Vergleiche:

http://www.michaeltaylor.ca/trams/austria/320a-ivb-mt.jpg

Bezüglich der Verbannung des MIV aus der Altstadt muss man sich jedoch den Stadtplan einmal genau ansehen. Zum einen umgibt die Altstadt der historische gewachsene sogenannte Hanse-/Universitätsring und dieser führt daher den innerstädtischen Verkehr aussen herum.
Für den überregionalen Verkehr wurde dann in den 60er/70er Jahren außerhalb dieses Ringes ein weiterer Verteilerring "Magistrale" gebaut.
In bester autogerechter Manier dieser Zeit wurden von West nach Ost, bzw. Nord nach Süd um das Stadtzentrum ein Schnellstrassensystem gezogen. Wie Manni es bereits schrieb, war ja der Motorisierungsgrad in der DDR nicht gerade hoch, warum man dennoch in dieser Gigantomie baute, bleibt fraglich, aber Prestige spielte sicher mit. Die Hauptlast der Fahrten wurden sowieso per Strassenbahn und S-Bahn im Großraum Halle getätigt.
In den Nachwendejahren waren diese Bauten ja dann "Gold wert", da der (Transit)-Verkehr ja zT wahnwitzige Ausmasse annahm, auch weil entsprechene umführende Autobahnen noch nicht errichtet wurden.

In Sichtweite des Altstadtkernes zimmerte man dennoch eine Hochstrasse mitten durch das südliche Zentrum, teilt die Stadt wie ein Graben. Unter dieser Trasse wurde in den letzten Jahren eine neue Stadtbahnstrecke gebaut, welche die oft ausgelastete Strecke vom HBF über Marktplatz Richtung Halle-Neustadt entlastet und Halle-Neustadt direkt an den Bahnhof anbindet.

http://hallelife.de/tl_files/01_TEASER-Bilder/img16_13314954820-800.jpg

Dreh und Angelpunkt des Strassenkomplexes ist dann der Riebeckplatz, einer der größten Kreisverkehre Deutschlands.

http://i8.tinypic.com/25jv2he.jpg

In den 2000 er Jahren wurden die niveaugleichen Strassenbahnquerungen in Bereich des Kreisverkehres (aus Süd Ost und Nord kommend) allesamt vor dem Platz aus Mittellage der Strasse ausgefädelt und dann unterflächig eine "Ebene unter" dem Strassenniveau verteilt.
Zeitgleich wurden auch die Bim-Haltestellen vor dem HBF, sowie die Anbindung der Fußgänger zum Stadtzentrum und dem Bahhhof angepasst (Der wirklich hässliche alte Fußgängertunnel unter dem Platz wurde somit ad acta gelegt und mit offenen Baueelementen entschärft)


Bei deinem nächsten Besuch solltest du noch eine Fahrt mit der Überlandlinie 5 nach Merseburg und weiter nach Bad Dürrenberg einplanen. Und einen Besuch bei den Leipziger Verkehrsbetrieben.

Grüße Andreas

Edit manni: Link korrigiert
manni
BeitragErstellt: 14.10.2013 14:42    Titel:

Kurt, vielen Dank für die super Reportage!

Ostdeutsche Städte haben den Vorteil, dass der Autowahn dort nie so ausarten konnte wie bei uns. Mit der Wiedervereinigung (Motorisierungsgrad in den Städten zu diesem Zeitpunkt: 15%) kam auch schon die Verkehrsberuhigung, noch lange bevor sich alle mit Autos eindecken konnten und die Politik sich überfahren lassen musste. Das ermöglichte nach der Wiedervereinigung ordentliche Stadtgestaltung mit ausgedehnten FußgängerInnenzonen, den Verzicht auf Parkstreifen, etc.usw.usf.
Der real existierende Sozialismus hat diesbezüglich also durchaus was gebracht.
upwards
BeitragErstellt: 14.10.2013 13:59    Titel:

Toller Bericht! Tatra bleibt vom Design ein Klassiker.

Gehässiger Seitenhieb auf hierorts: Fährt bei Euch eine "Regionalbahn" rum oder ist das ein gewöhnlicher Straßenbahnbetrieb, wie er eben sein soll? lol
Tramtiger
BeitragErstellt: 14.10.2013 12:31    Titel:

Danke für den Bericht1

die IVB sollten sich die Art und Weise des Gleisbaus einmal ansehen...
Durch die hier angewandte Bauweise können Schienen ohne Probleme getauscht werden ohne gleich das gesamte Fundament neu zu erreichten!

Aber Innsbruck ist anders!
In Innsbruck wird der Keller neu gebaut, wenn das Dach undicht ist...
DUEWAG 240
BeitragErstellt: 13.10.2013 02:11    Titel:

Bimtressanter Bericht, lieber Kurt! Vielen Dank!!!
PS: Du hast sogar alle 3 1/2 Bimgattungen vom dortigen Linienverkehr fotographiert, was irgendwie erstaunlich ist:
Die Heck-Heck-Kombi mit neuer Front (Nummern im Bereich 691 - 702) ist erst seit kurzem unterwegs und die T4D/B4D wird man wohl nicht mehr lange in Halle a. S. sehen können...
kurt
BeitragErstellt: 13.10.2013 01:19    Titel: "Bimpressionen": Halle an der Saale - Oktober 2013

War letzte Woche geschäftlich in Halle an der Saale und hatte dann auch noch etwas Zeit um von der Stadt und dem dortigen meterspurigen Straßenbahnbetrieb ein paar Eindrücke mitzunehmen.

Abgesehen von der wirklich sehenswerten Innenstadt ist mir dort besonders positiv aufgefallen:

• In der ganzen Innenstadt sind fast keine Autos anzutreffen. Der MIV dürfte hier sehr großräumig verbannt worden sein. Außer ein wenig Anwohnerverkehr in den Seitenstraßen, gewissem Zulieferverkehr in den Vormittagsstunden und vereinzelten Taxis gehört die Innenstadt den Fußgängern, Radfahrern und der Bim.
• Kaum Asphaltflächen, dafür die unterschiedlichsten Arten an Pflasterung. Gibt der Stadt gleich ein anderes Flair und hält auch die paar wenigen Benzinkutschentreiber, welche in der Innenstadt noch unterwegs sind, auch ganz wirksam davon ab auf die Tube zu drücken.
• Vernünftige Anzahl an Taxis. Obwohl die Stadt ca. 100.000 Einwohner mehr als Innsbruck hat, dürfte die „gefühlte“ Anzahl an Taxis 20% von denen welche bei uns die Stadt unsicher machen, kaum übersteigen.
• Zu Gunsten der Bim wirklich funktionierende Ampelschaltungen. Kommt die Bim, hat egal ob Hauptstraße oder nicht der MIV den Nachrang. Die Kreuzungen der Bimtrassen mit den Hauptstraßen oder auch Stellen wo die Bim von der Seitenlage in die Mittellage der Straße wechselt sind nicht nur mit Ampeln sondern auch noch zusätzlich mit großen reflektierenden Andreaskreuzen gesichert. So wie es scheint dürften die Benzinkutschentreiber vor dieser Kombination dann doch noch einen größeren Respekt haben als nur vor einer roten Ampel.
• Komplettsperre auch von ganzen Geschäftsstraßen für den Gleisbau. Hier kommt man dann nur mehr als Fußgänger weiter.
• Am Marktplatz vor dem Rathaus eigenes Stutzgleis mit „Sonderhaltestelle“ für Züge des Straßenbahnmuseums.

So aber jetzt viel Spaß mit den Bildern:





















Ein paar Bilder von der Gleisbaustelle in der großen Ulrichstraße:






Bilder von den Kreuzungssicherungen:


Wechsel der Trasse von Mittel- in die Seitenlage: (Diese Art der Sicherung könnte ich mir z.B.für die Problemstelle Höttinger Au/Lairstraße vorstellen)


Gleisstutzen und Sonderhaltestelle fürs Straßenbahnmuseum am Marktplatz:



Und hier noch ein paar Bilder zu späterer Stunde:
am Hauptbahnhof:

am Marktplatz:




Nächtliches Bimtreffen am Marktplatz zwecks Umsteigen:


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