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Negatives Verhalten von Fahrgästen

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Autor

Oeffinator
03.11.2025 09:58    Negatives Verhalten von Fahrgästen Antworten mit Zitat

In den letzten Jahren haben, wie es in der Wahrnehmung vieler Menschen zu sein scheint, Verhaltensweisen von Fahrgästen, die das Miteinander in Bus & Bahn schwierig machen, stetig zugenommen. Dabei geht es um Dinge wie einsteigen, bevor man die anderen aussteigen lässt, essen und trinken entgegen den geltenden Regeln, Sitzplätze und ganze Sitzreihen bewusst und dem Anschein nach oft als reine Behauptungsgeste blockieren, Füße samt Schuhen auf den Sitzen und zuletzt immer häufiger natürlich das Smartphone für Telefonie und den Konsum verschiedener Medien auf volle Lautstärke aufgedreht.

Welche Erfahrungen macht ihr in diesem Zusammenhang und wie reagiert ihr in entsprechenden Situationen? Und was meint ihr kann unternommen werden, um ein besseres Miteinander in den Öffis zu gewährleisten?
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Ein funktionierender und leistungsfähiger ÖPNV ist für eine dynamische, pulsierende und wirtschaftlich erfolgreiche Stadt die Essenz der Zukunft.
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thmmax
03.11.2025 12:34     Antworten mit Zitat

Dass das von dir beschriebene Verhalten stattfindet @Oeffinator steht glaube ich außer Streit und bildet wohl auch die Entwicklung der Gesellschaft ab...

Ich persönlich schwanke da immer etwas zwischen "jetzt reichts und ich sag was" (insbesondere wenn Sitzplätze oder Türen blockiert werden) und "ich hab keine Lust auf die Diskussion" (dann halt z.B. Kopfhörer rauf gegen lautstark Telefonierende). Oft ist es aber schon eine Zumutung, wie sich manche aufführen - sagt man dann was, wird man auch noch blöd angemault. Leider bekommt man dann meist auch keine Unterstützung von anderen Fahrgästen oder gar dem Personal.

Generell scheint es einfach niemanden mehr zu interessieren, was so rundherum passiert. Ein kleines Beispiel: vor einigen Wochen ist ein älterer Mann im R zwischen Gehsteig und Bustüre in den Spalt gestürzt. Der Bus war gesteckt voll (!) und nicht mal die Leute, die direkt an der Tür standen, hätten irgendwas gemacht. Hab mich dann von einem fensterseitigen Sitzplatz zur Tür vorgekämpft, um dem Mann zu helfen, der komplett hilflos da drinnen lag...

Ohne jetzt zu verallgemeinern, finde ich aber schon, dass auch das Personal wieder etwas aktiver werden könnte. Auch da gibt es Fälle, wo man als Fahrgast komplett sich selbst überlassen wird (kein Blick in Rück/Innenspiegel, Kopfhörer drinnen, Handy in einer Hand...). Oder wenn man vorne einsteigen will, die erste Türe nicht geöffnet wird und man mit einer abfälligen Bewegung nach hinten geschickt wird – da braucht man sich dann halt auch nicht wundern, wenn nicht gegrüßt wird (siehe WKO Kampagne).
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Stefan97
03.11.2025 15:22     Antworten mit Zitat

Ich schließe mich da @THMMAX an, das ist leider mittlerweile das normale Bild der Gesellschaft, aber es gibt auch normale.
Am Donnerstag mit dem T unterwegs gewesen, etliche Fahrgäste standen, auch ich. An der Freiburger Brücke steigt ein älterer Mann ein, ein jüngerer Mann steht auf und bietet ihm seinen Sitzplatz an. Auf einmal setzt sich dort ein anderer jüngerer Herr hin. Darauf angesprochen, meinte er: "Der Alte kann auch mal stehen." Es ist dann ein anderer Herr aufgestanden.
Bei manchem Busfahrer:in hat man das Gefühl, dass der Fahrgast einem egal ist. Letztens ist beim R eine ältere Dame beim Anfahren aus der Haltestelle gestürzt, da sie noch nicht saß. Wir haben zu viert nach Vorne gerufen, der Busfahrer ist einfach weitergefahren. Anschließend haben wir der älteren Dame hochgeholfen und sie auf einen Platz gesetzt. Am DEZ hab ich den Fahrer darauf angesprochen, er habe nichts gehört und im Spiegel michts gesehen. Seine Meinung war, ich würde fantasieren und ihn anlügen.
Aber ich sage mittlerweile als Fahrgast nichts mehr zu anderen bei Fehlverhalten, weil oft eine aggressive Grundstimmung vorhanden ist und ich keine Faust im Gesicht haben will. Da kann ich das Personal verstehen, wenn sie nichts sagen.
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Admiral
05.11.2025 20:33     Antworten mit Zitat

ich probiers meistens mit humor und etwas sarkasmus... sag normalerweise schon was, wobei ich auch im vorhinein abschätzen versuch obs überhaupt was bringt, oder obs evtl in handgreiflichkeiten ausarten könnte...
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manni
03.12.2025 16:21     Antworten mit Zitat

Zitat:

Letztens ist beim R eine ältere Dame beim Anfahren aus der Haltestelle gestürzt, da sie noch nicht saß. Wir haben zu viert nach Vorne gerufen, der Busfahrer ist einfach weitergefahren.


So leid mir auch jede verunfallte Person tut: gerade wir hier in diesem Forum, die meist doch etwas mehr Ahnung haben vom ÖV als die/der Durchschnittsfahrgäst:in, sollten uns von der Vorstellung verabschieden, dass Fahrer:innen sowas im Blick haben könnten. Das können sie nicht. Sich immer ausreichend festzuhalten liegt einzig in der Eigenverantwortung der Fahrgäste, und das steht auch in den Beförderungsbedingungen. Das Fahrpersonal muss sich aufs Fahren und vor allem auch auf die Einhaltung des Fahrplans konzentrieren.

Stell dir immer die Frage: was wäre mit dieser Person in der Bim passiert, oder in einer U-Bahn? Da verlangt ja auch niemand, dass die/der Fahrer:in hunderte Leute im ständig Blick hat. Es geht einfach nicht. Nicht mal in einem Solobus.
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Stefan97
03.12.2025 21:59     Antworten mit Zitat

manni schrieb:

So leid mir auch jede verunfallte Person tut: gerade wir hier in diesem Forum, die meist doch etwas mehr Ahnung haben vom ÖV als die/der Durchschnittsfahrgäst:in, sollten uns von der Vorstellung verabschieden, dass Fahrer:innen sowas im Blick haben könnten. Das können sie nicht. Sich immer ausreichend festzuhalten liegt einzig in der Eigenverantwortung der Fahrgäste, und das steht auch in den Beförderungsbedingungen. Das Fahrpersonal muss sich aufs Fahren und vor allem auch auf die Einhaltung des Fahrplans konzentrieren.

Stell dir immer die Frage: was wäre mit dieser Person in der Bim passiert, oder in einer U-Bahn? Da verlangt ja auch niemand, dass die/der Fahrer:in hunderte Leute im ständig Blick hat. Es geht einfach nicht. Nicht mal in einem Solobus.


Klar müssen sich die Fahrer auf das Fahren und das Einhalten des Fahrplans konzentrieren. Aber wenn eine ältere Dame mit Krücken einsteigt, dann kann man wirklich noch 5 Sekunden warten, vor allem wenn die Person schon halb sitzt. Das hat aus meiner Sicht mit Anstand zu tun. Und wenn fünf Leute im Bus, mehr waren nicht drin, gleichzeitig rufen und winken, dann kann ich als Fahrer in den Fahrgastraum schauen (über den Spiegel). Und mich dann auch noch als Lügner hinzustellen, ist eine Frechheit.
Heute erst am T erlebt, trotz 20 Minuten Verspätung, das der Fahrer gewartet bis die ältere Dame mit Rollator saß.
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Oeffinator
05.12.2025 16:51     Antworten mit Zitat

Gerade eben wieder eine dieser vielen vielen vielen negativen Situationen erlebt: Der moderne »Rucksack-Ego-Soldat« der eine ganze Sitzreihe blockiert und dabei in sein Smartphone schreit - offenkundig derart in seiner ichbezogenen Wahrnehmungsblase gefangen, dass er einem fast schon wieder leidtun konnte.
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Oeffinator
05.08.2026 08:39     Antworten mit Zitat

In den letzten Tagen fielen mir leider wieder einmal vermehrt Personen auf, die völlig rücksichtslos und als wären sie allein in Bus und Bahn unterwegs, ihr Smartphone für Telefonie mit Lautsprecher und dem Abspielen diverser anderer Inhalte verwendeten. Von anderen Verhaltensweisen, wie dem bekannten Einsteigen vor dem Aussteigenlassen ganz abgesehen.

Das ganze passiert ständig und auch die mittlerweile vermehrt an den Infoscreens eingespielten Hinweise dazu scheinen hier nicht nachhaltig zu greifen.

Aus einer Vielzahl an Gesprächen mit Menschen aus verschiedenen Lebenskontexten nehme ich war, dass dieses Thema insgesamt als akut gesehen wird. Und obwohl es offenkundig von so vielen ähnlich wahrgenommen wird, scheint es genügend Menschen zu geben, die ein alltagstaugliches Miteinander - in diesem Fall in Bus und Bahn - schlicht und ergreifend nicht interessiert.

Ich möchte euch deshalb geradae zur Smartphoneproblematik in den Öffis fragen - wie erlebt ihr das und was wären eurer Meinung nach Möglichkeiten dem zu begegnen?
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Verkehrsplaner
05.08.2026 16:42     Antworten mit Zitat

Ja, hatte ich die Woche auch schon zwei mal. Am Montag Telefonieren mit Freisprechfunktion und heute morgen ein Kind das laut irgenwelche Dinge angeschaut hat (Mutter saß untätig dahinter).
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Oeffinator
10.08.2026 10:08     Antworten mit Zitat

Verkehrsplaner schrieb:
Ja, hatte ich die Woche auch schon zwei mal. Am Montag Telefonieren mit Freisprechfunktion und heute morgen ein Kind das laut irgenwelche Dinge angeschaut hat (Mutter saß untätig dahinter).


Wie gehst du mit solchen Situationen um und was könnte deiner Meinung nach Abhilfe schaffen?
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Verkehrsplaner
10.08.2026 22:04     Antworten mit Zitat

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mich einfach nach innen ärgere. Hilft natürlich gar nicht. Ich fürchte dagegen hilft gar nichts. Selbst wenn man anfängt die Leute wahlweise freundlich drauf aufmerksam zu machen oder zusammenzustauchen wird man nicht fertig.
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Oeffinator
11.08.2026 07:10     Antworten mit Zitat

Verkehrsplaner schrieb:
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mich einfach nach innen ärgere. Hilft natürlich gar nicht. Ich fürchte dagegen hilft gar nichts. Selbst wenn man anfängt die Leute wahlweise freundlich drauf aufmerksam zu machen oder zusammenzustauchen wird man nicht fertig.


Es ist natürlich immer eine situative Abwägungssache, ob man jemand darauf aufmerksam macht oder es belässt. Zur gesellschaftlichen Aushandlung finde ich es gut, wenn Fahrgäste andere, entsprechende laute und exzessive Smartphonenutzende auf das Störverhalten aufmerksam machen.

Generell würde ich mir hier aber ganz klare Regelen, die auch bei Strafe konsequent kontrolliert und durchgesetzt werden, wünschen.
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Oeffinator
11.08.2026 07:10     Antworten mit Zitat

Oeffinator schrieb:
Verkehrsplaner schrieb:
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mich einfach nach innen ärgere. Hilft natürlich gar nicht. Ich fürchte dagegen hilft gar nichts. Selbst wenn man anfängt die Leute wahlweise freundlich drauf aufmerksam zu machen oder zusammenzustauchen wird man nicht fertig.


Es ist natürlich immer eine situative Abwägungssache, ob man jemand darauf aufmerksam macht oder es belässt. Zur gesellschaftlichen Aushandlung finde ich es gut, wenn Fahrgäste andere, entsprechende laute und exzessive Smartphonenutzende auf das Störverhalten aufmerksam machen.

Generell würde ich mir hier aber ganz klare Regeln, die auch bei Strafe konsequent kontrolliert und durchgesetzt werden, wünschen.

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Verkehrsplaner
11.08.2026 07:44     Antworten mit Zitat

Dann kommen gleich wieder die, die sich über die Einschränkung ihrer Freiheitsrechte und Überregulierung beschweren. Die Hausverstandsfraktion, weißt eh.
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Oeffinator
11.08.2026 08:24     Antworten mit Zitat

Sollen sie doch. Bei vielen Menschen auf begrenztem Raum, wie in Transportgefäßen üblich, braucht es eben nun mal klare Regeln, die im Alltag dann auch gelten und somit durchgesetzt werden müssen. Hier heist es einfach Haltung bewahren.
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Admiral
13.08.2026 11:39     Antworten mit Zitat

ich finde hier die kampagne der WL genial: https://www.wienerlinien.at/hostkangenierer

wobei das wohl ein gesellschaftliches problem ist, telefonieren mit freisprecheinrichtung, videotelefonie, youtube, tv schauen laut... und das nicht nur in der bahn... ich rede nach abwägung des agressionspotentials meistens die leute an, und frag ob sie keine kopfhörer haben ... oder weise sie liebevoll darauf hin, ob dass die erfindung der kopfhörer früher mal eine tolle sache war, damit nicht alle mithorchen müssen...

man kann sich aber auch darauf einstellen, dass man von unbeteiligten teilw. auch älteren fahrgästen dafür blöd angeredet wird.. sie finden das ja nett, wenns in der bahn unterhaltung gibt.. auch wenns eine kakaphonie ist..
bisher noch immer glück gehabt, mein zahnbürstl fährt noch nicht ins leere...
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Oeffinator
13.08.2026 12:20     Antworten mit Zitat

Die Kampagne finde ich auch gut - insebsondere die untenstehenden Umfrageergebnisse, wonach sich 86% der Befragten von Telefonaten und Medienkonsum in den Öffis gestört fühlen und 92% der Befragten es für wichtig halten, dass lautes Telefonieren und Videoschauen ohne Kopfhörer unterlassen wird.

Ist es ein gesellschaftliches Problem? - Ja definitiv. Persönlich habe ich hier die Erfahrungen gemacht, dass ein bestimmtes aber trotzdem überlegt-freundliches Aufmerksammachen zumeist auf Verständnis beim Gegenüber führt, auch bei solchen Personen, bei denen man das aufgrund ihrer Erscheinung vielleicht nicht unbedingt vermuten würde.

Insgesamt halte ich Kampagnen, wie die der Wiener Linien, natürlich für richtig, dennoch glaube ich, dass die entsprechenden Problematiken bereits zu fortgeschritten sind, als dass ein rein plakatives Anschreiben ohne Kontrolle und Konsequenzen hier noch spürbar weiterhilft.
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