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Industrie-/Anschlussgleise der Linien 1, 3, 4 und 6
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Autor

manni
02.12.2020 11:57    Industrie-/Anschlussgleise der Linien 1, 3, 4 und 6 Antworten mit Zitat

Die Linien 1, 3, 4 und 6 besaßen in frühen 20. Jahrhundert Anschluss- bzw. Schleppgleise zu öffentlichen und privaten Strukturen, die wenig dokumentiert sind:

- Linie 1 Anschlussgleis Messe (Pferdebahn), Saggen

- Linie 3 Anschlussgleis Sägewerk Wörle, Pradl

- Linie 3 Anschlussgleis Krankenverteilanstalt, Pradl

- Linie 4 Anschlussgleis Mühlauer Schottergrube, Mühlau

- Linie 4 Anschlussgleis Ziegelei Mayr, Mühlau

- Linie 6 Anschlussgleis Torfproduktion Viller Moor, Igls

Nicht realisiert wurde ein Anschlussgleis der Rauchmühle. Alle sind im "Kreutz" erwähnt.

Meine Frage an die historisch Bewanderten und Sammelnden: hat jemand von euch weitere Informationen oder Bildmaterial zu diesen Gleisanlagen? Ich brauche das für ein Projekt. Bitte hier oder per PN melden.
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Admiral
02.12.2020 12:52     Antworten mit Zitat

nicht vergessen, haller bötinnen gleis vor der ottoburg, das nicht gebaute gleis der linie 2 am rennweg zum theater, das gleis beim konsum/wbf, das ladegleis nördlich des wbfs (siehe bert imsalz, italienische soldaten marschieren da vorbei), saggen/messe ist linie4 gewesen bzw noch vor nummerierung (und glaub auch vor strom)...
im staatsarchiv sollte sich viel dazu finden lassen...
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Zillerkrokodil
20.02.2022 00:45     Antworten mit Zitat

Soweit ich weiß wurde der Güterverkehr auf der Stubaitalbahn Anfang der 1970er Jahre eingestellt (Mit Abbau der Umladenalage am Westbahnhof) .

Weiß jemand, bis wann die Anschlußbahnen an der Linie 4, und das Sägewerk in Pradl bedient wurden ?
Mich würde es brennend interessieren !



LG Zillerkrokodil
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Admiral
20.02.2022 08:31     Antworten mit Zitat

Die Umladeanlage am WBF wurde 1955/56 mit dem bau der Konzertbrücke entfernt.
Güterverkehr war bis 74 auf der StB im Einsatz.
Die AB in Pradl war mWn nur projektiert und nie gebaut. Am Längsten war wohl die Ziegelei Mayer an der 4er angeschlossen, dann gab es noch die Ausweiche an der Ottoburg für die Haller Bötin und zu einem Schotterwerk nähe dem Südbahnviadukt..
Das Gleis bei der Ottoburg ist wahrscheinlich wie der Rest 1938 gefallen, ob es da noch bedient war. Güterverkehr war auf der 4er nie so das Thema. Man brauch hier nur die Anzahl der GWs mit den Anzahl der PWs in Verhältnis setzen und das auch für die StB machen.
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Hager
20.02.2022 12:24     Antworten mit Zitat

Bei der Haltstelle Lans-Sistrans gab es einst ein Abstellgleis für einen Güterwagen, das genutzt wurde. Später bezogen die Dorfbewohner Waren vom Frächter mit einem LKW, der auch täglich die Milchtransporte zum Milchhof Innsbruck besorgte. Die Umstellung dürfte sich schon in der Zwischenkriegszeit ereignet haben.
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Admiral
20.02.2022 20:54     Antworten mit Zitat

welche quelle hast du für das abstellgleis lanssistrans? ich höre davon das erste mal...? gibt es da fotos oder pläne?
hab mir gerade die topologie angeschaut bzw die grundstücke auf tiris, am ehsten könnte ich mir vorstellen, dass es platzmäßig westlich der haltestelle war, in der verlängerung der geraden von igls kommend als nördlicheres gleis aus dem bogen abzweigend.. hier ist noch platz und es ist flach...
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Hager
21.02.2022 11:45     Antworten mit Zitat

Die Quelle ist meine verstorbene Mutter (Jahrgang 1928), die davon erzählt hat. Platz wäre genügend, da der begleitende Weg zwischen Lans-Sistrans und Lansersee sowie eine kleine Fläche südlich der Huisnkapelle östlich der Bahnhofstraße im Eigentum der IVB steht. Ich vermute, dass die Weiche am Westrand der Haltestelle lag (möglicherweise im Bogen) und von Westen anzufahren war. Eine Umkehrschleife in Igls wurde erst für den Eisnatz der Ex-Bielefelder gebaut, eine Drehkonstruktion kenne ich nicht, daher fuhr die Dampflok im Regelfall wohl rückwärts nach Innsbruck (ich kenne nur solche Bilder). Das derzeitige Haltstellenhäuschen ist kleiner als der frühere Holzbau, dessen Umfang noch der Grundkataster widergibt (Gst. .73, früher Bp 73). Ich werde mich einmal beim Ortschronisten erkundigen.
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Admiral
21.02.2022 20:04     Antworten mit Zitat

okay na das wäre echt interessant... ja da habe ich eh gleich wie du vermutet, wo der stutzen gewesen sein könnte..
sowohl die haller dampfloks als auch die igler wurden nie gewendet.. bzw bis 1905 wahrscheinlich kein einziges der anderen fahrzeuge.. ab dann gab es das wendedreieck am bahnhof bzw ab 1908 dann die verbindung über die maximilianstraße, da kann ich mir vorstellen dass mal im kreis gefahren wurde mit beiwagen und güterwagen...
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Martin
21.02.2022 22:55     Antworten mit Zitat

Zur Igler
Da wäre es auch noch interessant, wo genau die Schleppbahn ins Moor andockte.
Auf dem 1940 ´er Luftbild erkenne ich leider weder das Gütergleis in Lans noch irgendetwas bahnähnliches im Moor. Allenfalls ein paar verdächtige Spuren am Südrand des Viller Moors, bei der Feldwegkreuzung wo sich alle Grüßgottwege begegnen.
Lt Chronik zweigte die Schleppbahn bei km 7,845 von der Strecke ab, kreuzt die Promenade zum See nach 100m und war insgesamt 460m lang. Wenn ich das richtig in der alten Kilometrierung geschätzt hab, müsste der Abzwei der Torfbahn beim Romedihof gewesen sein.
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Im übrigen bin ich der Meinung, dass die Regiotram (=Nebenbahn) jedenfalls von Zirl bis Mils geführt werden muss.

Die von mir aufgenommenen Fotos stehen unter CC-BY-SA 3.0 und können gerne der Lizenz entsprechend weiterverwendet werden.
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Hager
22.02.2022 13:04     Antworten mit Zitat

Von dieser Schleppbahn weiß ich nichts. Sie wird auch im Lanser Heimatbuch aus 1983 nirgends erwähnt. Zwischen einem Moorgebiet im Südosten des Lanser Sees (früher als "Seemadl" bezeichent) und dem See ist eine dammartige Striktur, auf der ev. diese Schleppbahn verlief. Trassierungstechnisch war sie jedenfalls widersinnig, da man in die Seesenke runterfahren hätte müssen. Von der Haltestelle Lans wäre alles kürzer und ziemlich flach gegangen, aber über wertvollen Fremdgrund. Das ganze Feuchtgebiet um das ehemalige Hochmoor (jetzt Seerrosenweiher oder Lanser Moor) gehörte wie der Lanser See und seine Umgebung (Seehof) der Unternehmensfamilie Rhomberg, die im Bereich des heutigen Sillparks etwa ab 1840 ein Spinnerei betrieb und den Torfstich in Lans als Energiequelle nutzte. So entstand der Seerosenweiher. Eine Enteignungsmöglichkeit nach dem Eisenbahnenteignungsgesetz 1878 dürfte nicht bestanden haben, was die nachteilige Trassierung möglichst über Eigengrund erklären könnte.
Persönlich glaube ich, dass diese Schleppbahn eher ein nie realisiertes Projekt bleib, ev. als Folge des Kohlemangels nach dem ersten Weltkrieg. Der Torfstich dürfte schon viel früher zugunsten der energiereicheren Kohle aufgegeben worden sein, die ja ab der Inbetriebnahme der Inntaleisenbahn 1858/59 schon für den Bahnbetrieb Kohle vor Ort zur Verfügung stand. Die Igler wurde wiederum erst 1900 gebaut.
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Admiral
22.02.2022 16:17     Antworten mit Zitat

meines wissens nach taucht die torfbahn nicht nur im projekt auf sondern auch in transportzahlen etc. abzweigung haltestelle lanser see
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Hager
22.02.2022 22:28     Antworten mit Zitat

Ich habe heute Abend mit dem Lanser Ortschronisten gesprochen. Auch er hat davon nie gehört oder etwas in Dokumenten gelesen. Die Senke des Lansersees (840m) liegt gut 10m tiefer als die nur rund 100 m Luftlinie entfernt gelegene Haltestelle, der Seerosenweiher (854m) wieder deutlich höher als die Haltstelle. Vielleicht war es ein Fuhrwerkstransport mit Verladung.
Ich bin jetzt aber auf einen angeblichen Torfabbau im Viller Moor ab 1921 gestoßen (Eintrag zur Mittelgebirgsbahn in Wikipedia, die Quelle ist nicht angeführt). Das dürfte mit dem Kohlemangel nach dem ersten Weltkrieg zu tun haben. Mein Eintrag bezieht sich auf das Lanser Moor (Seerosenweiher).
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manni
22.02.2022 23:40     Antworten mit Zitat

Ich habe kürzlich dieses Foto aus den 1920-ern aufgetrieben und mit 4800 dpi diesen Ausschnitt eingescannt. Wenn es das Industriegleis für die Torfgewinnung im Viller Moor gegeben hat, was nach den Chronikeinträgen im Kreutz eigentlich recht zweifelsfrei der Fall sein sollte, dann sehen wir hier wohl die Trasse.


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itsme
23.02.2022 11:12     Antworten mit Zitat

Bei dem Anschluss einer Torfbahn war immer die Rede vom Viller Moor, Hager sucht beim Lanser Moor vergeblich. Das Gebiet der Fam. Rhomberg geht, meines Wissens, nur bis westlich des Lanser Sees. An und für sich ist das gesamte Gebiet im Besitz des Kloster Wilten gewesen.
Brennmaterial war nach 1919 immer nötig, nicht nur die Igler Bahn sondern wahrscheinlich auch das Kloster.
werner
_________________
http://tiroler.bahnarchiv.net
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itsme
23.02.2022 11:20     Antworten mit Zitat

Hier etwas aus meiner Sammlung.
Anschlussgleis des Botenwageles vor der Ottoburg, einmal aus 1919 mit dem italienischen Militär (Berts Betrachter kennen dies schon)

und einer Postkarte von ca. 1910
.

Und noch ein Bild vom Anschlussgleis am Westbahnhof, um 1930 fuhr ein Stadttriebwagen mit Fracht bis vor das Lagergebäude vom Konsum Magazin.


Kenne noch den Anschluss der Ziegelei Mayr, kenne aber kein einziges Bild davon.
Werner
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http://tiroler.bahnarchiv.net
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Hager
23.02.2022 13:01     Antworten mit Zitat

Nur zur Info: der Lansersee und seine Umgebung wurden 1808 von der bayerischen Regierung enteignet und anschließend verkauft. Das Viller Moor war zeitweise ein (gestauter?) See mit Fischzucht für das Stift Wilten. Wann er trocken gelegt wurde, weiß ich nicht. Möglicherweise wurde das Gelände im Zuge der Ereignisse 1808 ebenfalls von den Bayern verkauft. In der Viller Dorfgeschichte kenne ich mich nicht aus.
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Admiral
23.02.2022 17:19     Antworten mit Zitat

auf dem luftbild von 1940 sieht man die trasse die manni meint noch zu großen teilen, ich hab das aber als rinnsal abgetan
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Martin
23.02.2022 20:49     Antworten mit Zitat

Super Entdeckung von Manni; ich kannte eine ähnliche Perspektive aber nur mit 800/600 Pixeln, da erkennt man nichts. Hier sieht man sogar die Verladestellen und den Torfstich :-)

@Hager: wollte da kein falsche Fährte legen, drum habe ich auch als Abzweig den Romedihof erwähnt, der grad nicht mehr in Lans ist.
Bin jedenfalls neugierig, wenn mal ein Photo vom Gütergleis Lans auftaucht.
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Zillerkrokodil
23.02.2022 21:01     Antworten mit Zitat

@Manni, @Werner

Interessant was ihr alles an Fotos zum Thema Güterstraßenbahnverkehr in Innsbruck und Umgebung aufgetrieben habt !


Toll wäre wenn es noch irgendwo ein Foto von der Ziegelwerk Mayer-Anschlußbahn zu finden wäre, und vor allem würde mich interessieren bis wann die Ziegelei an der Hallerstraße von der LBIHIT/IVB bedient wurde .


LG Zillerkrokodil
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manni
25.02.2022 16:14     Antworten mit Zitat

Ja, davon hätte ich auch sehr gern ein Foto.

Vom an die Linie 3 angebundenen Industriegleis des Sägewerks in Pradl, das angeblich existiert haben soll, gibt es zumindest ein Foto, auf dem man vermutlich dessen Fahrleitungsmasten sieht.

Am interessantesten fände ich persönlich Fotos von der Anschlussbahn in die KVA Pradl bzw. dem dortigen Endbahnhof mit mindestens zwei Gleisen und zwei Weichen (weil Beiwagenzüge abgestellt und umfahren werden mussten).

Ich halte natürlich auch die Augen offen, vielleicht taucht irgendwann ja mal am Markt was auf, so wie das Trassenfoto im Viller Moor oben. Ich glaube aber eher, dass man Firmen- und Militärarchive durchforsten müsste, oder vielleicht Landesarchiv oder Staatsarchiv? Es muss ja für alles Dokumentation gegeben haben z.B. im Zuge der behördlichen Abnahmen, Trassenbegehungen und derlei. Da fehlt mir allerdings noch die Expertise.
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