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Fahrerassistenzsysteme für Straßenbahnen

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Autor

kurt
18.09.2014 15:27    Fahrerassistenzsysteme für Straßenbahnen Antworten mit Zitat

Auf der letzten Tagung "Moderne Schienenfahrzeuge" welche letzte Woche an der TU Graz stattfand, hat Bombardier unter dem Titel "Die Straßenbahn lernt sehen" ein in Zusammenarbeit mit dem Austrian Institute of Technology in Entwicklung befindliches Fahrerassistenzsystem für Straßenbahnen vorgestellt. Bis dato kannte man derartige Systeme eigentlich nur aus dem eher hochpreisigen Automobilsektor, nun sollen solche Systeme aber auch bei der Straßenbahn Einzug halten. Auf Grund straßenbahnspezifischer Anforderungen konnte aber nicht auf bereits am Markt erhältiche Systeme zurückgegriffen werden, daher die Neuentwicklung. Das System soll in Echtzeit das Vorfeld des Fahrzeugs laufend analysieren und den Fahrer bei drohender Gefahr entsprechend warnen. Als weiteren Schritt stellt man sich vor, dass das Fahrzeug dann auch selbstätig zu bremsen beginnt, sollte vom Fahrer keine Reaktion kommen.

Grundsätzlich finde ich den Ansatz recht interessant, fürchte allerdings, dass sich dann unsere "Freunde von der MIV-Fraktion" noch weniger scheren, weil sie glauben die Bim bremst eh automatisch. Oder wie seht ihr das?
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Schienenschraube
18.09.2014 21:55     Antworten mit Zitat

vgl. auch http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130923_OTS0028/strassenbahnen-lernen-sehen-denken-und-reagieren-bild Naja, weniger wie nicht scheren kann man sich eh nicht. Wobei es ja auch schon passiert ist, dass Straßenbahnen auf andere Straßenbahnen oder Busse aufgefahren sind - wenn das verhindert werden kann, warum nicht? Nur sollte es halt nicht ständig zu unnötigen Notbremsungen kommen...
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manni
18.09.2014 22:39     Antworten mit Zitat

Ich wùrde da eventuell die Gefahr sehen, dass die Tram ihren Sonderstatus als Schienenfahrzeug im Straßenverkehr bei der nächsten Novelle der StrabVO verlieren könnte, und sehe außerdem auch gar keine Notwendigkeit dafür. Wie viele Unfàlle mit Beteiligung von Straßenbahnen hatten wir 2013? Einen? Zwei?.
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Linie O
19.09.2014 07:39     Antworten mit Zitat

Ohne es genau zu wissen, würde ich sagen, dass eine Zahl von 15 bis 20 Unfällen pro Jahr, das wäre ein Unfall alle drei Wochen, was durchaus realistisch erscheint.
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manni
19.09.2014 09:34     Antworten mit Zitat

Ich meinte nennenswerte. Keine umgefallenen Omas oder geetreifte Falschparker.
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Linie O
19.09.2014 10:49     Antworten mit Zitat

Gestreifte Falschparker kommen sicher am seltensten vor, da unsere Fahrer entsprechend vorsichtig an schlecht geparkten Autos vorbeifahren.
Umfallende Fahrgäste resultieren aber genau aus der im Eingangsposting beschriebenen Situation.
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ice108
19.09.2014 12:18     Antworten mit Zitat

Umgefallene Fahrgäste wird man vor allem wohl nie ganz vermeiden können, in öffentlichen Verkehrsmitteln die sich durch die Abwesenheit von Sicherheitsgurten, und die Anwesenheit von Stehplätzen auszeichnen.

Und ob ein Assistenzsystem weniger umfallende Fahrgäste produziert? Wieviele Vollbremsungen die im Endeffekt ein Fehlalarm waren wird es geben, wenn das System bei fehlender Reaktion des Fahrers selbstständig bremst?

Ob so ein Sensor im dichten Stadtverkehr, mit einem Haufen Fußgängern, und wenig Platz zwischen Tram, geparkten Autos etc. wirklich immer richtig liegt (oder doch manchmal in Sachen Vollbremsung zur sicheren Seite tendiert, wo der Fahrer sieht da ist nichts), müsste sich erstmal zeigen.
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manni
19.09.2014 17:40     Antworten mit Zitat

Eben das ist meiner Meinung nach die Hauptfrage: kann so ein System so intelligent sein, dass unnotwendige Vorsichtsbremsungen vermieden werden? Wir wollen die Reisegeschwindigkeit der Bahnen ja erhöhen, nicht senken.
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sLAnZk
23.09.2014 01:58     Antworten mit Zitat

Ich finde das interessant. Das System könnte, nachdem es immer dieselbe Strecke beobachtet, enorme Erfahrung sammeln und - vorausgesetzt, es ist entsprechend verbunden mit der restlichen Elektronik - einen wirklichen Beitrag zur Sicherheit leisten.

Das System würde aus meiner Sicht eher Vorsicht üben helfen, vielleicht auch klingeln. Ähnlich einem erfahrenen Fahrer würde es die wilden Ecken kennen und kann außerdem überall zugleich hinschauen.

Ich glaube, es brächte eher eine Beschleunigung mit sich, wenn man es richtig einsetzt.

Und was die Leute betrifft, die die Tram schneiden, so dürften die sich einerseits wohl so oder so nicht abhalten lassen, andererseits ist selbst das simpelste Wissen über Straßenbahn schon im normalen Publikum so sehr uninteressant und unbekannt, daß ein Einfluß auf das Fahrverhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten ist.

Wäre also interessant.
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Es kreist die Tram in meinem Kopfe
herum fährt sie mit Strom
es liegt so Spannung an meinem Schopfe
das hab ich jetzt davon.
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anxi
23.09.2014 16:08     Antworten mit Zitat

Also ich denke, dass ein solches System durchaus Sinn macht. Fixe Parameter wie zB der Seitenabstand sind von entsprechend intelligenten Computern sehr präzise erfassbar. Ich denke da gibt es auch wenig bis garkeine Fehlauslösungen.

Schwieriger wird's aber beim vorbeilaufenden Fußgänger; es gibt zwar Zweibildtechnologien (die Bim sieht dann quasi 3d) wie sehr sich solche Dinge bisher etabliert haben entzieht sich aber meiner Kenntnis. Generell gilt, dass solche Systeme immer mit ihren Aufgaben mitlernen. Ähnlich wie ein lernfähiger Mensch würde es aus Fehlentscheidungen lernen, wenn man es auch mit der Problemlösung füttert.
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manni
30.09.2014 11:04     Antworten mit Zitat

Die Technologie ist sehr weit fortgeschritten, siehe selbstfahrende Autos. Wenn so ein System nicht direkt in die Fahrt eingreift, sondern nur Warnungen ausgibt, wäre es mE schon vorstellbar. Problematisch wird es, wenn das System nach festen Regeln definierte Situationen erkennt und selbsttätig handelt, ohne aber zu erkennen, dass es eigentlich keine Gefahrensituation ist.
Ein Beispiel dafür wäre der typische Fahrrad-Rowdy, der noch wenige Meter vor der herannahenden Tram noch schnell die Schienen quert. In solchen Situationen darf keine Zwangsbremsung oder Verzögerung eingeleitet werden, weil das einfach zu oft vorkommt.
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kurt
13.10.2014 21:55     Antworten mit Zitat

Falls es jemanden interessiert, die Präsentation welche im Rahmen des Vortrages bei der Tagung gezeigt wurde ist nun Online: http://www.schienenfahrzeugtagung.at/download/PDF2014/MiV05-Lechleitner.pdf

Grundsätzlich bin ich schon auch für technische Sicherungen wo sie notwendig sind, bin aber jedoch kein Freund von Systemen die dem Menschen alles abnehmen, bei denen der Mensch dann unaufmerksam wird, weil er sich auf die Technik verlässt. Mich würde da mal auch die Meinung von Tramfahrern (weil die sind es ja in erster Linie, die es betrifft) hierzu interessieren. Denke schon, dass hier der eine oder andere mitliest und uns hierzu seine Meinung kundtun möchte.
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