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Haltestellenbremse?

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Autor

Steph
08.10.2014 10:34    Haltestellenbremse? Antworten mit Zitat

Ich frage mich, ob es Pflicht ist, eine vorhandene Haltestellenbremse (im Linienverkehr, nicht bei Reisebussen) zu benutzen? Oder darf sie der Fahrer auch deaktivieren?

Hab auf die (sehr) Schnelle nichts gefunden.
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patler
08.10.2014 22:51     Antworten mit Zitat

Gibt es Sinn, die Haltestellenbremse "abzuschalten" im Linienverkehr?

Diesbezüglich weiß ich auch nix. Sag bloss es hat jemand getan um mit offener Tür fahren zu können?
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Steph
09.10.2014 12:20     Antworten mit Zitat

Nein, es wird nicht mit offener Tür gefahren. Aber andererseits kann man bei sich noch schließenden Türen von der Hst abfahren bzw. die Türen öffnen, wenn man noch nicht zu 100% steht. Ist bei Bustypen mit seeeehr trägen Türen "vorteilhaft".

Ich frage mich, ob der Fahrer entscheidet, ob er die Hst-Bremse benutzt oder ob es Vorschrift ist.
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Fibk
09.10.2014 22:09     Antworten mit Zitat

Bei deaktivierter Haltestellenbremse ist ein Fahren mit Fahrgästen aus Sicherheitsgründen nicht gestattet!
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IBKBus
10.10.2014 00:49     Antworten mit Zitat

Bei Solaris ertönt ab einer gewissen Geschwindigkeit ein durchgehender Warnton.
Ich sehe auch keinen Grund wegen langsamen Türen soetwas zu deaktivieren, Türen kann man ja schließlich auch schneller einstellen.
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Steph
10.10.2014 15:18     Antworten mit Zitat

Ich rede ja nicht von Innbus oder Ledermair.
Jedenfalls muss es die Möglichkeit geben, die Hst-Bremse zu deaktivieren, weil sie vereinzelt von Fahrern beim *hust* Postbus *hust* deaktiviert wird. Dort "schimpft" das Warnsignal aber nur, solange die Türen noch nicht ganz geschlossen sind bzw. wenn sie frühzeitig geöffnet werden.
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manni
10.10.2014 16:25     Antworten mit Zitat

Fibk schrieb:
Bei deaktivierter Haltestellenbremse ist ein Fahren mit Fahrgästen aus Sicherheitsgründen nicht gestattet!


Bitte eine Quelle dazu - ich denke, Steph möchte wissen wie das rechtlich ist.
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Fibk
10.10.2014 18:04     Antworten mit Zitat

Ich weiß nicht ob das gesetzlich geregelt ist, bei der Innbus gibt es jedenfalls eine klare Anweisung dazu ..
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Linie O
10.10.2014 19:58     Antworten mit Zitat

Steph schrieb:
Jedenfalls muss es die Möglichkeit geben, die Hst-Bremse zu deaktivieren, weil sie vereinzelt von Fahrern beim *hust* Postbus *hust* deaktiviert wird. Dort "schimpft" das Warnsignal aber nur, solange die Türen noch nicht ganz geschlossen sind bzw. wenn sie frühzeitig geöffnet werden.


Die Möglichkeit gibt es. Gesetzlich habe ich bislang auch nichts dazu gefunden.

Fibk schrieb:
...bei der Innbus gibt es jedenfalls eine klare Anweisung dazu...


Das betrift in den Fall wohl nur die dauerhafte Deaktivierung der Anfahrsperre über den Kippschalt über der entsprechenden Türe.
Bei Störung der Haltestellenbremse ist es durchaus üblich, dass diese über den Notlöseknopf deaktivert wird und die Fahrt fortgesetzt wird, bis der Bus getauscht wird.
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krisu
10.10.2014 21:24     Antworten mit Zitat

patler schrieb:
Gibt es Sinn, die Haltestellenbremse "abzuschalten" im Linienverkehr?

Diesbezüglich weiß ich auch nix. Sag bloss es hat jemand getan um mit offener Tür fahren zu können?


Das fand ich als Schulkind vor Jahren sehr angenehm. Gefahren wurde mit offener Türe als es bosonders heiss war. Rausgefallen ist natürlich keiner, aber im Inneren herrschte ein angenehmer Luftaustausch.

Bei der Tramway in Lissabon fiel mir positiv auf (bei den alten Wagen), dass der Fahrer die vordere Türe bereits öffnet, während der Wagen noch am verzögern ist. Er hat den Einstiegsbereich ja gut im Blick. Und zwar so, dass die Türen offen sind sobald der Wagen steht oder die letzten Dezimeter ausroll. Das gehört zum menschlichen Dasein dazu, dass man diese Dinge von sich aus ganz automatisch optimiert, spielerisch und mit wachsender und wachsamer Erfahrung:
Kaum steht die Tram still oder kurz davor, steigt der Passagier aus, wobei der geübte Fahrgast den letzten Vorwärtsimpuls der Tram beim aussteigen mitnimmt um elegant um die letzte Haltestange in Fahrrichtung zu schwingen.
Der Fahrer hat das ja alles im Blick, bei der hinteren Türe wird wohl modernistischer verfahren.

Steigen nur ein oder zwei Fahrgäste aus, spart das System zudem enorm Zeit: Der Wagen steht vielleicht gerade mal eine Sekunde still, schon geht es wieder weiter. Ähnliches ist bei Busbetrieben im Süden ganz allgemein praxisnaher Usus.

Sogar bei den alten S-Bahn Garnituren in München liessen sich vor Jahren noch Türen bequem öffnen, jene mit den mechanischen Türöffnern, bei denen jeder Türflügel einzeln geöffnet werden konnte: Bremste die Bahn ab, hielt man den mechanischen Türöffnerentriegler-Hebel in Fahrrichtung abwartend gedrückt (die Kraft dazu liefert das Verzögern in Fahrtrichtung, also Superbequem für alle), bis die Taschenschiebetüre (also nix Ausschwenk) knapp vor Stillstand freigegeben wurde. Womit der eine Türflügel in Fahrtrichtung sodann mit dem letzten Krümel kinetischer Energie des Wagons ruckzuck aufgleitete (die Druckluft als Öffner war zu langsam), während die zweite Türe geschlossen verblieb.
Als Aussteigender nahm man auch hier den Vorwärtsimpuls gleich beim aussteigen mit (wobei das nur selten möglich war, denn die Züge standen dann schon meist still). Glaube das lernt man bei täglicher Nutzung ganz automatisch, von Kindersalter aus. Ist ja kein Muss.

Jetzt geht das natürlich nicht mehr, wo kämen wir da hin?
Sensortasten ohne jeglichen haptischem Feedback, bei denen zudem nie klar ist, ob der Öffnenwunsch überhaupt angenommen wurde (was je nach Bahn auch erst nach Stillstand der Fall sein kann) und wie feste man den Daumen auf das Stück Glas wo genau in der Mitte herumschmieren und -tappsen muss. Irrenhaus. Man muss also stets auf die Ledkreise hinstarren, ob sie denn "grün" werden- Sofern es nicht zu Hell für LEDs ist. m Winter heisst es dazu noch "Handschuhe ausziehen" (kapazitiver Sensor), was zB. aussen bei Bustüren gut nerven kann.

Neu gibt es (bei Regionalbahnen) jetzt noch neue und besonders langsam aus- und einfahrende plane Trittbretter, die freilich gemütlich vor (und nac) Türfreigabe langsam vor sich hinschieben- sofern sie nicht wg. kleiner Steinchen die aus den Schuhsohlen fallen (Streugut im Winter...) ganz blockieren. Technisch tatsächlich hochinteressante, regelmässig mit Prüfplakette zu versehende mikroporzessorgesteuete Komplexmechanik, überwacht durch Sensororgien verteilt im Zugbussystem vernetzt... agieren als geballte menschlich geschaffene Intelligenz wirksam vor sich hin.

Das Trittbretttheater nebst rot blinkendem Licht über jeder Türe und disonantem akustischem rumpiepen vervollständigen die moderne Burlesque.
Im Mailand in der neuen automatischen Metrolinie 4 gibt es sogar eine synthetische Stimme die bei jeder Haltestelle vor dem offenbar gefährlichen Öffnen der Türen warnt. Kein Wunder dass in Italien die Irrenhäuser vor Jahren aus humanistischen Überlegungen heraus abgeschafft wurden: Neu fahren die offenbar als ÖPNV- Vehikel.

Wie lange dauert das bei uns mit der Haltestellenbremse (wusste garnicht, dass es das gibt), dem penetrantem Türgepiepe plus den vollständig bei Stehen durchzuführenden Türe Öffnen und Schliessen?


Mei, alles Zusammen die vielen kleinen Dinge im Täglichen, ob Tram oder nicht... ist wie Leben unter Sonne vs. in der Klarsichtfolie in der Kühltruhe ...
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manni
10.10.2014 23:11     Antworten mit Zitat

krisu schrieb:
Kein Wunder dass in Italien die Irrenhäuser vor Jahren aus humanistischen Überlegungen heraus abgeschafft wurden: Neu fahren die offenbar als ÖPNV- Vehikel.


:D :D :D
Wieder mal eine köstliche Abhandlung, Kris, wenn auch schwer OT. :)
Ich sehe das genauso. Sicherheits- und Technikwahn zum Abfangen wachsender Massenidiotie auf Kosten aller. In irgendeiner Stadt gibt es schon bai Annäherung einer Bahn vibrierende Gehwegplatten an Fußwegquerungen, um zu verhindern, dass kopfhörertragende urbane BlindgängerInnen den Weg gehen, für den sie nach Darwins Gesetz eigentlich bestimmt wären.
Noch in den 1980ern fuhren auch in Innsbruck Busse im Hochsommer mit offenen Türen, oft war die erste Tür offen, manchmal auch die zweite. Das hörte erst mit den ersten Miederflurbussen auf. Bei der Straßenbahn hab ich das bei uns allerdings nie beobachtet.
Ich warte auf den Tag, an dem auf unseren Firstworld-Gehsteigen im Meterabstand "Bitte linken Fuß nach vorne setzen" und "Bitte rechten Fuß nach vorne setzen" aufgepinselt wird und neben Randsteinen vielleicht "Vorsicht Schwerkraft".
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Steph
13.10.2014 11:35     Antworten mit Zitat

Insofern darf ich zum Schluss kommen, dass es...
a) ...technisch möglich ist, die Hst-Bremse zu deaktivieren und "normal" weiterzufahren (was ich mir eh gedacht habe bzw. eh klar war)
b) ...gesetzlich zulässig ist
c) ...betriebsintern individuell geregelt und gehandhabt wird

Im Falle eines Falles wird die Versicherung aber keine Freude haben, wenn dann doch etwas passiert und die Hst-Breme eigentlich ja eingeschaltet sein sollte...
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spfelsberg
13.10.2014 16:33     Antworten mit Zitat

Steph schrieb:
Insofern darf ich zum Schluss kommen, dass es...
a) ...technisch möglich ist, die Hst-Bremse zu deaktivieren und "normal" weiterzufahren (was ich mir eh gedacht habe bzw. eh klar war)


Das ist von Bustyp und Konfiguration abhängig. In vielen älteren Busse gibt es grundsätzlich keine automatische Haltestellenbremse bei offenen Türen, dort kann man fahren wie man will. In den neueren Bussen ist so, dass die Haltestellenbremse automatisch aktiviert wird sobald eine Türe offen ist. Es gibt aber auch immer eine Notlösefunktion, solange diese Aktiviert ist ertönt ein Warnton.
_________________
www.bus-gr.ch.vu
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Heli
14.10.2014 12:17     Antworten mit Zitat

gesetzlich ist es erlaubt, wenn die Tuere im Sichtbereich und unter einfluss des Fahrers steht, unsere neuen Busse (Bj. 2014) erlauben ein Anfahren, es ertoent aber ein Warnton und man kann nicht ueber 10 km/h beschleunigen, selbiges beim Oeffnen, die Moeglichkeit dazu besteht erst bei unter 3 km/h, als Indikator fuer den Fahrer dient das Zischgeraeusch, welches man auch bei den Citari kurz vor dem Stehenbleiben hoert.

edit: wir haben auch aeltere Busse im Bestand (Baujahre 2007-08 ) bei welchen die Tuere automatisch schliesst, sobald der Fahrer losfaehrt (bei ca. 5 km/h).
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