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VLR (Very Light Rail)
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Autor

manni
06.04.2022 14:15    VLR (Very Light Rail) Antworten mit Zitat

http://urban-transport-magazine.com/en/vlr-very-light-rail-a-new-concept-for-coventry/

Was haltet ihr davon?
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luca
06.04.2022 15:42    Re: VLR (Very Light Rail) Antworten mit Zitat

Soweit ich das richtig verstehe, werden hier zwei voneinander unabhängige Neuheiten präsentiert, oder?

- Batteriebetriebene Mini-Straßenbahnen
- Bahngleise, die weniger Unterbau benötigen und deshalb besonders schnell & einfach zu errichten sind
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Fahrzeug Technik
06.04.2022 17:37     Antworten mit Zitat

Ich sehe das skeptisch, dann wären ja alle dumm, die eine herkömmliche Straßenbahn bauen.
Entspricht das Fahrzeug den europäischen Normen für Schienenfahrzeuge? Wenn ja, dann wird es kaum günstiger sein.
Bei Verlegung der Betontrasse im städtischen Raum wird man trotzdem die Versorgungsleitungen erneuern oder/und verlegen müssen.
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Ingenieur
06.04.2022 18:18     Antworten mit Zitat

So auf die Schnelle und ohne tiefergehende Recherche:
1) Fahrzeug
Es fehlen im Artikel leider fast alle wesentlichen technischen (und kaufmännischen) Daten. So kann ich aufgrund der Abbildungen nur vermuten, daß es sich um ein 2-achsiges Fahrzeug auf Basis einer Leichtbaukonstruktion handelt. Nach den Bildern zu schließen, dürfte es einen Fahrer benötigen (Scheibenwischer) und damit auf Sicht fahren. Außerdem ist es wahrscheinlich nicht kuppelbar. Bei einer Kapazität von lediglich 50 bis 60 Fahrgästen entspricht es einem Midibus.
Daraus ergeben sich zumindest folgende Problempunkte:
- Betriebskosten (Personalbedarf und wenig Kapazität je Fahrzeug, wahrscheinlich eher geringe Reisegeschwindigkeit)
- Crashsicherheit
2) Gleissystem
Die Systemhöhe von 30cm beinhaltet offensichtlich sowohl Tragplatte als auch Schienen. Das ergibt für die vorgespannte Betontragplatte eine Höhe von lediglich ca. 15cm. Das System wird dann offensichtlich auf den bestehenden Straßenunterbau aufgelegt und rundherum einasphaltiert.
Hier sehe ich einen großen Problempunkt:
- Die Tragfähigkeit des Oberbaus dürfte viel geringer als bei einer herkömmlichen Straßenbahn-Konstruktion sein. Nun ist zwar auch das Fahrzeug leichter, aber der restliche Verkehr (PKW, LKW) nimmt darauf keine Rücksicht. Im Mischverkehr dürfte diese Leichtkonstruktion ziemlich bald sanierungsbedürftig sein, was die Erhaltungskosten stark in die Höhe treibt und die Verfügbarkeit deutlich reduziert. Daraus ergibt sich eine nur auf bestimmte Sonderfälle eingeschränkte Anwendbarkeit:
- Peoplemover z.B. im Ausstellungs- und Messegelände, in Freizeitparks, auf Flughäfen, in einem großen und weitläufigen Universitätscampus, als Zubringer zur Straßenbahn, U-Bahn, S-Bahn in größeren, autofreien Siedlungsstrukturen. Voraussetzung wäre allerdings die Möglichkeit, das Fahrzeug autonom zu betreiben.

Als Ersatz für eine herkömmliche Straßenbahn erscheint mir das System eher unbrauchbar.
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Verkehrsplaner
06.04.2022 18:21     Antworten mit Zitat

Macht mich ehrlich gesagt ziemlich stutzig. Batteriefahrzeuge sind eigentlich erstmal mit einer nicht unerheblichen Gewichtszunahme verbunden. Die muss dann erst mal kompensiert werden, bevor man Gewicht einsparen kann. Da würde mich dann schon genauer interessieren, was für revolutionäre Werkstoffe man einsetzt um das zu erreichen.

Natürlich sind die Fahrzeuge viele leichter als normale Straßenbahnen, sie sind ja aber auch viel kleiner. Ob die Einspareffekte es wert sind bei der Kapazität solche Abstriche zu machen? Die Dinger haben weniger Kapazität als ein Standardbus. In Innsbruck wären also bestenfalls der B und der W Kandidaten für sowas, und muss man wirklich unbedingt dort Gleise verlegen, wenn der Schuh eigentlich bei anderen Linien viel mehr drückt? Natürlich ist eine richtige Straßenbahn für den R teurer, aber der Nutzen ist auch viel höher.
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Admiral
06.04.2022 19:15     Antworten mit Zitat

kann ing. und vp nur zustimmen, habe beim lesen die gleichen gedanken gehabt... evtl in der errichtung billiger, aber in der erhaltung teurer... plus evtl nichtmal 2achser sondern 4radler.. das ist dann auch nicht immer ideal... plus wenn hier wirklich nur 4 räder drunter sind oder 2 achsen ist der verschleiss deftiger... und 15m radius haben wir sogar in ibk wenn ich das recht weiß.. klar meterspur und nicht normalspur..
und ich bin definitiv kein freund von akkus.. schwer, seltene metalle, teuer in der herstellung, teuer in der wartung (tausch), und man verliert einfach energie mit x mal umwandeln. wenn man schon kleinbahnen haben will, dann gibt es sicher auch noch die möglichkeit kürzerer gelenkswagen in straßenbahnbauweise..
plus dass man einen systembruch hat, wenn die gleise für die normale bahn nicht befahrbar sind... dann lieber gscheid investieren, und wenn das weniger befahrene strecken sind, dann hält das zeug auch entsprechend länger..
und ist der kostenunterschied jetzt wirklich so signifikant am gleiskörper... nicht jetzt den billiggleiskörper gegen das ganze massafedersystem vor der klinik gegenrechnen... weil auch der gleiskörper wird dann eine entsprechende dämmung etc benötigen, wenn man keinen körperschall will... oder sind die paar cm unterbau mehr dann doch gut investiert...
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This article is a natural product. The slight variations in spelling and grammar enhance its natural character and beauty and in no way are to be considered flaws or defects.
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Verkehrsplaner
06.04.2022 21:09     Antworten mit Zitat

Naja, das Argument ist ja, dass man wegen der geringen Bautiefe keine Leitungen umlegen muss. Aber will man wirklich Leitungen, die nicht mal beim Streckenbau erneuert werden, unter dem Gleiskörper liegen haben?
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Ingenieur
06.04.2022 21:57     Antworten mit Zitat

Die Bautiefe ist beim "normalen" Oberbau (also ohne aufwendiges Masse-Feder-System) vielleicht nicht einmal so das Problem. Wenn ich mir die Bilder vom Neubau im O-Dorf ansehe, dann ist der Graben eher weniger als einen Meter tief. Die meisten Leitungen liegen sowohl aus Sicherheits- als auch aus Anschlußgründen deutlich tiefer.

Was störender ist, sind die umfangreichen Armaturen, welche bis an die Oberfläche reichen, wie Kanaldeckel, Ventile und Schächte für Kabelanschlüsse. Das muß, soweit möglich, vor dem Gleisbau aus dem Gleisbereich verlegt werden.

Ein Teil der umfangreichen Infrastruktur wird immer auch unterhalb der Gleistrasse liegen. Und im Störfall schneidet man dann eben, falls erforderlich, einen Gleisabschnitt heraus (hatten wir ja z.B. in Kranebitten noch vor der Betriebsaufnahme). Und nach der Betriebsaufnahme gibt es zu aller Freude Schienenersatzverkehr ...
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Oeffinator
07.04.2022 07:42     Antworten mit Zitat

Als Idee interessant, als Innovation halte ich es höchstens punktuell zielführend. Bin hier mehr für bereits existierende Schiennenlösungen aber für eine deutliche Vereinfachung und Beschleunigung von Verfahren zur schnelleren Realisierung eben dieser.
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Ein funktionierender und leistungsfähiger ÖPNV ist für eine dynamische, pulsierende und wirtschaftlich erfolgreiche Stadt die Essenz der Zukunft.
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Verkehrsplaner
07.04.2022 09:41     Antworten mit Zitat

Ingenieur schrieb:
Die Bautiefe ist beim "normalen" Oberbau (also ohne aufwendiges Masse-Feder-System) vielleicht nicht einmal so das Problem. Wenn ich mir die Bilder vom Neubau im O-Dorf ansehe, dann ist der Graben eher weniger als einen Meter tief. Die meisten Leitungen liegen sowohl aus Sicherheits- als auch aus Anschlußgründen deutlich tiefer.


Ich gebe ja nur wieder, was im Artikel steht. Dort wird das als Hauptvorteil angegeben, nicht die geringeren Kosten des Oberbaus an sich.

Ingenieur schrieb:

Was störender ist, sind die umfangreichen Armaturen, welche bis an die Oberfläche reichen, wie Kanaldeckel, Ventile und Schächte für Kabelanschlüsse. Das muß, soweit möglich, vor dem Gleisbau aus dem Gleisbereich verlegt werden.


Daran würde auch dieser Flachoberbau nichts ändern, also ist der Vorteil wieder futsch.

Ingenieur schrieb:

Ein Teil der umfangreichen Infrastruktur wird immer auch unterhalb der Gleistrasse liegen. Und im Störfall schneidet man dann eben, falls erforderlich, einen Gleisabschnitt heraus (hatten wir ja z.B. in Kranebitten noch vor der Betriebsaufnahme). Und nach der Betriebsaufnahme gibt es zu aller Freude Schienenersatzverkehr ...


In Kranebitten? Da liegt noch kein Meter Straßenbahngleis, und da wird auch nie einer liegen.
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Ingenieur
07.04.2022 16:15     Antworten mit Zitat

Verkehrsplaner schrieb:
In Kranebitten? Da liegt noch kein Meter Straßenbahngleis, und da wird auch nie einer liegen.

Ich habe micht halt an der Bezeichnung des Flughafens Innsbruck-Kranebitten orientiert :D
Korrekt wäre natürlich Technikerstraße in der Lohbachsiedlung. Ich ersuche um Nachsicht :wink:
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Verkehrsplaner
07.04.2022 17:06     Antworten mit Zitat

Das ist mir auch ein Rätsel, warum der so heißt.
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Admiral
07.04.2022 17:08     Antworten mit Zitat

wahrscheinlich um ihn nicht mit innsbruck reichenau zu verwechseln
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Ingenieur
07.04.2022 18:39     Antworten mit Zitat

Verkehrsplaner schrieb:
Das ist mir auch ein Rätsel, warum der so heißt.

Jede Weltstadt hat einen Flughafen mit Zusatzbezeichnung. London Heathrow, New York JFK, Moskau Sheremetyevo, Tokio Narita etc.
Innsbruck Lohbachsiedlung oder gar Ulfiswiese wären zu banal gewesen. Hötting vulgo Koatlackn hätte niemand verstanden :D
Also blieb nur Kranebitten übrig.
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Martin
07.04.2022 21:12     Antworten mit Zitat

Es erinnert mich an
https://en.wikipedia.org/wiki/Parry_People_Movers
http://www.parrypeoplemovers.com/
https://friendlycreatives.co.uk/ppm/contacts-and-links/
https://www.youtube.com/watch?v=XdRpPyUNLJc
https://en.wikipedia.org/wiki/British_Rail_Class_139
Was ist das Original - und hat sich das damals bewährt? Zumindest machen die hier den Eindruck dass sie nicht auf Subventionen spekulierten sondern mit einem Prototyp in Vorleistung gingen, der von einer Genossenschaft https://www.stourbridgelineusergroup.info/ in Stourbridge zu Testfahrten auf eine 1km Strecke https://en.wikipedia.org/wiki/Stourbridge_Town_branch_line verwendet wurde und wie mir scheint noch immer wird. Sehr britsche Herangehensweise.

Die Genossenschafts HP klingt aber nicht gut: SEV
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Im übrigen bin ich der Meinung, dass die Regiotram (=Nebenbahn) jedenfalls von Zirl bis Mils geführt werden muss.

Die von mir aufgenommenen Fotos stehen unter CC-BY-SA 3.0 und können gerne der Lizenz entsprechend weiterverwendet werden.
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lech
07.04.2022 22:33     Antworten mit Zitat

Das Stourbridge-Shuttle hat die letzten gut 16 Jahre eigentlich gut funktioniert, und während der Pandemie neue Gleise bekommen (es wird ja auch schon lange über Verlängerung diskutiert).
Vielleicht vertragen die Schwungräder die deutlich ruhigere Fahrt nicht ;-)

Wobei, "ongoing maintenance" ist schon sehr unspezfisch, siehe https://twitter.com/SbridgeShuttle/status/1509138388691075082?s=20&t=cPZyHN-PxDE5YKh77c281g
Deren Twitter ist meist recht aktuell, kommuniziert manchmal auch kurzfristig Störungen anderer ÖPNV-Dienste in der Gegend.


Zur Orginal-Idee mit der Mini-Tram: Kombiniert das nicht die Nachteile verschiedener Systeme, Schienengebunden und Schienenfahrzeugvorschriften und geringe Kapazität?

Das mit dem Schnell-mal-in-die-Oberschicht-einlassen kann ich mir schwer vorstellen, so geschleckt wie der Rasen in Wimbledon sehen Britische Straßen selten aus.

Vielleicht macht's punktuell Sinn wenn man halb oder ganz brachliegende Eisenbahnstrecken mitbenutzen kann, oder Fahrbahnspuren die man dem MiV sowieso wegnehmen will (Popup-Radstreifen?), oder evtl. zugeschüttete Kanäle (bei denen geht der Trend aber eher zum Reaktivieren als Kanäle).
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Admiral
08.04.2022 10:58     Antworten mit Zitat

hötting koatlacken wäre auch sehr verwirrend, liegt doch st nikolaus ganz wo anders als der flughafen und gehört im gegensatz zu kranebitten nichtmal zu hötting...

ich finde systembrüche halt immer eine schwierige sache, die es auch nicht unbedingt praktischer machen, wenn man etwas ändern will.. plus mehr wartungsaufwand etc...und je weniger akku desto gut.. obus oberleitung hat mal noch einen höheren erhaltungsaufwand als strab oberleitung, doppeltes kupfer, mehr anpressdruck, weichen... aber wenn es "nur" strab oberleitung ist, sollte man diese schon springen lassen..
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Verkehrsplaner
08.04.2022 12:47     Antworten mit Zitat

Aber du siehst doch was man im schönsten Tal Tirols aufführt, da kann es ja gar nicht teuer genug sein um die Oberleitung über einer Eisenbahnstrecke zu verhindern. Da nimmt man sogar in Kauf, dass der mühsam wieder aufgebaute Güterverkehr endgültig stirbt.

Was ich damit sagen will ist, dass die Entscheidung für oder gegen eine Oberleitung leider nicht immer aus rationellen Gründen getroffen wird.
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418
09.04.2022 10:54    Re: VLR (Very Light Rail) Antworten mit Zitat

manni schrieb:

Was haltet ihr davon?


Ich halte das für eine sogenannte Gadgetbahn. Jemand probiert etwas Neues, aber ob es künftig sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten gibt, die nicht in gleichem Maße oder gar besser von herkömmlichen Verkehrsmitteln bedienbar sind, ist unklar.
Ein bisschen kommt es mir vor wie eine Mischung aus Feldbahn und Schienenbus.
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Zillerkrokodil
09.04.2022 21:48     Antworten mit Zitat

Ich habe mir nun den Thread durchgelesen und möchte mich dazu nun auch äußern .

Für lange Durchmesserlinien ist dieses Gefährt nicht geeignet und von den Erfindern wohl auch nicht gedacht .

Vielmehr scheint es mir als eine Ergänzung zu bestehenden Straßenbahnsystemen . Stadteile die nicht direkt an die Straßenbahn angeschlossen sind, Industriegebiete oder größere Universitätsgelände wären mögliche Einsatzgebiete .

Für Innsbruck eventuell wäre es zum Beispiel für eine Stichstrecke von der Jugendherberge in das Industriegebiet Rossau eine Option falls nicht der F zwischen dem O-Dorf und Rossau Gleise unter den Rädern bekommen sollte .

Eine weitere mögliche Einsatzstrecke wäre die bei Studenten beliebte südliche Innpromenade zwischen Universitätsbrücke und Freiburger Brücke wobei das Interval nicht geringer als 20 Minuten sein sollte um die in den Liegewisen liegenden (zumeist) Studenten nicht zu stören .


LG Zillerkrokodil
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