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| Autor |
Tramtiger |
| 27.07.2025 09:57  Verständnisfrage |
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An die Fachleute....
Warum kostet alleine die Planung dieses Tunnels über 2 MIo €? |
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manni |
| 27.07.2025 16:41  |
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Das ist das bei weitem größte innerstädtische Verkehrsinfrastrukturprojekt seit seit Langem, da sind Planungskosten in dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich. Das wird ein rund 400 m langer Tunnel mit Anschlüssen an alle Personanbahnsteige und einem großen unterirdischen Fahrradparkhaus. Ebenfalls zum Projekt gehört eine Brücke über die Sill, die auch für eine Straßenbahnstrecke ausgelegt wird. Nicht Teil dieses Projekts (weil ein Projekt nur der Stadt Innsbruck allein), aber an dieses angehämngt und zeitgleich umzusetzen ist eine insgesamt ca. 1 km lange klimafreundlich gestaltete Grünachse mit Rad- und Fußweg zwischen Frachtenbahnhof und Sill, die nordseitig die Tunnelradwegachse an den Leipziger Platz anschließt. Südlich des Tunnels ist die Schienenachse Richtung Bartlmä für die zweite Betriebshofzufahrt bzw. die Stadtregionalbahn nach Aldrans angedacht, ich gehe davon aus dass das in nächster Zeit konkretisiert werden kann. Dort oben hinter Bartlmä ist dann auch eine zweite Straßenbahnbrücke nötig - ich bin mir noch nicht sicher, ob das vernünftig ist und nicht besser das Sillufer bis zur Olympiabrücke ostseitig für den Autoverkehr gesperrt und zur Schienen- und Radtrasse werden kann. Da tun sich allerdings zahlreiche Grundstücksfragen auf und auch jene einer Alternativstrecke für Einsatzfahrzeuge - es kann sein, dass eine (recht kurze) Sillbrücke tatsächlich die bessere Lösung ist. Ihr seht also, dass es in diesem Bereich in den kommenden Jahren größere Entwicklungen geben wird. Der Frachtenbahnhof bleibt übrigens, er wird ergänzt durch ein Betriebszentrum für den BBT und durch die Mobilitätswende macht ein innerstädtischer Frachtenbahnhof künftig auch wieder Sinn. Ebenfalls Teil der Generalplanung Hauptbahnhof wird eine teilweise Überbauung des Hauptbahnhofs.
Manche werden sich fragen, ob der (langfristig angedachte) Tramtunnel Hauptbahnhof mit all dem auch noch aktuell ist - nein, ist er nicht. Der Fahrrad- und Zufußgehendentunnel nimmt seinen Platz ein. Eine Tramquerung ist dann nur noch in Hochlage möglich. Das wird aber bei einer eventuellen Überbauung mit bedacht und kann bei der neuen Sillbrücke eingebunden werden. Diese Tramquerung ist und bleibt jedenfalls Teil der von mir ja schon öfter erwähnten IVB-Zielnetzplanung. Wenn es zu dieser den politischen Konsens gibt, kommt ein Grundsatzbeschluss von Gemeinderat und Stadtsenat, der immer der erste Schritt zu einer Umsetzung ist. Das ist jetzt alles am Laufen, I hope that helps. _________________ ___________________________________________________________________________________________
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Verkehrsplaner |
| 27.07.2025 23:49  |
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Ich muss dir da zustimmen, das ist ein wegweisendes Projekt und der Aufwand nicht zu unterschätzen.
Mit der Grünachse wäre ich vorsichtig. Die Breitenentwicklung des Frachtenbahnhofs mit dem Instansthaltungs- und Interventionszentrum reitzt den zur Verfügung stehenden Platz ziemlich aus. Man darf nicht vergessen, dass es auch eine neue Bebauung der Mittelinsel geben wird und weitere Gleise für den Personenverkehr errichtet werden.
Die ÖBB war schon nicht begeistert von der Idee dort eine Straßenbahn zu errichten. Die einzige realistische Chance, ohne die Sill zu überbauen, für die Trasse besteht darin sie mit der notwendigen Erschließungsstraße zu kombinieren. Das ist aber kein Problem, solange man keine öffentliche Straße draus macht. Was mir nicht klar ist, ist, wo da noch Platz für einen Radweg sein soll. Legt man den auch auf die Erschließungsstraße, dann hat man wieder das Problem mit den Schienen auf Radachsen.
In der Tramstudie war nie die Tede von einer Brücke. Ich weiß auch nicht, wo die errichtet werden sollte und vor allem wo man die Rampen anlegen soll. Bei der Fuß- und Radwegquerung hat man sich gegen eine Brücke entschieden, weil die wesentlich teurer geworden wäre. Hauptverantwortlich dafür sind die notwendigen Stützweiten, die wiederum mit dem bereits erwähnten knappen Platz in der Breite zusammenhängen. Das Problem wird noch wesentlich größer, wenn man nicht eine leichte Brücke für den aktiven Verkehr errichtet, sondern eine für tonnenschwere Straßenbahnfahrzeuge. Ebenfalls würde eine Brücke zu fast doppelt so langen Rampen führen. Die greifen auch noch wesentlich mehr ins Stadtbild ein als Tunnelrampen, auch wenn man die Trennwirkung für querenden Fußverkehr kürzer gestalten kann. Sowas bekommt man niemals durch.
Die zusätzliche Tramquerung war immer schon eine Schnappsidee. Sie bringt nur wenig Nutzen, weil sie sich nicht gut ins Netz einbinden lässt und ist extrem aufwendig. Sie ist daher nicht mit denen in Graz und Linz zu vergleichen, die alle über den jeweiligen Hbf verkehrenden Linien aufnehmen und für kürzere Umsteigewege sorgen. In Innsbruck könnte man nur eine Linie hindurchführen und müsste weiter auch über den Vorplatz fahren. Erschwerend käme hinzu, dass man die Trasse aus der Salurner Straße in die Heiliggeiststraße verlegen müsste. Alternativen wurden diskutiert, führen aber zu einer kompletten Untertunnelung der Innenstadt, mit entsprechenden Kosten.
Damit es einen politischen Konsens zur IVB Studie geben kann (eigentlich sind es sogar drei Studien), müssten die erstmal fertiggestellt werden, was sie nicht sind.
Edit: Hab ich noch vergessen, ist die Teilüberbauung mit der ÖBB abgestimmt oder ist das nur wieder eine fixe Idee der Stadt, wie damals die Absiedelung des Frachtenbahnhofs? Ich frage, weil ich dazu nur eine Alibiidee kenne, die aber auch schon nicht auf große Begeisterung der ÖBB gestoßen ist. Größere Lösungen leiden unter dem gleichen Problem mit der Stützweite wie die Brücken, nur noch viel schlimmer.
Oder ist damit vielleicht die Bebauung der Mittelinsel gemeint? Dort sollen nämlich durchaus Gebäude errichtet werden. Es gibt Ideen den Busbahnhof für SEV zu überbauen. Sowas ist noch halbwegs realistisch und würde automatisch einen Wetterschutz für den SEV bieten, den es sonst wahrscheinlich wieder nicht geben würde. |
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raumplaner |
| 28.07.2025 11:47  |
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| Verkehrsplaner schrieb: |
Hab ich noch vergessen, ist die Teilüberbauung mit der ÖBB abgestimmt oder ist das nur wieder eine fixe Idee der Stadt, wie damals die Absiedelung des Frachtenbahnhofs? Ich frage, weil ich dazu nur eine Alibiidee kenne, die aber auch schon nicht auf große Begeisterung der ÖBB gestoßen ist. Größere Lösungen leiden unter dem gleichen Problem mit der Stützweite wie die Brücken, nur noch viel schlimmer.
Oder ist damit vielleicht die Bebauung der Mittelinsel gemeint? Dort sollen nämlich durchaus Gebäude errichtet werden. Es gibt Ideen den Busbahnhof für SEV zu überbauen. Sowas ist noch halbwegs realistisch und würde automatisch einen Wetterschutz für den SEV bieten, den es sonst wahrscheinlich wieder nicht geben würde. |
Damit ist die Mittelinsel gemeint, es gibt keine weitere Überbauung. Ob und wenn ja dort neben den fix geplanten betriebsnotwendigen Teilen weitere Funktionen (Bike&Ride?) integriert werden muss im Detail zwischen Stadt, Land und ÖBB ausverhandelt werden.
| Tramtiger schrieb: |
| Warum kostet alleine die Planung dieses Tunnels über 2 MIo €? |
Erschien mir zunächst auch relativ hoch, aber wenn man es sich genauer überlegt: ein breites, teils innen auch hohes Bauwerk das noch dazu unter einer bestehenden Tiefgarage hindurchführt und Sonderbauweisen benötigt. Dazu die Brücke über die Sill, die später auch eine Straßenbahntrasse aufnehmen soll. Allein die statisch-konstruktive Planung wird daher nicht günstig. Hinzu kommt wohl auch eine architektonische Planung (Wettbewerb?), Bauphasenplanung, E&M-Planung, Prüfgutachten etc. Und auch die Erkundungsmaßnahmen (u.a. Geologie, Hydrogeologie, Altlasten, Kriegsmittel) nicht zu vergessen. |
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Tramtiger |
| 28.07.2025 12:40  Danke .... |
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| ... für die ausfühliche Info |
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Verkehrsplaner |
| 28.07.2025 16:00  |
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| raumplaner schrieb: |
| Wenn der Tunnel kommt, dann hängt das aber mit dem zusammen, denn dann soll ja eine Radgarage in Tieflage, mit direkter Anbindung an den Tunnel errichtet werden. Zumindest ist das mal eine Idee. |
Vielleicht sollte man die Zuständigen mal mit dem Schweizer EC (im Panorama-Wagen!) nach Zürich schicken, aber ohne zu sagen was das dort gekostet hat ;-)
Forums-Unfallbericht:
Eigentlich wollte ich, lech, jemanden zitieren, entweder raumplaner oder verkehrsplaner. Leider hab' ich wohl irrtümlich auf edit statt quote geklickt. Very very sorry.
Ich habe jetzt auch alle Backups geprüft, teils reaktiviert, in die Datenbank geschaut usw., aber leider lässt sich die Bearbeitung bzw. der Orginaltext nicht rekonstruieren. |
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raumplaner |
| 29.07.2025 08:42  |
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| Verkehrsplaner schrieb: |
| Vielleicht sollte man die Zuständigen mal mit dem Schweizer EC (im Panorama-Wagen!) nach Zürich schicken, aber ohne zu sagen was das dort gekostet hat ;-) |
Falls es interessiert: es gibt eine Seite mit ausführlicheren Informationen der Stadt Zürich zum Velotunnel: https://www.stadt-zuerich.ch/de/planen-und-bauen/portfolio/bauten-anlagen/verkehr/stadttunnel.html Und ja, da stehen auch die Kosten wobei sich mir nicht ganz erschließt was in den Zahlen alles beinhaltet ist da Teile des Tunnels bereits seit längerem im Rohbau existierten.
Der Innsbrucker Tunnel soll durch den zusätzlichen Gehbereich breiter bzw. die Unterbrechung im Bereich der Mittelinsel auch heller werden. Gestalterisch würde ich mich auch lieber am Lienzer Bahnhof orientieren. |
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lech |
| 29.07.2025 08:58  |
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Aaaaah. Hab' ich Volltrottel wieder mal irrtümlich editiert statt zitiert?
Das "Vielleicht sollte man die Zuständigen mal mit dem Schweizer EC (im Panorama-Wagen!) nach Zürich schicken, aber ohne zu sagen was das dort gekostet hat zwinkern" war ich, das sollte eine Antwort auf Verkehrsplaner sein.
I'm very very sorry. |
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Verkehrsplaner |
| 29.07.2025 17:06  |
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Ok, jetzt war ich nämlich ziemlich verwirrt.
Die Kosten wundern mich auch etwas. Vermutlich muss man das mit dem Preisniveau in der Schweiz erklären. Vielleicht war der Tunnel aber auch sanierungsbedürftig und die Kosten stecken auch da drin, nach so langer Zeit kann das schon sein. |
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lech |
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Oeffinator |
| 24.09.2025 07:05  |
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Vorbereitende Arbeiten gemäß ORF Artikel noch im Herbst 2025 - man darf gespannt über den weiteren Zeitplan sein... _________________ Ein funktionierender und leistungsfähiger ÖPNV ist für eine dynamische, pulsierende und wirtschaftlich erfolgreiche Stadt die Essenz der Zukunft. |
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kayjay |
| 24.09.2025 07:48  |
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Ich würde ja gerne eine detailierte Kostenaufstellung sehen, was die 44 millionen beinhalten.
Sind da die baulichen Änderungen der Bahnsteige enthalten, wie Lifte,Überdachung etc? |
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raumplaner |
| 24.09.2025 11:20  |
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| kayjay schrieb: |
Ich würde ja gerne eine detailierte Kostenaufstellung sehen, was die 44 millionen beinhalten.
Sind da die baulichen Änderungen der Bahnsteige enthalten, wie Lifte,Überdachung etc? |
Nein, Bahnsteige sind nicht enthalten. |
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lech |
| 24.09.2025 12:55  |
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> Vorbereitende Arbeiten gemäß ORF Artikel noch im Herbst 2025
Das klingt ein bisschen so als wäre da von mehr als nur Planung die Rede?
Bezieht sich das auf andere Schreibtaten (z.B. Flächenwidmung, Einleitung von irgendwelchen Verfahren, Ausschreibungen für Planung, evtl. Bodenuntersuchungen o.ä.) oder passiert schon was physisches? |
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kayjay |
| 24.09.2025 13:46  |
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| die Öbb hat zumindest ein Vergabeverfahren für die Planung gestartet |
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