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| Autor |
Hager |
| 25.08.2025 21:19  |
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Ich war als Mitarbeiter der BBT SE 2008-2012 mit den Fragen einer Aufweitung des Inntaltunnels für einen seitenrichtigen Abzweig in den Basistunnel beschäftigt und kein Gleiskreuz, wie es jetzt kommt. So etwa wäre ein extremer Aufwand. Zudem entstünde in Aldrans wohl ein Knoten im Berg mit einem extremen Schwachpunkt wegen völliger Überlastung für die Brennerachse. Vergesst das! Gedacht war vor Jahrzehnten einmal, den Inntaltunnel mit einem Abzweig nach Westen Richtung Oberinntal zu verlängern (Umfahrung des Haupt- und Westbahnhofs!). Das löst das Taktiknotenproblem Innsbruck in keiner Weise. Meiner Ansicht bräuchte es von Innsbruck Richtung Hall über mehrere Kilometer Mehrgleisigkeit (zumindest drei, besser Gleise), um paralleles Ein- und Ausfahren von Fern- und Nahverkehrszügen zu ermöglichen. Sonst haben die REX- und S-Bahnen notgedrungen längere Aufenthalt in Innsbruck Hbf zu den Taktknotenzeiten samt Verspätungsrisiken abhängig vom Fernverkehr. Dazu kommt noch das Problem der Überlagerung West-Ost- und Nord-Südfernverkehr, da beide Innsbruck - Wörgl überlappend fahren. _________________ Wenn man will, geht viel. Wenn man nicht will, geht nichts. |
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Verkehrsplaner |
| 26.08.2025 00:34  |
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Im Jänner wird es zur Sperrung der Rauchmühlbrücke Umleitungen durch den Umfahrungstunnel geben, und zwar sowohl auf der Brenner Linie, als auch auf der Verbindung Wien - Bregenz.
Es wird keine zusätzlichen Gleise zwischen Hbf und Hall geben. Die "Untersuchung" wird nur gemacht, weil bestimmte Leute politisch Druck gemacht haben. Das Ergebnis steht schon fest. Man könnte das auch Steuergeldverschwendung nennen. Die einzige Möglichkeit wäre eine Tunnelstrecke, aber die würde auch einen Tunnelbahnhof erfordern. Das ist leider völlig unrealistisch.
Was auf jeden Fall kommt, sind Blick Verrichtungen mit ETCS. I'm Zielnetz ist auch noch ein Überholbahnhof Arzl angedacht, der aber nur für den Güterverkehr und im Abweichungsfall was bringt. Darüber hinaus wird auch noch der Abschnitt Hall - Baumkirchen untersucht. Dort könnte ein 3. Gleis realistisch sein. |
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raumplaner |
| 26.08.2025 14:40  |
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Eine Tunnelstrecke unter oder knapp neben der Bestandstrecke ist allein schon aus trassierungstechnischen Gründen nicht umsetzbar. Die Neigungsverhältnisse am Südkopf des Hbf sind auch so schon am Limit. Dazu die ganzen Zwangspunkte in der Höhe - u.a. müssen bereits die Bahnsteigunterführung (und - falls sie doch noch kommt die Fuß-/Radwegquerung) unterquert werden, dann die Unterführung beim Sillpark, der Inn etc. Der ganze Tunnel wäre im wasserführenden Schotter herzustellen. Bautechnisch ist viel möglich, aber das ist so wie die Abzweigung im Inntaltunnel zu vergessen.
Eine 3gleisigkeit bringt betriebstechnisch nicht viel, siehe Erfahrungen in Salzburg. Bei Wien Meidling - Mödling geht man gleich auf die 4gleisigkeit. Für 4 Gleise ist in Innsbruck definitiv kein Platz. Man wird mit den bestehenden Gleisanlagen auch in absehbarer Zukunft das Auslangen finden müssen, daher hat man auch bei der Hst. Messe nicht darauf Rücksicht genommen. Lediglich das 3te Gleis zwischen Hauptbahnhof und Westbahnhof dürfte kommen.
Eventuell ist bei den Blockabständen und / oder ETCS noch Luft nach oben - da fehlt mir aber die Info. |
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Herbi |
| 26.08.2025 17:40  |
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Wie Hager geschrieben hat:"...mehrere Kilometer Mehrgleisigkeit (zumindest drei, besser Gleise), um paralleles Ein- und Ausfahren von Fern- und Nahverkehrszügen zu ermöglichen. Sonst haben die REX- und S-Bahnen notgedrungen längere Aufenthalt in Innsbruck Hbf zu den Taktknotenzeiten samt Verspätungsrisiken abhängig vom Fernverkehr..."
Das wäre genau ideal gewesen, wenn man den Platz des Schlachthofgleises genutzt hätte. Man müsste halt jetzt hinter dem Messebahnsteig herumfahren, wäre aber wohl zu knapp zu den Wohnblöcken. Man hat so den Eindruck, wie weiter oben beschrieben: Weitblick bei Planung ist oft nicht populär.
Was anderes: wie schaut es denn mit diesen Viadukten aus? Sind die stabiler wie jene der Karwendelbahn?? |
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lech |
| 26.08.2025 19:18  |
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Vielleicht sollte man dem Fernverkehr stabilere Fahrpläne verpassen, angepasst an Fahrgastwechsel und Schienenzustand zu schwierigen Zeiten. Ist aber jetzt schon fast zu OT hier, sorry.
Über'm Inn wäre noch Platz für ein paar Gleise auf Stelzen, vom Innsbrucker Viadukt bis zum Sautrog ;-)
(OK, auf Stelzen geht auch über der Bestandsstrecke, ist aber eh nicht ernst gemeint) |
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Anderer |
| 27.08.2025 00:44  Bin neu hier... |
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....aber vielleicht könnte ihr mir erklären, warum man die Süd-Umfahrung nicht erweitert und den Hauptbahnhof von Osten her anschließt. Auf die 2 Röhren kommts wohl auch nicht mehr an. Es können dann alle Fern- und Güterzüge da durchschickt werden. Die Strecke Hall - Innsbruck kann dann ausschließlich nur mehr für S-Bahnen und ev. später mal Ü-Bahnen (wie U-Bahn Garnituren aber oberirdisch) genutzt werden.
Wegen Kopfbahnhof-Problematik: Was spricht dagegen den Hauptbahnhof (ohnehin missglückt) auf das Areal des Westbahnhofs zu verlagern. Aktueller Hauptbahnhof wird dann als "Innsbruck City" zentraler Punkt für alle Linien des Bus, Tram und S-(Ü)Bahnverkehrs. Die riesigen frei werdenden Flächen können an Bauträger verkauft werden. Schaffung von Wohnraum! Das derzeitige Westbahnhof-Areal eignet sich viel besser als Hauptbahnhof (Autobahnanschluss). |
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Oeffinator |
| 27.08.2025 07:00  |
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Verlegung des HBF zum WBF? Ist das Satire oder ernst gemeint? _________________ Ein funktionierender und leistungsfähiger ÖPNV ist für eine dynamische, pulsierende und wirtschaftlich erfolgreiche Stadt die Essenz der Zukunft. |
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kayjay |
| 27.08.2025 07:31  |
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| Städtebaulich halte ich diese Idee für durchaus untersuchungswert,bedingt natürlich enormen Aufwand. |
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Stuboy |
| 27.08.2025 17:02  |
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| kayjay schrieb: |
| Städtebaulich halte ich diese Idee für durchaus untersuchungswert,bedingt natürlich enormen Aufwand. |
Wo genau macht das Sinn? Ein Hauptbahnhof sollte gut erreichbar sein. Der Westbahnhof ist noch weiter von der Innenstadt entfernt als der Hauptbahnhof. |
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Verkehrsplaner |
| 27.08.2025 21:18  |
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| Sehr richtig. Vor allem muss man sich endlich mal von der Idee verabschieden, dass man in Innsbruck Bahnflächen bebauen kann. Die werden gebraucht, da ist nichts überflüssig. Am Westbahnhof muss man z.B. froh sein, wenn sich der angedachte Ausbau auf 4 Bahnsteiggleise ausgeht, mehr geht ganz sicher nicht. |
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Anderer |
| 29.08.2025 00:52  |
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Verlegung des HBF zum WBF? Ist das Satire oder ernst gemeint?
Natürlich ernst gemeint. Der HBF ist ein Murx (kein Unterführungstunnel für Fußgänger, mit Auto ungut zum Anfahren, Busse die Touristen abholen müssen zum Frachtenbahnhof etc. etc.).
Man hat sich damals (2003?) von den ÖBB mit einer schnellen und nicht fertig gedachten Lösung abspeisen lassen. Kosten damals ca. 50 Millionen (Vergleiche Salzburg 400 Millionen).
Der HBF trennt die Stadt. Er nimmt zu viel (Innenstadt!)platz weg. Die Verlegung wäre eine Jahrhundertchance. Man könnte quasi die Innenstadt Richtung Osten erweitern. Die riesige Fläche des Haupt- und Frachtenbahnhofs ist extrem wertvoller Baugrund. Mit der Verwertung könnten enorme Einnahmen, wohl hunderte Millionen (zB für Finanzierung neuen HBF) erzielt werden.
Ich bleib dabei: Weg mit dem Hauptbahnhof aus der Innenstadt. Kein überregionaler Bahnverkehr mehr über die Viadukte, sondern darauf eine echte Stadtbahn bis zum neuen Hauptbahnhof und weiter nach Völs bzw. Hötting führen. Das wäre ein städtebauliches Vorzeigeprojekt. Was sich Salzburg mit dem S-Link nicht zugetraut hat weil zu teuer, steht in Ibk bereits.
Zudem: Vom jetzigen Westbahnhof ist es auch nicht weit in die Stadt und das hässliche Gebiet dort könnte man damit extrem aufwerten!
Das alles muss ja nicht von heute auf morgen umgesetzt werden. Erst mal den jetzigen Hauptbahnhof an die Südumfahrung andocken um den überregionalen Verkehr aus der Stadt zu bekommen. |
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Hager |
| 29.08.2025 09:41  |
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Es gab schon Überlegungen, den Bahnhof Innsbruck Ost-West auszurichten. Diese lehnte seinerzeit schon Ghega als oberster Bahnplaner der Monarchie im Hinblick auf die Vorrangigkeit Brenner ab. In der NS-Zeit kam die Idee wieder auf mit dem Bahnhof in den Amraser Feldern (etwa entlang dem heutigen Südring).
Ich bin mir sicher, dass ein Westbahnhof als Hauptbahnhof sich nie platzmäßig ausgeht, zumal für den Brennerverkehr ein Kopfbahnhof entstünde. Man wohl südlich des Stiftes Wilten und der Basilika Wilten bleiben, wie das mit den Radien von > 300m gehen soll und einer Bahnhoflänge von deutlich 1 km (max. TSI Zuglänge von Güterzügen ist 750m!) gehen soll, ist mir schleierhaft.
Die Anbindung des Brenners als Kopfbahnhof würde wohl eine Umfahrung Innsbrucks für die Nord-Süd-Züge zur Folge haben. Es entstünde ein Situation vergleichbar Florenz (zeit- und betriebsaufwändiger Kopfbahnhof), wo deshalb seit 2023 auch an einem unterirdischen Bypass-Bahnhof für den HGV-Verkehr gearbeitet wird (Nuova Stazione AV "Firenze Belfiore",der bisherige Hauptbahnhof Santa Maria Novella und der Flughafen Florenz werden von dort mit der Straßenbahnline 2 erschlossen), um das zu entschärfen! Im Nord-Süd-Verkehr würde damit wohl Jenbach oder Wörgl (wenn nicht gar München) bzw. Brixen oder Bozen die Verbindungsfunktion nach Innsbruck übernehmen.
Die Auswirkungen auf die sonstigen Infrastrukturen in Wilten (Straßenbahnen, Pädagog. Hochschule, Friedhof, Autobahnen, Sillkraftwerk etc.) kann man sich auch ausmahlen. Viel Spaß für die UVP. _________________ Wenn man will, geht viel. Wenn man nicht will, geht nichts. |
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Admiral |
| 29.08.2025 16:29  |
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| Zitat: |
| Mit der Verwertung könnten enorme Einnahmen, wohl hunderte Millionen (zB für Finanzierung neuen HBF) erzielt werden. |
man darf nicht über 160jahre öl und schlacke vergessen, die da im boden sind.. die einnahmen dürften wahrscheinlich ausreichen um den grundaushub zu machen und den boden zu entsorgen... das ist ja üblicherweise so, wenn man den bahngrund (also nicht immobilien oder schrebergärten) verkauft, dass die entsorgung den gewinn auffrisst.. dazu benötigt es auch einfach sowohl am WBF und am HBF die gleise als aufstellfläche, das heißt, man würde die flächen nicht wegbekommen ohne den bahnverkehr zu behindern. und überall versucht man das stürzen weg zu bekommen, in innsbruck das stürzen dann zu erzeugen, hätte wohl jetzt nicht unbedingt einen positiven effekt auf die reisezeit... und als nächstes könnte man ja gleich wie in rosenheim geschehen und wie in garmisch und selzthal geplant, eine schleife bauen... dass dann der halt dort als nächstes entfallen täte, und die nicht vorhandene schleife auch deswegen nicht immer gebaut worden ist... glaub ich braucht man nicht dazusagen.. womit innsbruck dann bahntechnisch wahrscheinlich so interessant wäre wie hall-thaur...
und wenn man sich die bahnhofsbreite zw. südring und bergwand ansieht, dann müsste man schon den bahnhof dezent verschmälern und rangierflächen entsorgen, damit dann der nahverkehr wieder platz finden würde... _________________ This article is a natural product. The slight variations in spelling and grammar enhance its natural character and beauty and in no way are to be considered flaws or defects. |
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sLAnZk |
| 09.09.2025 10:28  |
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Wenn man nicht versucht, den Hauptbahnhof zu ersetzen, sondern einfach das System durchlässiger zu machen, könnte man schon den Brennertunnel mit dem Westbahnhof verbinden. Die große Frage dabei bleibt, wo genau.
Dann könnte man Ost-West-Verkehr über den Westbahnhof führen, Leute, die nach Süden umsteigen, tun das in Wörgl oder fahren die Schleife durch die Stadt mit der Stubaier - oder gehen zu Fuß - dann ist es wie früher mit Südbahnhof und Staatsbahnhof.
Ich halte das nicht für besonders schlau. _________________ Es kreist die Tram in meinem Kopfe
herum fährt sie mit Strom
es liegt so Spannung an meinem Schopfe
das hab ich jetzt davon. |
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